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OF

COMPARATIYE ZOÖLOGY,

AT HARVARD COLLEGE, CAMBRIDGE, MASS. jFounücti 1)2? jm'batc sufcscrfptfmt, in 1861.

From the Library of LOUIS AGASSIZ.

No. /32,.

SITZUNGSBERICHTE

DER KAISERLICHEN

AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN

MATHEMATISCH-NATURWISSENSCHAFTLICHE CLASSE.

NEUNUNDVIERZIGSTER HAND.

WIEN.

AUS DER K. K. HOF- UNI) STAATSDRUCKEREI.

IN COMMISSION BEI KARL SEROLD'S SONN, BUCHHÄNDLER DER KAIS. AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN.

1804.

SllZI.!MiN«KBH:il*M

DEK

MATHEMATISCH-NATURWISSENSCHAFTLICHEN

CLASSE

DER KAISERLICHEN

AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN.

XLIX. BAND. I. ABTHEILIJM.

Jahrgang 1864. Heft I bis "V.

v' (litt 27 «nftln.)

WIEN.

AUS DER K. K. HOF- UND STAATSDRUCKEREI.

IN CUMMISSION BEI KARL GEROLD'S SOHN. BUCHHÄNDLER DER KAIS. AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN.

1864.

IN II A LT.

I. Sitzung vom 8. Jänner 1864: Übersicht 3

v.Zepharovich, Krystallographische Studien über denldokras.

(Mit 13 Tafeln.) 6

Ettingshausen, C.v., Beiträge zur Kenntniss der Flächonskelete

der Farnkräuter. II. (Auszug.) 135

II. Sitzung vom 14. Jänner 1864: Übersicht 136

Leitgeb , Zur Kenntniss von Harlwegia commosa Nees.

(Mit 1 Tafel.) 138

Hyrtl, Über eine Eigentümlichkeit des Schlundes von Catla

Buchanani. (Mit 1 Tafel.) 161

Über das Verhalten der Leberarterie zur Pfortader bei

Amphibien und Fischen. (Mit 1 Tafel.) 167

III. Sitzung vom 21. Jänner 1864: Übersicht ......... 176

Baue, Der albanesische Drin und die Geologie Albaniens,

besonders seines tertiären Beckens 179

IV. Sitzung; vom 4. Februar 1864: Übersicht 195

V. Sitzung vom 18. Februar 1864: Übersicht 198

Steindachner, Ichthyologische Notizen. (Mit 2 Tafeln.) . . 200 Rcuss, Über fossile Lepadiden. (Mit 3 Tafeln.) 215

VI. Sitzung vom 25. Februar 1864: Übersicht 247

Boue, Über die Geogenie der Mandel-, Blatter- oder Schaal- steine, der Variolithen, der Serpentine und der kieseli- gen Puddingsteine 249

Hyrtl, Über Wirbelassimilation bei Amphibien. (Mit 1 Tafel.) 264

VII. Sitzung vom 10. März 1864: Übersicht 273

Leitgeb, Über kugelförmige Zellverdickungen in der Wurzel- hülle einiger Orchideen. (Mit 1 Tafel.) 275

VIII. Sitzung vom 17. März 1864: Übersicht 287

Unger, Über einen in der Tertiärformation sehr verbreiteten

Farn. (Mit 2 Tafeln.) 289

IX. Sitzung vom 31. März 1864: Übersicht 298

Boue, Über die neuen Karten der zwei serbischen Kreise von Uschitze (Ujitze) von Steph. Obradovitsch und von Knjesevatz (ehemals Gorguschovatz) von K. Kiko. (Mit 1 Tafel.) 301

VI

Seite

X. Sitzung vom 14. April 1864: Übersicht 327

Tschermak, Einige Pseudomorphosen. III. (Mit 1 Tafel.) . . 330 Diesing , Revision der Cephalocotyleen. Abtheilung: Cyclo-

cotyleen r 357

liosow, Experimente über die Durchschneidung des Seh- nerven 431

XI. Sitzung vom 21. April 1864: Übersicht 437

ßoue, Über die säulenförmigen Gesteine, einige Porphyr- districte Schottlands, so wie über die vier Basalt- gruppen des nördlichen Irlands und der Hebriden . . 439

Kner , Einiges über die Thymusdrüse bei Fischen und die

Schwimmblase der Stachelflosser 455

XII. Sitzung vom 28. April 1864: Übersicht 460

XIII. Sitzung vom 12. Mai 1864: Übersicht 463

v. Hochstetter , Über das Vorkommen und die verschiedenen Abarten von neuseeländischem Nephrit (Punamu der Maoris) 466

Kner, Specielles Verzeichniss der während der Reise der

kais. Fregatte „Novara" gesammelten Fische .... 481

Boue , Über die canalartige Form gewisser Thälcr und Fluss- bette 487

SITZUNGSBERICHTE

DER

KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN.

MATHEMATISCH -NATURWISSENSCHAFTLICHE CLASSE.

XL1X. BAND.

ERSTE ABTHEILÜNGr. 1.

Enthält die Abhandlungen aus dem Gebiete der Mineralogie, Botanik, Zoologie, Anatomie, Geologie und Paläontologie.

I. SITZUNG VOM 8. JÄNNER 1864.

Herr Hofrath W. Hai ding er übermittelt eine Abhandlung, betitelt: „Sternschnuppen, Feuerkugeln und Meteoritenschwürnie im Zusammenhange betrachtet".

Derselbe übersendet ferner den „zweiten Bericht über das zu Athen am 18. October 1863 beobachtete Feuermeteor (e von Herrn Dr. Julius Schmidt, Director der Sternwarte zu Athen.

Herr Dr. Ernst Mach erklärt sich, mit Schreiben vom 6. Jänner, bereit, die ihm von der Classe übertragene wissenschaft- liche Untersuchung der Schallleitung im menschlichen Gehörorgan auszuführen, und dankt für die ihm zu diesem Zwecke bewilligte Subvention von 500 fl. ö. W.

Herr Dr. Rud. Edler v. Vivenot junior übermittelt eine Abhandlung: „Beobachtungen über die Verdunstung und deren Beziehung zu Temperatur, Feuchtigkeit, Luftströmungen und Niederschlägen".

Herr Fr. J. Öhri, pens. k. k. General-Auditor zu Güns, über- sendet eine Abhandlung, betitelt: „Die Welt" mit dem Ersuchen um deren Beurtheilung.

Herr Prof. C. Ludwig legt eine Abhandlung vor: „Über die Bindung und Ausscheidung der Blutkohlensäure bei der Lungen- und Gewebeathmung" von Herrn Dr. W. Preyer.

Das c. M., Herr Prof. C. Ritter v. Ettingshausen, über- reicht sein eben erschienenes Werk, betitelt: „Photographisches Album der Flora Örterreichs, zugleich ein Handbuch zum Selbst- unterricht in der Pflanzenkunde" und knüpft daran einige erläu- ternde Bemerkungen. Derselbe übergibt ferner den zweiten Theil seiner für die Denkschriften bestimmten Abhandlung: „Beiträge zur Kenntniss der Flächen- Skelete der Farnkräuter".

Herr Dr. J. Wiesner, Docent am k. k. polytechnischen

Institute, legt die erste Abtheilung einer Abhandlung „über die

Zerstörung der Hölzer an der Atmosphäre" vor.

1*

4

An Druckschriften wurden vorgelegt:

Ännales des mines. YIe Serie. Tome IV. 4e Livraison de 1863.

Paris, 1863; So- Astronomische Nachrichten. Nr. 1452— 1455. Altona, 1863; 4°- Clausius, R., Über den Unterschied zwischen activem und gewöhnlichem Sauerstoffe. (Aus der Vierteljahresschrift der naturf. Ges. zu Zürich. Bd. VIII.) 8<>- Comptes rendus des seances de l'Academie des Sciences.

TomeLVII. No. 22—25. Paris, 1863; 4o- Cosmos. XII' Annee, 23e Volume, 25e— 26e Livraisons. 1863.

XIIIe Annee, 24° Volume, lre Livraison. Paris, 1864; 8»- Ettings hausen, Const. Ritt. v. , Photographisches Album der Flora Österreichs, zugleich ein Handbuch zum Selbstunterricht in der Pflanzenkunde. Mit 173 Tafeln. Wien, 1864; So- Genootschap van Künsten en Wetenschappen, Bataviaasch: Verbandelingen. Deel XXIX. Batavia, 1862; 4<>- Tijdschrift voor indische Taal-Land-en Volkenkunde. Deel XI. Aflevering 1-6. Batavia ,1861; Deel XIL Aflev. 1 6. Batavia, 1 862 ; So- Gesellschaft, naturforschende, in Danzig: Schriften. Neue

Folge. I. Bd., 1. Heft. Danzig, 1863; So- Gewerbe-Verein, nieder -österr. : Verhandlungen und Mitthei- lungen. Jahrg. 1863. 10. u. 11. Heft. Wien; So- Land- und forstwirtschaftliche Zeitung. XIII. Jahrg., 1863.

Nr. 36. XIV. Jahrg. Nr. 1. Wien, 1864; 4<>- Larrey, Baron H., Notice sur l'hygiene des hopitaux militaires. 8°- Discours prononce aux obseques de M. Alphonse Robert. Paris, 1862; 8»- Discours prononce le 6 Janvier 1863 ä l'Academie Imp. de Medecine. Paris, 1863; 8°' Mittheilungen aus J. Perthes' geographischer Anstalt. Jahr- gang 1863. XI. Heft. Ergänzungsheft Nr. 11. Gotha; 4o- Mondes. 1" Annee, Tome IIr, 21c 23* Livraisons. Paris, Leipzig,

Tournai, 1863; So- Mo niteur scientifique. 168. Livraison. Tome Ve, Annee 1863,

Paris, 1863; 4o- Museum Francisco - Carolinum. 22. Bericht. Linz, 1862; So- Urkunden - Buch des Landes ob der Enns. II. Band. Wien, 1856; 8o-

Pengelly, William, and Oswald Heer, On the Lignite Formation of Bovey Tracey, Devonshire. (From the Philosophical Trans- actions. Part II. 1862.) London, 1863; 4°- Pucheran, Essai de Determination des caracteres generaux de la

Faune de la Nouvelle- Guinee. 4°- Revoltella, P. , Österreichs Betheiligung am Welthandel. (Als

Manuscript gedruckt.) Triest; So- Schönemann, Th., Das Horizontal-Dynamometer und seine An- wendung auf die Mechanik. Nebst Ableitung eines neuen Princips für den Ausfluss tropfbarer und luftförmiger Flüssig- keiten. Berlin, 1864; So- So ci et e Imperiale de Medecine de Constantinople: Gazette medicale

d1 Orient. VIIe Annee, Nr. 8. Constantinople, 1863; 4«- Society, The Royal Astronomical : Memoirs. Vol. XXXI. London,

1863; 4o- The Asiatic, of Bengal: Journal. Nr. 2. 1863. Calcutta, 1863; 8o- Verein, OfFenbacher, für Naturkunde: 4. Bericht über seine Thätigkeit. OfFenbach a/M., 1863; So- Denkschrift, der Dr. Job. Christ. Senckenbergischen Stiftung zu ihrer Säcular- feier gewidmet. OfFenbach; 4o« Wiener medizinische Wochenschrift. XIII. Jahrgang, 1863.

Nr. 51 52. XIV. Jahrg. Nr. 1. Wien, 1863 ; 4<>- Wochen-Blatt der k. k. steierm. Landwirthschafts - Gesell- schaft. XIII. Jahrgang, Nr. 11. Gratz, 1863; 4<>< Zimmermann, Karl, Jakob Reuter. Ein Nekrolog. Wien, 1863; 8°*

Zepharovich.

Krystallo graphische Studien über den Idokras. Von V. Ritter v. Zepharovich.

(Mit 13 Tafeln.) (Vorgelegt in der Sitzung am 9. Juli 1863.)

I. Allgemeiner Theil.

Für die Grundgestalt der Idokras -Krystallformen liegen in den neueren mineralogischen Handbüchern zwei ziemlich abwei- chende Winkelangaben vor :

«i,i rT^ iS0° 31' a f 0-535104:1

(Hl):(lii) = jso 39 , daraus c:«=|0.S37199!l

die erstere enthalten in den Werken von Mohs 1821 1839 (wohl nach Haidinger's Messung), welche in die Mineralogien von Brooke und Miller 1852, Dana 1855, Dufrenoy 1856 und Zippe 1859 überging; die letztere nach den Messungen Kupf- fer's 1825 und v. Kokscharow's 1853, in den Handbüchern von Naumann (die neueren Auflagen) und Descloizeaux 1802.

Kupffer1) erhielt den obigen Werth durch 14malige Mes- sung eines Kantenwinkels an einem Krystalle aus Piemont mittelst eines Wollaston'schen Goniometers in seiner ursprünglichen Ein- richtung.

Kokscharow3) bestimmte mit einem Mitscherlich'schen Goniometer au zwei ausgezeichneten Krystallen aus dem Ural, (1) von Poljakows, (2) von Acbmatowsk, die Polkante von

mn 39' 30' W

1 J ~~ (50 39 (2)

(1) aus drei und (2) aus zwei vollkommen übereinstimmenden Messungen an zwei verschiedenen Kanten, und

(111): (001) = 37° 13' 25 (1)

als Mittel aus 17 Messungen von drei Kanten eines Krystalles.

») Preisselirift, 182!>. S. 96.

2) Maler. /. Mineralogie Russlands 1S53, 1. Bd S. 122. n".

Krystallographische Studien über den Idokras. 7

Die nahe Übereinstimmung dieser Winkel mit Kupffer's Messung veranlasste Kokscharow die letztere, oder das Para- meter-Verhältniss c : a = 0*5372 : 1 seinen Messungen zu Grunde zu legen. Dass dieses Verhältniss für die Krystalle von Poljakowsk angenommen werden dürfe, folgt aus einer Vergleichung der meist nur ganz unbedeutend von einander abweichenden Ergebnisse von Piechnung und Messung verschiedener Kanten an 7 Kryst. der ge- nannten Localität.

Kokscharow folgert noch weiter aus seinen Beobachtun- gen, dass auch an den Krystallen aus Achmatowsk und Piemont und wahrscheinlich auch an jenen vom Vesuv der Polkantenwinkel von {111} 50° 39' oder 39 ^V betrage. Er fand nämlich an einem Krystalle aus Piemont

(lil):(Tll) = 50° 39' (Hl) : (001) = 37 14

und an einem Ki^stalle vom Vesuv

(111): (HO) = 52° 46 %'

durch in der Zahl von 1. 2 und 1 vorgenommene Messungen.

Die Winkelfrage schien mir aber wie für die vesuvischen, auch bezüglich der piemontesischen Kryst. noch eine offene zu sein, denn auch die sorgfältigsten Beobachtungen in so geringer Anzahl, wie sie von Kupffer und Kokscharow für die bezeichneten Fundorte vorliegen, dürften wohl nicht zur Feststellung der krysfallographi- schen Constanten für eine bestimmte Localität genügen.

Ich habe mir die Aufgabe gestellt, zunächst die Gestaltungs- verhältnisse der Krystalle von der Mussa-AIpe in Piemont, welche in dem k. k. Mineraliencabinet zu Wien reichlich vertreten sind, einem möglichst eingehenden Studium zu unterziehen und gleichzeitig beson- dere Rücksicht zu nehmen auf die vonB reithau pt in seinen „vorläu- figen Nachrichten" vom Jahre 1829 J) und in jenen vom Jahre 18602),

l) Schweigger's Jahrbuch 1829, XXVII, S. 83 ff. Gegen Bre ithaup t's Ansich- ten über die einfachen Krvstallformen hat sich schon damals Glocker (mineral. Jahreshefte, 1831 u. 1832, S. 33) bestimmt ausgesprochen.

~) Berg- und hüttenmiinn. Zeitung von Bornemann und Kerl, 1800, Nr. 10 und v. Hingenau's österr. Zeitschr. für Berg- u. Hüttenwesen, 1S60.

ö Z e p li a r o v i c h.

und in allen inzwischen erschienenen einschlägigen Publicationen, festgehaltene Asymmetrie der Idokras-Pyramiden {111} und {101}, obgleich Kokschar ow, 1853, dieser Angabe, gestützt auf seine anerkannt genauen Messungen, entschieden entgegengetreten war !)•

Das vorzügliche Material, welches mir auch von anderen Fund- orten in Wien zu Gebote stand, veranlasste jedoch bald die anfäng- lich engeren Grenzen der Arbeit zu überschreiten, so dass sie sich schliesslich auf alle (138) messbaren Krystalle, die ich erhalten konnte, erstreckte und sich nun auf die folgenden Localitäten, denen ich die Anzahl der gemessenen Krystalle beisetze, bezieht:

Monte Somma, Neapel 17

Mussa-Alpe, Piemont 99

Zermatt, Schweiz 13

Pfitsch und Monzoni, Tirol 7

Eker, Norwegen 2

Im Ganzen sind mir weit über 200 Kryst. nebst brieflichen Mittheilungen zugekommen von den Herren Dir. M. Hörnes, Prof. F. v. Hochs tett er und Hofrath W. Haidinger in Wien, Dr. V. v. Lang in London, Prof. A. Kenngott in Zürich, Dr. A. Krantz in Bonn, von den Prof. Q. Sella und B. Gastaldi in Turin, und A. Scacchi in Neapel, von Dr. Th. Kjerulf in Christiania, Dir. L. Li ebener in Innsbruck, F. Hessenberg in Frankfurt, Dr. 0. Speyer in Cassel und Prof. S. Aichhorn in Graz, welchen ich für ihre freundliche Bereitwilligkeit meine Arbeit zu fördern, zu besonderem Danke verpflichtet bin.

Die Messungen habe ich mit meinem, mit zwei Fernrohren versehenem Reflexions - Goniometer (Mitscherlich's Construction) ausgeführt. Die Theilung des Limbus, 9 Zoll im Durchmesser, gibt 10 Minuten direct, mit dem Nonius 10 Secunden und beträgt der wahrscheinliche Fehler einer Ablesung nach einer bei früherer Gelegenheit vorgenommenen Ermittelung 53/4 Secunden, so dass die Angaben des Instrumentes, ohne einen erheblichen Fehler be- fürchten zu lassen, unmittelbar benützt werden können.

i) A. r. o. S. 131.

Krystallographisehe Studien über den [dokras. 0

Den Ergebnissen meiner Messungen lasse ich hier eine tabel- larische Übersicht der am Id. auftretenden Krystallgestalten und deren Bezeichnungsweise durch verschiedene Krystallographen vorangehen. Die Tabelle gibt in den drei ersten Hauptcolonnen die Symbolik sämmtlicher Formen nach Whewell Miller, Weiss und Naumann; die eingeklammerten Buchstaben der mit (Z) und (TT) überschriebenen Rubriken beziehen sich auf die Figuren dieser Abhandlung und der Tafeln X und XI zu Kokscharow's Minera- logie Russlands.

10

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Krystallograpltische Studien über de*n Idokras.

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1 2 Zepharovich.

Die übrigen Colonnen der vorstehenden Tafel enthalten, um die fortschreitende Kenntniss darzustellen, in chronologischer Reihung die Synonymik nach den Angaben der wichtigsten mineralogischen Hand- bücher, gleichfalls mit den auf Abbildungen bezüglichen Buchstaben in Klammern. In die letzte Rubrik endlich sind die Namen Jener gestellt, welche die einzelnen Formen zuerst beobachtet oder mit- getheilt bei den älteren Daten so weit, als sich dies in der mir zu Gebote stehenden Literatur ermitteln Hess.

Nach dieser Übersicht und der stereographischen Projection Fig. 74 sind am Mokras 46 verschiedene einfache Krystallformen nachgewiesen und zwar:

1 Pinakoid,

, t. \ 17 normaler ) _,

21 tetragonale Pyramiden s M ,. , } Stellung,

° (5 diagonaler)

17 oktogonale Pyramiden,

2 tetragonale Prismen. 4 oktogonale Prismen.

Diese Zahl Hesse sich wohl noch erhöhen, da mehrere Sym- bole in vorstehender Tafel als Repräsentanten einer Reihe sehr nahe liegender Flächen aufzufassen sind ')• Von den bezeichneten Kryst.- Formen waren 24 schon früher bekannt. Ich habe sie alle beobachtet mit Ausnahme der Pyramide (551), welche ohne weitere Bemer- kung in Dana's Mineralogy 1855, pag. 198, angegeben ist.

Die daselbst, so wie in allen grösseren Werken citirte Pyramide (441) habe ich als noch nicht bestimmt nachgewiesen in dasFormen- verzeichniss nicht aufgenommen. Die erste Anzeige derselben stammt von Hauy nach R. de lTsle's Beschreibung und Zeichnung a). Aus letzterer folgt aber, wenn den Hauy'schen Flächen s der Index (131) zukommt, deutlich r = (331) und nicht (441) wie Hauy annahm, und in seiner var. encadree und enneacontacdre zeichnete3). Mes- sungen zur Bestimmung von r hat Hauy, wie er dies auch aus- drücklich bemerkt, nicht vorgenommen 4).

i) Einen bestimmten Nachweis einer Aufeinanderfolge von 4 Flächen, in der Tafel durch den Index (61,20,20) zusammengefasst, hat Kokscharow geliefert (s. d. Ab- schnitt Russland). In den meisten Fallen ist die durch Krümmung' angezeigte Mehrzahl der Flachen nicht sicher zu deuten.

8) Krystallographie, 1763. II, p, 293, Hyacinthe var. o'; PI. IV. Fig. 124.

S) Traite de miner. 1 edit. 1801, II, p. 416. Atlas XLV1I, Fig. 73 u. 74.

4) Dessen ungeachtet bildet Quenstedt in seiner Mineralogie wiederholt (1855 und 1863) Hauy's Fig. 74 getreulich ah.

Kryslallographische Studien über den Idokras. 1 3

Eine zweite Erwähnung der Pyramide (441) findet sich in den Werken von M o h s ») nach II a i d i n g e r's vielfältig reproducirter Zeich- nung eines Kryst. vom Vesuv im Joanneum zu Graz; auch hier stützte sich die Bestimmung nicht auf Messungen. Haidinger hatte selbst, nach neueren genauen Beobachtungen G.Rose's, die durch (331) be- richtigte Figur für sein Handbuch der bestimmenden Mineralogie ') neu gezeichnet. Auch ich habe in meinem reichhaltigen Materiale nicht einmal (441) gemessen, dafür aber ungemein häufig (331).

Haidinger berichtigte gleichzeitig auch die (411) seiner älte- ren Zeichnung in (KU), da G. Rose erstere ebenfalls nicht, häufig aber (511) beobachtete, und die erste Angabe von (411) wahrschein- lich auf einer ungenauen Bestimmung Hauy's beruhen dürfte. Die (411) habe ich selbst nur einmal angetroffen, daher sie zu den selten- sten Formen gehören dürfte; eben dahin sind von den bereits bekann- ten noch zu rechnen (114). (112)3), (221), (201), (313) u. (423)*).

Im Verlaufe meiner Untersuchungen habe ich ausser der Mehrzahl der 24 älteren, noch Flächen 22 anderer Kryst.-Formen kennen gelernt. Nicht bei allen war durch ein häufigeres Auftreten eine grössere Anzahl von Bestimmungen ermöglicht oder gelangen dieselben mit befriedi- gender Sicherheit; es scheint mir daher zur Beurtheilung des Ver- trauens, welche die Angaben der neuen Flächen verdienen, wünschens- werth einige Bemerkungen über die Umstände, unter welchen die Beob- achtungen angestellt wurden, hier anzuschliessen; die näheren Nach- weise der Messungen bleiben der Besprechung der einzelnen Fälle, welcher auch meist Abbildungen beigegeben wurden, vorbehalten.

I. Tetragonale Pyramiden, beobachtet in der Zone [001 . 110].

1-7. a(l,l,20), ,3(1,1,10), 7(118), o(117), s(116), £(118), y.(335) an Krystallen von der Mussa-AIpe in Piemont. 5. =(116) an einem Krystall von Rympfischweng bei Zermatt. 3. v(H8) Eker, Norwegen.

8- X(445)i Putsch Tirol

9.^(880)1 * " " '

i) Grundriss d. Min. 1824, S. 408, Taf. VI. Fig. 95. Anfangsgr. d. Min. 1839, S. 393, Fig. 132, I5d. I.

2) 1845, S. 214, Fig. 314.

3) Ich fand diese beiden zuerst in P resl's Mineral., Prag 1837, Af.l. VIII, Fig. 293 erwähnt.

4) Wahrscheinlich hat Haidinger (221), (201) und (313) zuerst beobachtet. (423) fand Hesse nberg (Min. Notizen Nr. 2, 1833) an einem Kryst. vom Vesuv.

14 Z e |> li ;s r o v i C li.

Alle diese Formen zeigten sieh gewöhnlich mit deutlichen, aber meist schmalen und gekrümmten Flächen. Eine scharfe Reflexion des Fadenkreuzes war daher nur ausnahmsweise zu erhalten. An der Stelle des mehr weniger gestreckten Scheines, welcher sich im Beob- achtungsfernrohre zeigte, war es meist sicherer, bei vorgeschobener Loupe den Beginn und das Ende des Einspiegeins der Fläche zur Einstellung zu benützen und aus diesen beiden Ablesungen das Mittel für den Kantenwinkel zu nehmen. Auf diese Weise wurden bei mehreren gleichartigen Flächen an einzelnen Individuen ziemlich übereinstimmende Resultate erzielt.

Im Ganzen ergaben 62 Bestimmungen der obigen 9 neuen Pyra- miden beim Vergleich der gemessenen und berechneten Werthe der Kante (001 : hhl) einen Fehler von 90 Minuten, welcher mit Rück- sicht auf die Beschaffenheit der besprochenen Flächen sogar auffal- lend gering zu nennen ist.

Die bezeichneten und die übrigen flachen Pyramiden erscheinen in der Regel einzeln, oder die häufige (113) mit einer noch flacheren combinirt, als schmale Abstumpfung zwischen (001) und (111).

Nur ausnahmsweise wurde an einer Localität Rympfischweng bei Zermatt die (113) breit angelegt beobachtet.

II. Tetragonale Pyramiden in der Zone [001 . 100].

1. v(102) Mussa-Alpe (2*)

3:Si)iMoDteSomma(i#)

mit äusserst schmalen, gekrümmten Flächen, welche nur sehr an- nähernde Messungen zuliessen. Fehler derselben gegen die Berech- nung für £102j = 23/ 52,/ bei 4 Messungen

(302) = 39 47 1

(301) = 3 52 1

III. Oktogonale Pyramiden.

^^Ipfitschri*)

2. <r(315)f l }

äusserst schmale Abstumpfungen , erstere Fläche einer Kante (101 : 111), letztere einer Kante (113:101). Differenz von je einer, wegen sehr geringer Flächenbreite, unsicheren Messung für

(747) = 11' 21" (315) == 9 20 *) Anzahl der Kryst., rii »eichen <li >■ Flächen lieohachtel wurtlnt.

Krystallogt-aphische Studien über <l<"ii Idokras. 1b

" Br7qw\ I ßympfischweng bei Zermatt (2*)

Leide Flächen sicher bestimmt durch den Nachweis ihrer Lage in zwei verschiedenen Zonen.

(212) sehr schmale, kurze Fläche beobachtet in den Zonen [111, 101] und [113, 311].

(737) breitere und längere, stark glänzende Fläche, spiegelnd in den Zonen [111, 101] und [113, 312].

5. 2(833) Mussa-Alpe (1 *)

schmale , wenig- glänzende Abstumpfungen zwischen (121) und (131). Fehler von 3 unsicheren Messungen gegen die Rechnung

== 5' 42".

6. p(319)

7. K629))MuSSa-Alpe(1#)' beide ziemlich breit entwickelt in der Zone [001, 132], erstere zu- nächst (001) gelegen, glatt aber gekrümmt; letztere an (132) an- liegend, ganz matt, bei starker Beleuchtung nur wenig schimmernd, daher nur approximative Messung möglich; Differenz für

(319:001) = 2' 46" (629:001) = 16 38

An demselben Krystalle erscheint ausser (132) noch (131).

8. w{l\i) Mussa-Alpe (1*)

schmale schimmernde Fläche zwischen (131) und (010) gelegen. Diff. von 2 approximativen Messungen gegen die Rechnung =-. 25' 30".

IV. Oktogonale Prismen. Zwischen den beiden tetra- gonalen Prismen erscheinen häufig Flächen oktogonaler, unter welchen mit für verlässliche Einstellung hinreichender Breite und Glätte, vorwaltend nur /"(120) ausgebildet ist; viel seltener zeigt sich gut bestimmbar Ä(130) ; ausserdem treten noch als Zwischenglieder mehrfach schmale Flächen auf, durch Abrundung ihrer Kanten in einander übergehend, welche einzeln sicher zu deuten, unmöglich ist. Nur in 2 Fällen wurde eine Bestimmung versucht.

1. ?(S30) Mussa-Alpe (2*). breite, dicht geriefte, glanzlose Flächen, zu zwei au Stelle einer

Zepharovich.

(110) Fläche erscheinend. 15 Messungen mit dem Contract-Gonio- meter gaben einen Fehler für

(530:100))

(3S0 : 010))

2. ^(740) Eker Norwegen (1 *). deutliche, dicht geriefte Abstumpfung der Kante (110:210). Fehler wiederholter Reflexions-Beobachtungen für

(740:110) = 8' 18"

(740 : 210) = 17 12

Ermittelang des Parameter-Verhältnisses für {111}.

Zur Berechnung der Elemente eines tetragonalen Krystall- Systemes genügt ein Kantenwinkel, und es wird sich die Verlässlich- keit der Rechnung mit der Zahl der Beobachtungen, auf welche sie gegründet ist, steigern.

Die Theorie setzt voraus, dass die Kanten einer tetragonalen Pyramide von zweierlei Art, die gleichnamigen aber zu 8 und 4, oder deren Modifikationen durch andere Flächen, von absolut glei- cher Grösse seien, eine Bedingung, welche ich an den grünen Id.- Krystallen von der Mussa-Alpe in Piemont, unter 56 untersuchten Individuen nur an einem einzigen erfüllt gefunden. Ich habe hier insbesondere die Messungen der Kanten (001 : 111), an dem fast immer nur einseitig ausgebildeten Ende der Kiyst. im Auge, deren auf den genannten Fundort bezügliche, im Ganzen 160 und mit Weglassung der approximativen, 139 mir vorliegen.

Eine Gesetzmässigkeit in der Ungleichheit der Kanten, wie sie Breithaupt *) angibt, derart dass die Gestalten {111} und {101} als tetragon-pyramidale Triploeder und Diploeder aufzufassen wären, muss ich nach sorgfältiger Prüfung meiner Messungen in dieser Richtung entschieden in Abrede stellen. Die Fälle, in welchen überhaupt die Entscheidung dieser Frage möglich war, beschränken sich nur auf wenige, denn es ist hiezu erforderlich, dass von {111} nicht nur alle 4 Flächen vorhanden seien, sondern dass dieselben auch, vermöge ihrer Beschaffenheit, eine sichere Messung zulassen, Bedingungen, welche nur ausnahmsweise gleich-

') VolUtänd. Hdbch. d. Miner. 18M\, III. S. 648.

Krystallographisehe Studien über den Idokras. j, 7

zeitig erfüllt erscheinen. Ich werde an geeigneter Stelle einige von diesen 18 Fällen anführen und hebe hier nur heraus, dass die von Breithaupt für die Mussa-Krystalle angegebenen Werthe1):

oP:

+

P

T

=

37°

5'

:

p' T

=

37°

13'

F

=

37°

10'

an denselben wenn auch nur annähernd nicht einmal, und eine entsprechende Position gleicher und ungleicher Kanten nur an 2 Kryst. beobachtet wurde, während in 8 Fällen die beiden be- nachbarten Kanten sich als gleich erwiesen.

Von 2 anderen Kryst. hatte der eine alle 4 Kanten gleich , der andere 2 Paare gleicher und gegenüberliegender Kanten; an den übrigen 6 Kryst. hingegen waren sämmtliche 4 Winkel von ver- schiedener Grösse.

N. v. Kokscharow's Messungen 2) der Kante (001 : 111) an je einem Kryst. von Poljakowsk und aus Piemont und der Polkanten von (111) an einem Kryst. von Achmatowsk sprechen ebenfalls ganz bestimmt gegen Breithaupt und erwiesen überdies die mess- baren Kanten selbst in den Secunden übereinstimmend.

Derart regelrecht gestaltete Kryst. sind überhaupt, und beim Id. insbesondere, als grosse Seltenheiten zu betrachten; ich selbst konnte, wie erwähnt, nur einen solchen Fall mit vier gut messbaren und gleichen Kanten verzeichnen; hingegen ergibt der Überblick meiner 139 Beobachtungen an den grünen Mussa-Kryst. ein Schwan- ken des Kantenwinkels von (001 : 111) zwischen 37° 2' u. 37° 38', am häufigsten zwischen 37° 10' u. 37° 17' (hei 94 Messungen) und ein völlig regelloses Auftreten von gleichen und ungleichen Kanten, wenn mehrere solche an einem Kryst. zur Messung sich eigneten.

Man wird daher, entweder für die manchfaltigen genau be- stimmbaren Individuen mit ungleichen Kantenwinkeln, eben so ver- schiedenartige geometrische Anschauungsweisen wählen, oder sich

*) A. a. 0., 1836, und vorläufige Nachricht über 13 Krystallisations-Systeme u. s. w.

Berg- u. hiittenmänn. Ztg. 1860, Nr. 10. *) Materialien zur Miner. Russlands, 1853. 1, 122—125. Sitzb. d. mathem.-naturw. CI. XLIX. Bd. I. Abth. %

1 $ Zephnroric h.

entschliessen müssen aus dem besonderen das allgemeine, mit Zugrundelegung einer einfachen Annahme, abzuleiten. Der letztere Vorgang ist wohl der naturgemässe und auch der bisher geübte und es wird demnach die Grundgestalt der Idokrasformen so lange als sy m metrisch - tetragonal zu gelten haben, bis nicht für das Gegentheil zahlreiche Beobachtungen beigebracht und dieselben mehrseitig bestätigt werden *).

Die Kryst. waren bei ihrer Bildung- den verschiedenartigste Einflüssen unterworfen, Einflüsse, über deren Art wir meist nur Ver- mutungen aufstellen können, deren Grösse sich aber in manchfaltigen

l) Breithaupt wirdi öffentlich ausführliche Belege für seine bereits 1829 in eine „vorläufig g Nachricht" gebrachten Ansichten über Idokras u. a. Kryst. liefern, und dürfen wir dieselben, nachdem die „vorläufige Nachricht" vom Jahre 1860 ein Werk über Krystailisations-Systenie demnächst in Aussicht stellt, nun wohl bald erwarten Bishin wird die Erfahrung , dass am Id. die erwähnten Abweichungen Zufälligkeilen sind und die Annahme einer symmetrisch gebauten Grundform desselben, als unbe- stritten gelten. In den Äusserungen a. a. 0. 1860, über die Resultate der Messungen K o ksc harow's vermissten wir einige specielle Angaben über die Zahl der von B. gemessenen Kryst. und dessen Instrument da die Winkel für den Id. aus Piemont in dem Aufsatze von 1860 und in der Mineralogie von 1836 identisch, sind Messungen und Goniometer wohl von altem Datum schon als vorläufige Stütze seiner Worte: „Meine Messungen an den Idokrasen habe ich nicht allein mit aller möglichen Ge- nauigkeit und ausserordentlichen Vervielfältigung, sondern auch zum grössten Theile an Exemplaren, welche nichts zu wünschen übrig Hessen, ausgeführt, wie z. B. an dem aus Piemont". Ferner sagt B. : „Herr v. Kokscharow will nur den Winkel = 142° 463/4 bei allen 4 Flächen gefunden haben. Jene Unterschiede (142° 53' 142° 47') gehören freilich zu den zartesten, zu den schwierigsten, welche mir vor- gekommen sind " Und doch beträgt jeuer Unterschied 8 Minuten! gewiss

kein zarter für ein feines Instrument. „Es wäre doch wahrlieh auch mehr als sonderbar gewesen, solche Winkelverschiedenheiteii finden zu wollen, und zwar an vielen Kryst., aber an allen mit einer und derselben Art gestörter Symmetrie welche ich weder erwartet noch gesucht hatte. Übrigens mnsse ich mir über Id. welche ich nicht untersucht habe, kein Urtheil an, warum sollte es nicht auch solche geben, welche symmetrischen Flächenbau besitzen? Aber die von mir asymmetrisch gefundenen werden, wenn sie durchsichtig sind, gewiss ohne Ausnahme optisch zweiaxig sein." Es wird demnach ferner noch die letztere Annahme auf welche sogleich der bestimmte Ausspruch: „So viel ist gewiss, dass die optische Zwei- axigkeit tetragonaler und hexagonaler Substanzen bei absolut symmetrischer Lage der pyramidalen und rhomboedrischen Flächen nicht exi stiren kann", folgt durch krystallographische und optische Untersuchung vieler einzelner Individuen zu be- gründen sein.

Wie es sich in optischer Beziehung mit dem Id. u. a. verhält, bat Haidinger, B*s. Äusserungen über,, Zunft- und Innungszwang und die ewigen Gesetze des Ewigen" abweisend, nach Brewster's, B i 0 t's und seinen eigenen Beobachtungen nach- gewiesen. (Jahrb. der geol. Reichsanstiilt, XI. 1860, Vrhdlg. S. 63.)

Rrystallographische Studien über den Idokras. 19

Missbildungen, liis herab zu nur mit feinen Instrumenten nach- weisbaren Winkeldifferenzen zu erkennen gibt. Wohl nur wenig Individuen in begünstigter Stellung mögen sich nach den ihrer Substanz eigentümlichen Gestaltungsgesetzen ungestört haben aus- bilden können.

Abgesehen von den Winkeldifferenzen der Krystalle verschie- dener Fundorte, welche sich oft in Zusammenhang mit, durch die Verschiedenheit der Bildungsstätten bedingten Umständen bringen assen, mögen auf die regelmässige Entwicklung einzelner Individuen eines bestimmten Krystallisationsraumes insbesondere die Einwir- kungen benachbarter Gebilde und der Schwerkraft sich störend geäussert haben. Dabei können aber bei langsamer Bildung die Krystallflächen doch vollkommen eben und glänzend geworden sein, so dass die Flächenbeschaffenheit allein, nicht auch geometrische Regelmässigkeit voraussetzen lässt *). Nicht selten h-<be ich an den Mussa-Kryst. mit tadellosen Flächen bedeutende Bildungsfehler ver- eint gefunden, und Hessen sich letztere oft nachweisbar auf die Ver- wachsung mit anderen Kryst. desselben Drusenraumes zurückführen, während es in anderen Fällen unmöglich scheint für abnorme Kantenwinkel eine Veranlassung aufzufinden.

Es war daher, bei den nicht geringen und regellos um die End- fläche vertheilten Abweichungen der Kanten (001:111) eine grosse Zahl von Messungen erforderlich, um den wahrscheinlichsten Mittel- werth dieser Kante zu erhalten. Bei Verwertbung vieler Messungen wird aber die relative Güte derselben, welche von der Flächen- reflexion abhängt, nicht ausser Acht zu lassen sein. Erfahrung s- mässig sind die, durch Störungen des Krystallisations-Processes ver- anlassten, Winkelschwankungen viel bedeutender als die Beobach- tungsfehler, sobald ein genaues Messungsinstrument angewendet wird, oder liegen, wie dies Dauber nachgewiesen, selbst bei den besser krystallisirten Mineralien, die aus ersteren berechneten Ge- wichte innerhalb weiterer Grenzen als die aus letzteren abgeleiteten. Ebenso folgt aus den gründlichen, mühevollen Untersuchungen D;< u- ber's, dass eine Schätzungsbestimmung der Gewichte auf Grund- lage der Flächen-Beflexionsgrade statlbaft sei, sobald man sich

i) H. Da üb er, Rothbleiera. Ber. d. Wr. Ak. d. W. 1860, XLII. Sep. Abdr. S. 22.

3*

20 7. e |> li ii r o v i c li.

um nicht den Werth einzelner Beobachtungen auf Kosten der übri- gen unverhältnissmässig zu erhöhen auf wenige Abstufungen beschränkt. Dauber hat auch eine genäherte Berechnung der Gewichte der besten und schlechtesten Bestimmungen am Rothblei, erz vorgenommen J), wobei sich ergab, dass sich dieselben wie 3 zu 1 verhalten, welches Resultat zufällig übereinstimmt mit den von ihm bei dieser und früheren Untersuchungen a priori angenomme- nen Schätzungswerthen.

Ich habe auch diesmal, wie bei anderen Arbeiten, aufsteigend je nach der Schärfe, mit welcher das reflectirte Fadenkreuz zu beobachten war, meine Messungen mit 1,2,3 bezeichnet, und die einzelnen Ablesungen mit diesen Zahlen als Factoren, bei der Be- stimmung des Mittelwerthes in Rechnung gestellt, und glaube den, derart aus vielen Messungen erhaltenen Resultaten einen weit höheren Werth beilegen zu dürfen, als jenen, welche sich aus einer anfänglich durchgeführten Rechnung ergaben, zu welcher ich nur wenige, aber ausschliesslich ausgezeichnete Messungen deren Gewichte nach der Methode der kleinsten Quadrate, aus den Abweichungen der einzelnen Repetitionswerthe von dem arithmetischen Mittel, berechnet wurden zugezogen habe. Der letztere Vorgang musste um so mehr verworfen werden, als sich an den scheinbar vollkommensten grünen Krystallen von derMussa-Alpe, eben in jener Zone, in welcher die gemessenen Flächen lagen, bedeutende Bil- dungsfehler nachweisen Hessen, ein Umstand, der immer zu befürch- ten ist, sobald man Rechnungen nur wenige, wenn auch noch so genaue Messungen zu Grunde legt a).

i) A. a. o. S. 34.

2) Es ergaben 10 bis 14malige Repetitionen bei tadellos spiegelnden Flüchen an den Krystallen: Nr. 3.

(lTi : 001) = 37° 14' 39-5" (Tll : 001) = 37° 14' 25"

(lTl : lTO) = 52 44 10 (Tll :IlO) = 52 44 15

daher: (001 : lTO) = 89 58 495 (001 : TlO) = 89 58 40

Diff. geg. 90° = 70-5'' 80"

Diff. geg. 180 = 1505"

Nr. 10.

(lTl : 001) = 37° 14' 30" (111 : 001) = 37° 16'

(111: 110) = 52 44 28-6 (111: 110) = 52 44 12"

daher: (001 : 1 10) = 89 58 580 (001 : HO) =90 0 12

Diff . gesr. 90° = —61-4" + 12"

Krystallographische Studien über den Idokras. 21

Bei der Wahl des Vorganges für die Ermittelung der krystallo- graphischen Constanten, kann es keinem Zweifel unterliegen, dass die Methode, welche die Berechnung auf eine gros sere Zahl von, in möglichst verschiedenen Zonen gelegenen Kantenmessungen, als für ein gegebenes Krystall system erforderlich ist, gründet, jener vorzuziehen«sei, welche sich auf die unbedingt verlangte Zahl von Bestimmungen beschränkt. In der letztgenannten, von den meisten Krystallographen befolgten Weise, liegt in der Monographie des Euklases von J. Schabus ') eine sehr sorgfaltige Arbeit vor. Den ersteren Weg haben zuerst, mit Anwendung der Lehren der Wahr- scheinlichkeits-Rechnung, Kupffer und Neumann eingeschlagen und wurde derselbe von Dauber in seinen zahlreichen mit grösster Genauigkeit durchgeführten Arbeiten weiter verfolgt und die Me- thode derartiger Untersuchungen zu einem hohen Grade der Aus- bildung gebracht. Ihrer allgemeinen Anwendung dürfte sich aber manche Schwierigkeit bei Durchführung der Rechnung, die ein voll- kommenes Vertrautsein mit der Methode der kleinsten Quadrate vor- aussetzt, entgegenstellen.

Einfacher als auf diese directe Weise gelangt man zu den wahrscheinlichsten Werthen der Elemente eines Krystallsystemes, wenn man den auch in der Astronomie bei analogen Aufgaben ange- wandten ind irecten Weg einschlägt. Diese Rechnungsart bringe ich nun hier zur Anwendung, und bin für den Vorschlag derselben meinem verehrten Freunde V. v. Lang und für manche freundliche Beihilfe meinem Collegen Prof. K. Hornstein ganz besonders ver- pflichtet.

Nr. 22.

(TTl : 001) == 37° 16' 7-5"

(TTl : HO) =52 44 37-8 daher: (001:110) =90 0 453"

Diff. geg. 90° = + 45 3

Auch die Summe der Werthe -4^ (mit gerechneten Gewichten p der einzelnen Repetitionswerthe »;) aus 8 Bestimmungen von (111) : (001) und aus den obigen 5 von (111) : (HO) gibt 89° 59' 26", also einen Fehler von 34" gegen 90°. Hin- gegen gleichen sich die obigen Werthe (mit geschätzten Gewichten) aus 139 Messun- gen von (111):(001) und 54 Messungen von (111): (HO) zu +6 aus (s. Tabelle 1, Seite 16). i) Denkschriften d. Wr. Ak. d.W. VI. Bd. 1834. Brei tha u pt's Annahme des anorthi- schen Systemes für den Euklas wird hierin vollständig widerlegt. (Sep. Abdr. S. 12.)

22

Z e p h a r o v i c h.

Für die grünen Kry stalle von der Mussa-Alpe in Piemon gründet sich die Rechnung auf die Messungen der folgenden sieben in verschiedenen Zonen gelegenen Kanten.

Kante

31 --

S(mp)

n

SO)

"i

£ = (111:001)

37°

14' 38"

139

219

14-798

(111: 110)

52

45 28

54

93

9-644

JV=(11I :TTl)

74

20 10

14

28

5-292

0 = (ill :Tll)

50

40 4

33

63

7-937

P=(lll : 100)

64

40 0

43

67

8-185

£ = (111:331)

29

4 44

15

23

4-796

£ = (111:132)

16

49 30

8

14

3-742

Aus L «= 37° 14' 38" folgt das Parameter- Verhältniss

c.a-.a = 0-537578 : 1 : 1

und aus diesem berechnen sich die Kanten

M' = 52° 45' 22° N' = 74 29 16 0' = 50 40 30 P' = 64 39 45 Q' = 29 4 52 TT = 16 50 9

Die Änderung des Parameters a um einen kleinen Beirag, etwa um a = 0-00578, gibt

c : (a-f a) : (rt+a) = 0-537578 : 1-00578 : 1-00578 = 0-534485 : 1 : 1.

und aus diesem geänderten Verhältnisse folgen die Kanten

V = 37° 5' 5"

W = 52 54 55

JV' = 74 10 10

= 50 28 26

P' = 64 45 47

= 29 7 6

Ä' = 16 46 40

Kiystallographisehe Studien über den [dokras. 23

Das wahrscheinlichste Verhältniss der Parameter wird nun

c : (a -f- xa) : -f a? «) .

Den Factor a? für die früher angenommene Änderung der a fi idet man aus den Gleichungen

0 = (L" L')x = 573 x

0 = M' M+ (M" M')x = 6 + 573.t-

0 = N' - TV + (iV" A7')a? = 6 114607

0 = 0' —0 +(0" 0')x 26 724a?

0 = /" P + (/>" F)a? =10+ 362a?

0= Q' Q+ ((?"- (?')*? = 8- 134a?

0 = fi —B + (TT - R)x = 39 209o?

mittelst der Methode der kleinsten Quadrate nach der Formel

•r - [*«]•

Mnltipücirt man nämli h jede der letzten sieben Gleichungen mit der entsprechenden Gewiehtswurzel für L, M, N u. s. f. (aus der ersten Tafel, Seite 16) und bezeichnet das erste Product auf der rechten Seite des Gleichheitszeichens mit h und das zweite mit b, so

erhält man

0 = btx

0 = h-, -f bzx

0 = hz + h& u- s- f-

Durch Multiplicatlon jeder dieser Gleichungen mit dem Coef- ficienten von x und durch Addition der gleichnamigen Pioducte ergibt sich

o = [*, h . . . . + bn ih] + [(b.y .... + (b.yqx

und hieraus wie oben

..= _M = _=ü^_5 = + 0011818 [62] 1820390SS '

Das wahrscheinlichste Axenverhältniss ist hiernach für die grünen Mussa-Krystalle

c:(a + y.x) = 0-537578 : 10000683 c: g : a : = 05375414: 1 :1

Die folgende Tafel (I) gibt die Differenzen der aus dem eben erhaltenen Verhältnisse berechneten und der gemessenen Winkel.

24

Z e p h a r o v i eh.

Kante

Gemessen

n

Gerechnet

Diff.

(111:001)

37° 14' 37-t"

139

37° 14' 31-3"

+ 6-4°

(111:110)

52 . 45 . 27-5

54

52 . 45 . 28-7

1-2

(111:111)

74 . 29 . 9-6

14

74 . 29 . 2-6

+ 7-o

(111:111)

SO . 40 . 4-3

33

50 . 40 . 20-6

16-3

(111:100)

64 . 39 . 59-9

43

64 . 39 . 49-

+ 10 2

(111 : 331)

29 . 4 . 43-7

15

29 . 4 . 52-8

9-i

(111:132)

16 . 49 . 30

8

16 . 50 . 7-3

37-3

Die positiven und negativen Differenzen in der letzten Colonne gleichen sich bis auf 3" aus, wenn man die letzte Differenz, welche auf den mit der geringsten Zahl von Messungen erhaltenen Winkel fällt, nicht berücksichtigt; mit Hinzurechnung derselben bleibt ein Rest von 40".

Vergleicht man aber die aus

c: a = 0-537578:1

gerechneten Grössen mit den gemessenen, so gleichen sich die Fehler mit einem Reste von 58*7" aus. Es stellt sich also, wie auch a priori zu erwarten, das Resultat wenn auch in diesem Falle nicht um einen bedeutenden Retrag günstiger, wenn zur Ermittelung der Constanten mehr Winkel, als absolut erforderlich, hinzu gezogen werden.

Renützt man aber nicht, wie es hier geschehen, alle guten Mes- sungen der genannten Kanten mit den Schätzungs-Gewichten 1 3, sondern nur die ausgezeichnetsten Repetitions-Reobachtungen (26 für 5 verschiedene Kanten) mit berechneten Gewichten, so stellt sich das Axenverhältniss, nach Durchführung der obigen Rechnung

auf

c:a = 0-5376399:1

oder wenn man 5 Restimmungsreihen, die sich auf die mit dem Seite 20, Anm. 2 besprocheneu Rildungsfehler behaftete Kante (111:110) beziehen, hinweglässt

c:a = 0-5376065:1.

Diese beiden letzteren Resultate verdienen aber unbedingt geringeres Vertrauen als das erst genannte, welches sich auf eine fast 12mal grössere Anzahl von Daten stützt.

Krystallogr:i|>hische Studien über den [dokras.

25

Kokscharow war sehr glücklich in der Wahl der Krystalle für seine Messungen, er fand erst in der vierten Stelle von mei- nem aus 306 Bestimmungen folgenden Resultate, abweichend:

c:a = 0-537199:1 und es differiren seine Kanten-Bereehnungen von den meinen nur um beiläufig eine Minute.

Ich habe dieselben, zum Theil vervollständigt, in die Tabelle (S. 30 37) aufgenommen. Sie beziehen sich nicht nur auf die von Kokschar ow untersuchten russischen Krystalle von Polja- kowsk und Achmatowsk, sondern dürften wahrscheinlich auch für die rothbraunen Krystalle von der Mussa-Alpe und die Kry- stalle von Rympfischweng bei Zermatt zu gelten haben.

Die meist vorzüglichen Beobachtungen an 18 rothbraunen Mussa-Krystallen erwiesen fast allgemein Winkel (M), welche von jenen der grünen Krystalle derselben Localität (iW) abweichen und sich gleichzeitig den Koks charo w'schen Berechnungen (B) mehr weniger anschliessen, wie es die folgende Vergleichung zeigt

Kante

G e m e s s (

i n

Gere

c h n e t

(W)

n \S(p)

(B)

(M)

(111:001)

37° 13' 52"

15

34

37°

13' 30"

37° 14' 31'

(111:110)

52 46 5

5

10

52

46 30

52 45 29

(111:100)

64 40 3b

8

16

64

40 30

64 39 50

(111 :331)

29 5 48

6

13

29

5 15

29 4 53

(331 : 001)

66 IT 35

8

18

66

18 30

66 19 24

(331 : 100)

49 38 43

3

5

49

38 45

49 38 24

(132:001)

40 20 0

23

51

40

20 30

40 21 44

(132 : 110)

73 11 30

1

2

73

11 0

73 9 53

0)

20; S(p) = 44.

Die beiden ersten Messungen mit ihren Gewichten geben combinirt

(111:001) = 37° 13' 53' (111 : 110) = 52 46 7

Von Rympfischweng bei Zermatt hatte ich nur 4 Krystalle zur Verfügung, von welchen einer keine genauen Messungen zu- liess. Während die Mittelwerthe aus allen Beobachtungen an die- sen Krystallen den Berechnungen Kokscharow's überhaupt ziem- lich nahe kommen, erwies das ausgezeichnetste Individuum eine

26

Z e p h a r o v i c h.

so auffallende Übereinstimmung mit den letzteren in fünf verschiede- nen Kanten (siehe folgende Tafel), dass ebenfalls für diese Krystalle vorläufig die obige Annahme gerechtfertigt sein dürfte.

Kaute

G e in e s s

e n

Gerechnet

Rympfischweng

n

S(p)

(B)

(111 : 110)

52° 46' 27"

2

3

52° 46' 30"

(111:101)

25 19 20

1

3

25 19 30

(111 : 331)

23 41 30

1

2

23 41 30

(132:001)

40 20 30

1

3

40 20 30

(132:131)

19 10 30

1

3

19 10 30

Aus den Messungen aus 3 Krystallen ergibt sich

Kante

Geness

; n

Gerechnet

Rympfisehweng-

n

«00

(J)

(111:001)

37° 13' 12'

4

7

37° 13' 30'

(111:110)

52 46 46

8

9

52 46 30

daher

(001:110)

89 59 58

und aus diesen beiden und der ersten in obiger Tafel folgt mit Rücksicht auf die Gewichte

(*)

(111:001) = 37° 13' 17"

13; £(» = 19.

(111:110) = 52 46 43

Die Resultate («) und (6) differiren in so geringem Grade, dass eine weitere Combination derselben erlaubt ist; demnach würde sieh für die braunen Mussa-K ry stall e und jene von Rympfi- sehweng ergeben :

(111 :001) = 37° 13' 42"j

(«)

(111 : 110) == 52 46 18

n = 33; S(p) = 63.

Mit etwas verschiedenen Dimensionen im Vergleiche der vor- erwähnten, sind die Krystalle vom Findelen-Gletscher bei Zermatt, von Pfitsch in Tirol und vom Vesuv ausgebildet, wie sich dies aus den vorliegenden Messungen ergibt, und dürfte für dieselben ein gleiches ParainetT-Verhältniss anzunehmen sein.

Krystallographische Studien über den Idokias.

27

Hinsichtlich der Grösse fallen die Winkel zwischen die aus (111 : 001) = 37° 13</3'(5) und = 37° T(C) (s. S. 30) be- rechneten.

Berechnet

Gemessen

Zermatt

n <(p^

Putsch

n

o>

Vesuv

n

</<)

(111:001) 37° 13</2 (ß) 37° 7 (C)

(111:110) 52° 46V3 (#) 52° 53 (C)

37° 12' 41"

52 47 7

4 6

4 6

37° 12' 39" 52 46 55

14

8

28 12

37° 12' 21"

52 47 29

8 19

8 19

89° 59' 48"

89° 59' 34"

89° 59' 5U"

Durch Combination der obigen Wert he mit Berücksichtigung der Gewichte erhält man:

Zermatt n

O)

Putsch

n

00

Vesuv

n

0>

(111:001) (111: HO)

37° 12' 48") 52 47 12 (

10

10

37°12'34") 52 47 2G j

22

40

370 12' 28") 52 47 32 )

27

27

welche Resultate sich so nahe stehen, dass eine weitere Combina- tion derselben gestattet ist. Demnach würde für die Krystalle vom Findelen-Gletscher bei Zermatt, von Pfitsch und vom Vesuv folgen

((111:001) = 37° 12' 34")) (IÜ) 1(111:110) = 52 47 26 ) j " = ' SW = ??

zufällig übereinstimmend mit den speciell für Ptitseh gefundenen Daten.

Bezüglich des Vertrauens, mit welchem die obigen Resultate aufzunehmen sind, ist zu beachten, dass weder für Zermatt, noch für Vesuv Messungen in solcher Anzahl angestellt Averden konnten, als bei den grösseren Unterschieden •), welche selbst die sichersten zeigten, wünschenswerth gewesen wäre. Es schien daher hier auch angezeigt bei Bestimmung des Mittels, die einzelnen Beobachtungen

i) Beobachtete Grenzweithe :

(111:001) '370 V 45 (p!3 - 37» 14 (p)3 37» 10' 20 (1) 37<> 15' 29(1) (111:110) 52 43 10(p)3— 52 58 45 (p)3 52 44 20(3) 52 55 16(1)

28

Z e p h a r o v i c h .

ohne Rücksicht auf deren Güte alle gleich anzusetzen. Auch der von Kokscharow an einem Vesuv-Krystalle beohachtete Winkel (110: 111) = 52°46'/ä' wurde ebenfalls mit dem Gewichte 1 in die Rechnung einbezogen.

Die Kryst. vom Findelen-Gletscher und vom Vesuv stehen sich überhaupt in vielen Beziehungen nahe; ihr meist dicht gedrängtos Erscheinen in Drusen und die häufige Einigung kleiner Individuen zu einem Grujtpenkrystall, so wie Verziehung und starke Parketü- rung der Flächen, haben grosse Abweichungen in den Winkeln zur Folge, oder machen viele Krystalle zu Messungen ungeeignet. So konnten unter 60 isolirten Krystallen nur 26 näher untersucht wer- den und zwar 18 vom Vesuv und 9 von Zermatt.

Weit günstiger sind die Krystalle von Pfitsch gestaltet, von welchen 5 kleine ausgezeichnete Individuen gute, wenig von einan- der abweichende Resultate gaben. Es folgen hier noch einige der besseren Messungen an Kryst. vom Vesuv, welche alle zwischen den aus 37 13«/8'(#) u. 37° T (C) berechneten Werthen liegen*).

Berechnet

G e in e s

s e u

S(mp)

■i(p)

n

*Ü0

(111:111)

50° 39' 50 31

(#)

(O

50° 32%'

2

4

(331 : HO)

23 41*/a 23 19

(#)

(C)

23 30

8

10

(132:001)

40 20% 40 14

(*)

(O

40 17

2

2

(132:100)

52 7 52 13

(£)

(C)

52 9i/8

5

10

(111:101)

25 191/a

25 I51/3

(*)

«?)

25 17*4

6

12

(131:001)

59 31 59 25

(C)

59 30

2

2

(131 : 100)

35 91/2 35 15

(B) (C)

35 I31/4

2

5

(151 : 100)

22 55 22 58

(*) (C)

22 571/3

3

4

*) Ebenso verhalten sich die Messungen an P f'i ts c h - Krystallen : (111:111) = SO« 37' 8" ni. (Sp)ll (331 : 110) = 23 36 52 3 4

(132:001) = 40 18 US Z 4.

Krystallographische Studien über den Idokras.

2<>

Hingegen verhalten sieh mit den obigen nicht übereinstimmend die folgenden Messungen (Vesuv)

Berechnet

Gerne

s s e n

n

«O)

(111 : 100) (111:331) (101 : 001) (101 : 100)

64° 401/,' (#j

29 51/4 28 I43/4 . 61 451/4

64° 40y12

29 41/4 28 i4% 61 45%

3

3

1

10

4

4

1

21

An 3 braunen Krystallen vom Monzoni-Berge im Fassa- Tliale ergaben approximative Messungen

Gemessen ' n S(p)

Combination der Messungen

(111:001) (111: 110) (111: 100) (tli:Tll)

37° 2' 28" 52 54 38 64 48 23 50 26 17

2

9

13

7

2

10. 13

8

37° 4' 55" 52 55 5 64 47 48 30 24 24

l n jli

■20

12 21

welche Werthe von den früheren bedeutend verschieden sind, aber noch fernerer Beobachtungen zur Bestätigung bedürfen.

Eben so scheint auch an den Krystallen von Eker in Nor- wegen (s. d.) nach den bisherigen ungenügenden Bestimmungen der Kante (001 : 111) ein kleinerer Werth als 37° 7 eigen zu sein.

Die folgende Tabelle enthalt behufs fortzusetzender Ermit- telung der an verschiedenen Idokras-Localitäten oder Gruppen von solchen, nicht identischen krystallographischen Constanten Be- rechnungen der wichtigsten Kantenwinkel aus den Abmessungen, wie sie sich nach meinen eigenen Beobachtungen (Z. Col. 1), jenen von Kupffer und Kokschar ow (K. Col. 2) und von Haidin- ger (M. Col. 3) ergeben. Bei ferneren Untersuchungen wäre demnach

Col. 1 für die grünen Mussa-Krystalle,

30

Z e p h a r o v i c h.

Col. 2 für die brauuen Krystalle von Mussa, jene von Rympfi- sehweng bei Zermatt und vom Ural,

Col. 2 u. 3 für die Krystalle vom Findelen- Gletscher bei Zer- matt, von Putsch und vom Vesuv und

Col. 3. für die braunen Krystalle von Monzoni in Tirol und jene von Eker in Norwegen zu vergleichen.

Winkel der Normalen berechnet

c: «=0-537541:1

c:«=0'537199:l

c:«=0-535104:l

z

A'1)

if2)

/(Hl) : c(OOi)

*37° 14' 31"

37° 13 ya'

*37° 7'

P m'(HO)

*52 45 29

52 461/a

52 S3

«'(100)

*64 39 50

64 40«/8

64 45

,I(iTi)

*50 40 20

*50 39

50 31

j»»(lli)

*74 29 2

74 27

74 14

a'(1.1.20):c(00i)

2 10 37

yaop /(Hl)

35 3 54

m'(HO)

87 49 23

-

a»(1.1.20)

3 4 41

/3'(1.1.10):c(001)

4 20 50

yi0p /(in)

32 53 41

m'(UO)

85 39 10

j32(l.T.10)

6 8 42

X'(119) : c(001)

4 49 41

%P :/(Ul)

32 24 50

:m'(UÖ)

85 10 19

X2(lT9)

6 49 25

7(118) : c(001)

5 25 42

%P /(i11)

31 48 49

m'(liO)

84 34 18

V2(1T8)

7 40 16

.._

-5(117) : c(001)

6 11 53

y7p /(iio)

31 2 38

m'(110)

83 48 7

§8(117)

8 45 25

') Berechnet aus Kupffer's Messungen von Koksclurow (Min. Russlands. Bd. 1, S. 117 120) zum Tlieil von Descloizeaux (Min. 1»Ü2, p. 278) und mir ver- vollständigt.

J) Die Berechnungen aus Haidinger's Messung (Molis, Charakteristik 1821). ent- nommen Brooke and Miller's Mineralogy 1852 (s. mi'i-li Dufrenoy's Miner III, 1886, p. 61Ä).

Krystallographisehe Studien über den Idokrns.

31

z

K

M

£'(116)

: o(001)

13' IS"

%p

P'(H1)

30 1 16

m'(HO)

82 46 45

£"(1T6)

10 11 54

S(H5)

: c(001)

8 38 42

V&P

/(Hl)

28 35 49

m'(ilO)

81 21 18

£"(115)

12 12 10

V(1H)

: t(001)

10 45 39

v*p

/(Hl)

26 28 52

m'(llO)

79 14 21

*'(ii4)

15 10 23

3(113)

: c(001)

14 13 10

14° 12%'

14° 10'

v*p

/(Hl)

23 1 21

23 %

22 57

ro'(HO)

75 46 50

75 47%

75 50

«'(100)

79 59 59

80 %

80 3

3"(H3)

20 0 18

19 S9«/8

19 55

t'(112)

: c(001)

20 48 42

20 48

20 44

W

/(Hl)

16 25 49

m'(HO)

69 11 18

69 12

69 12

«'(100)

75 26 58

75 27

75 31

t"(lT2)

29 6 4

29 5

28 59

x'(335)

: c(001)

24 31 7

%P

/(Hl)

12 43 24

»«'(HO)

65 28 53

x"(335)

34 7 42

X'(445)

: c(OOl)

31 18 22

%P

/(Hl)

5 56 9

m'(HO)

58 41 38

X"(445)

43 6 47

f/(885)

: r(OOl)

50 34 28

\P

/(Hl)

13 19 57

m'(HO)

39 25 32

«'(100)

56 53 35

f*"(885)

66 12 51

5'(221)

: c(OOl)

56 39 58

56 3!)

56 33

2P

:/(lll)

19 25 27

19 25 %

19 26

m'(HO)

33 .20 2

33 21

33 27

«'(100)

53 47 17

53 51

Ä"(221)

72 25 27

72 24%

72 19

f'(33i)

: f(001)

66 19 24

66 18i/2

66 41

3/*

/(Hl)

*29 4 53

29 S%

29 34

32

Z e p 1) a r o v i c h .

z

K

M

<(331) 6(221)

39' 26"

m'(UO)

23

40 36

23° 4iy3'

23° 19'

«'(100)

49

38 24

49 38%

49 41

<2(331)

80 28

43 11 15 36

80 42%

80 39

o'(iOl)

: f(001)

28 14%

28 9

Pco

«'(100)

61

44 24

61 451/4

61 51

m'(HO)

70

26 24

70 27

70 31

o4(011)

39

7 13

39 6

38 59

p'(iii)

25

20 10

25 19i/3

25 15%

v'( 1 02)

: c(00i)

15

2 38

%/><*>

o'(10l)

13

12 58

a'(lOO)

74

57 22

v*(012)

21

9 6

i'(H2)

14

33 2

£'(302)

: c(00i)

38

52 47

'

%Pe«

o'(10i)

10

37 11

«'(100)

51

7 13

£4(032)

52

41 55

»'(201)

: c(OOl)

47

4 20

47 3%

46 57

2Poo

o'(101)

18

48 44

18 49

18 48

o'(100)

42

55 40

42 56%

43 3

»4(021)

62

21 48

62 20

62 13

y(iii)

31

10 54

t:'(301)

: c(00i)

58

11 48

3P~

o'(lOl)

29

56 12

o'(100)

31

48 12

7T*(031)

73

52 30

■—

t/(747)

: c(0.01)

31

45 44

py4.

«'(100)

62

48 14

a4(010)

74

51 39

v2(747)

30

16 42

u 8(477)

15

55 20

p'(lll)

10

11 59

n (212)

: c(001)

31

0 20

n

ö'(lOO)

62

33 55

«4(010)

76

40 51

f(210)

58

59 40

»8(212)

26

38 18

«8(122)

18

45 0

p'(lll)

12

1 1

i'(U2)

12

53 3

,

Krystallographische Studien über den Idokras.

33

Z

K

M

f(423) : c'(0ül)

38°

42' 21"

4/3/>2 «'(100)

So

SO 32

«4(010)

73

4S 38

f(210)

51

17 39

*a(423)

32

28 44

J8(243)

22

48 37

/(Hl)

11

24 18

11°

22' 23"

«'(212)

7

42 1

t'(211) : c(001)

SO

14 27

50° 13%'

50

7

2P2 «'(100)

46

33 40

46 34 «/3

46

40

«4(010)

69

53 31

69

56

f (210)

39

45 33

39 46 ! :,

39

53

m'(HO)

43

10 23

43 11

,2(211)

40

12 57

40 12y4

40

6

«8(121)

28

8 20

28 7%

28

5

s*(l21)

93

39 14

/(Hl)

18

6 10

18 6

-.2(112)

46

49 37

o*(011)

43

26 20

»'(212)

19

14 7

Z'(423)

11

32 6

d'(42i) : c(OOi)

67

24 49

67 24

67

20

4P2 «'(100)

34

19 40

34 20

34

24

«4(010)

6S

36 44

65 37

65

38

f(210)

22

35 11

22

40

m'(HO)

28

50 45

28 51

f/°-(421)

48

46 33

48 46

48

44

^8(241)

33

57 8

33 57

33

56

&'(22i)

19

27 37

«'(331)

16

58 34

«4(021)

SS

40 20

«'(211)

17

10 22

j8(121)

3S

33 51

w'(737) : o(001)

30

19 13

P% «'(ioo)

62

21 13

«4(010)

78

31 46

oj2(737)

22

56 28

oj8(377)

21

36 46

/(Hl)

13

51 56

5(113)

17

50 30

-

o'(101)

11

28 14

(«'2 12)

1

50 55

-r IV RJ I A

Ml,

3

34

Zepharovich.

z

K

M

«'(833) : c(001)

56° SO' SO"

%P% «'(100)

38 22 48

rt*(010)

72 54 16

■*■

«-(833)

34 11 28

2S(383)

40 32 22

/(Hl)

26 17 2

-

O*(011)

51 37 12

s'(211)

8 10 52

p'(319) : ^(001)

10 41 44

i/3P3 «'(100)

79 51 34

«4(010)

86 38 8

«'(310)

79 18 16

p*(319)

6 43 44

Ps(i39)

9 31 18

*'(315) : c(001)

18 46 36

%PB «'(100)

72 13 12

«4(010)

84 9 28

Ä'(310)

71 13 24

(72(315)

11 41 4

ff8(13S)

16 33 10

t'(629) : c(001)

20 41 38

%P3 «'(100)

70 24 46

'

«4(010)

83 35 2

«'(310)

69 18 22

t2(629)

12 49 56

t8(269)

18 Xi 8

a;'(313) : c(001)

29 32 12

29° 31 V

P3 «'(100)

62 6 58

62 8

«4(010)

81 1 53

81 2

--

«'(310)

60 27 48

a-2(3T3)

17 56 14

17 55%

a;8(133)

25 28 24

25 27%

p'(lll)

16 22 3

5'(113)

17 53 1

o'(101)

8 58 7

oj'(737)

2 30 7

«'(212)

4 21 2

»'(312) : c(001)

40 21 44

40 20' ,3

40° 14'

3/.P3 «'(100)

52 5 35

52 7

52 13

«4(010)

78 10 57

78 11

78 13

//(310)

49 38 16

?«'(110)

54 36 9

Krystallograpliische Studien üher den Idokras.

35

z

K

M

«'(312) : w-(UO)

73

9 53

73° 11'

/H3T2)

23

38 6

23 38

23° 34'

2*8(132)

33

40 15

33 39 ' '.,

33 35

/(11t)

*16

50 7

16 49 */4

16 47Va

3(113)

28

14 53

.'(ii2)

23

21 23

t2(112)

35

23 51

o'(101)

13

50 15

v 4(0 12)

37

54 26

£'(302)

11

49 3

m'(212)

10

28 20

«'(■737)

10

24 23

•r'(313)

10

49 32

/'(423)

5

25 49

,'(211)

11

25 46

s'(3ii) : c(001)

39

31 56

59 31

59 25

3P3 «'(100)

35

8 47

35 9y3

35 15

ö*(010)

74

11 0

74 11

74 12

A'(310)

30

28 4

m'(110)

39

33 48

39 35

m8(110)

67

19 40

«2(311)

31

38 1

31 37 Vi

31 36

«8(131 )

43

20 40

45 2014

45 15

/(Hl)

29

31 3

29 31

29 30

^(111)

50

26 12

ö'(22i)

22

40 20

«'(331)

24

32 36

-

o*(011)

34

51 13

o'(833)

3

14 1

2(211)

11

24 53

11 25

o"(421)

10

43 3

-

t'(312)

19

10 12

19 10 1/4

»2(312)

33

36 5

,t'(313)

29

59 44

Ä'(61, 20, 20) :

c(001)

59 531/4

F-(6i, 20,20)

31 16 1/4

£8(20,61,20)

45 59 %

«'(311)

0 26%

s*(3Ti)

31 27i/3

y'(411) : c(001)

65

42 56

65 42

65 37

4P4 «'(100)

27

50 5

27 51

27 55

36

Zepharovich,

z

K 1

M

2/'(4il) :rt4(010)

77°

13' 40"

77°

14'

77° 14'

4P4 2/2(4H)

25

32 40

25

32

2/8(141)

55

56 6

55

56

/(Hl)

36

49 45

o*(01i)

62

9 55

s'(3U)

7

18 42

d'(421)

11

36 57

»'(511) : c(001)

69

57 22

69

57

69 53

5P5 a'(lOO)

22

53 59

22

55

22 58

«4(010)

79

23 0

79

23

79 23

»2(511)

21

14 0

21

14

21 14

»8(151)

62

48 44

/(llf)

41

45 51

«'(331)

31

24 22

o4(011)

67

6 1

2/'(4U)

4

56 6

s'(311)

12

14 48

d'(421)

14

25 48

w'(711) : c(OOi)

75

15 36

7P7 o'(iOO)

16

47 23

«H010)

82

8 21

«?2(71i)

15

43 7

w8(171)

70

56 14

p'(lli)

47

52 27

o*(0U)

73

12 37

»'(511)

6

6 36

s'(311)

18

21 24

m'(HO) : «'(100)

45°

0' 0"

OOP w?2(lT0)

90

0 0

?'(530) : ö'(IOO)

30

57 50

~P% „/(HO)

14

2 10

y3(530)

61

55 40

?«(350)

28

4 20

f(740) : «'(100)

29

44 42

ooP% ro'(UO)

15

15 18

•^(740)

59

29 24.

4*s(470)

30

30 36

f (210) : «'(100)

26

33 54

col'Z Wi'(HO)

18

26 6

/*(210)

53

7 48

/■8(120)

36

52 12

Krystallogrnphische Studien über den Idokras.

37

Z j K

M

Ä'(310) : ö'(100) ~P3 ra'(liO)

A2(3T0) A8(130)

18° 2G' 6" 26 33 54 36 52 12 53 7 48

Für die Grundpyramide des Idokras finden wir, nach Ergän- zung der mitgetheilten Angaben durch einige von älterem Datum folgende Winkel verzeichnet:

Fundort

(111 : 001)

R. de l'Isle

Kristallographie 1783, II. p. 292

Vesuv

Contact - Goniometer 35° - -

R. J. H a u y,

Mineralogie, 1801,11. p. 416.

Vesuv (?)

37° 6" -

Fr. Mobs,

Charakteristik 1821 Mi- neralogie 1839 ....

Reflexions-Goniomet. 37° 7'

W. Philipps, Mineralogy, 1823

37° 12'

A. Kupffer, Preisschrift, 1823, p. 95. .

Piemont

37° 13' 28"

Wilui

36° 40' 36°

C. Naumann,

37° 5' 15"

N. v. Kokscharow, Mineralogie Russlands, 1853, p. 130

Poljakowsk >Ural Achmatowsk j Piemont Vesuv

37° 13' 50"

oder 37° 13' 28°

V. v. Zepharovich. . .

Mussa, grüne Var.

37° 14' 31°

Mussa, braune Var. Rympfischweng bei Zermatt

37° 13' 42"

Findelen -Gletscher bei

Zermatt Pfitsch Vesuv

37° 12' 34°

Monzoni, Fassathai, braune Var.

?37° 4' 55°

Eker, Norwegen

?37° 3'

38

Z e p h a r o v i c h.

Hauy und Philipps haben noch folgende Kanfenwiukel an- gegeben:

Hauy

Philipps

berechnet

gemessen

3(113)

: c(001)

14° 9'

13° 54'

irfili)

22 57

6(221)

: c(OOi)

55 30

<(331)

: c(OOl)

66 30

o(101)

: a(lOO)

61 52

:p(lli)

25 15

2(211)

: «(100)

46 42

41 30

:K1H)

18 3

i(312)

: c(OOl)

39 48

: «(100)

51 55

«(311)

: «(100)

35 16

34 55

2/(411)

: «(100)

27 57

:*(!!!)

36 48

II. Besonderer Theil.

Die Idokras-Krystalle nach ihren Fundorten *).

Neapel 3).

Die von Einigen speciell Vesuvian3) genannten Id. -Varietäten stammen nebst mannigfachen anderen Mineralien aus losen Blöcken, den „Auswürflingen der Somma", welche in und auf den Trachyt- Tuffen am äusseren Abhänge der Somma am Vesuv lagern4).

*) In den Ländern: Neapel, Toscana, Piemont, Schweiz, Tirol, Banat, Ungarn, Salzburg', Mahren, Böhmen, Sachsen, Baiern, Hessen, Preussen, Spanien, Frankreich, Irland, Schottland, Norwegen, Schweden, Russland und in Nordamerika.

2) J. Roth. Der Vesuv und die Umgebung von Neapel. Berlin 1837, S. XXXIV ff.

3) Der auch im Allgemeinen übliche Name wurde zuerst von Werner, dem vor ibm als vulcanischen Hyazinth (die braunen Var.), Chrysolith (grün, oder gelblich, durchscheinend) oder Schörl (grün) beschriebenen Minerale ertheilt. (In älterer Zeit nannte man auch so Kirvan den Leuzit, Vesuvian). Hauy wählte 1S01 den Namen Idokras, für das nun auch vom Wilui gebrachte Mineral.

4) Schon de l'lsle war über Localität und Vorkommen des Id. wohl unterrichtet; er schreibt in seiner Cristnllogr ITS'.i, 2. ed. II, p. 200: „Elles les hyacinthes du

Krystallographische Studien über den Idokras. 39

Diese Tuffe reichen hier bis zu etwa 1900 Fuss über das Meer, bis zur Eremitage hinauf; aus ihnen erhebt sich mit ihren dunklen Leucitgesteinen die Somma, den eigentlichen Vesuvkegel als wall- artiges Segment umfassend.

Die häufig Drusenräume umschliessenden Auswürflingsblöcke bestehen entweder aus mehr weniger dolomitischen, krystallinisch- körnigen Kalken oder aus Gemengen krystallisirter Silicate. Für die Kalkblöcke mit krystallisirten Silicaten und jene Silicatblöcke, welche Idokras und andere kalkreiche Silicate enthalten, dürfte die Annahme am wahrscheinlichsten sein, dass sie beim Durchbruche feurig-flüssiger Gesteine durch Apenninenkalk an den Berührungs- stellen durch Zusammenschmelzen gebildet und später mit empor- gerissen wurden. Als gleichzeitig ausgeschleuderte Schollen des durchbrochenen und veränderten 'Apenninenkalkes wären dann die nur aus Kalk bestehenden Blöcke zu betrachten. Die Kalkmassen sind nicht selten rundlich aber doch nicht glatt genug, um sie als Geschiebe betrachten zu dürfen; auch können sie nicht aus den Laven der Somma ausgewittert sein, da sie nicht in oder zwischen solchen, sondern in den Tuffen vorkommen. Hingegen sprechen für ihre Auf- fassung als einzelne Auswürflinge, ähnlich vulcanischen Bomben, die oft an ihrer Aussenfläche haftenden Augite.

Andere Silicatblöcke als die früher erwähnten lassen sich auf Trachyte oder Augitophyre mit grösser als gewöhnlich entwickelten Cemengtheilen beziehen; zu den ersteren, zu welchen auch die Silicatblöcke der phlegräischen Felder gehören, sind die bisweilen granitähnlichen, stets quarzfreien Gemenge aus Sanidin, Amphibol und Augit, oft mit Nephelin, Sodalith, Glimmer und Magnetit zu rechnen; zu den letzteren, jene, welche aus Olivin, Augit und Glimmer zusammengesetzt sind.

Die in den vorstehenden Zeilen nach I. Both vorgetragene Ansicht über die Bildung der Contactminerale in den Sommablöcken,

Vesuve ne sont point un produit du feu des volcans, .... elles faisaient partie des l-oches primitives du second ordre, qui se sont trouvees dans la spbere d'acti- vite du foyer voleanique; c'est ä l'epoque des premieres et des plus anciennes ex- plosions, qne les volcans les ont rejetees. Aussi le Vesuve n'offre-t-il de ees sub- stances que dans les laves de la Somma, ou eta.it Fanden cratere de ce volcan; et c'est en vain qu'on espeierait en rencontrer aus environs du cratere actuel, ou Ton ne voit que des matieres tres-denaturees par le feu." Vergl. auch Mobs, v. d. Null's Min. Cab. 1804, S. 73.

40 *• e 1' '' ilrov ' c h.

ist die der ultra-plutonischen Schule, wälirend die neuere chemische Geologie bekanntlich in der kristallinischen Beschaffenheit der Kalksteine und deren Reichthum an Silicaten in der Nachbarschaft eruptiver Massen, die Wirkung erhitzten Wassers und Dampfes für deren Aufsteigen eben an den Berührungsstellen verschiedener Gesteine die Wege vorhanden waren sieht. Von diesem Stand- punkte aus äussert sich Prof. K. Peters1) über die Genesis der Somma-Minerale in folgender Weise : „Was nun die Vesuvblöcke anbelangt, welche dem Plutonismus bei Beurtheilung der Contact- Mineralien eine so wichtige Stütze darboten, so möchte ich die Ar- gumentation (der Plutonisten) jetzt umkehren und sagen: Weil die Contactgemenge zwischen Syenit und Kalkstein auf dem Wege feuriger Schmelzung nicht entstanden sein können und kein echtes Feuergestein (Trachyt, Dolerit), wo es Kalksteingebirge durchsetzt, von dergleichen Gemengen begleitet ist, so sind auch die Vesuv- blöcke in ihrem gegenwärtigen mineralreichen Bestände nicht aus einer Zusammenschmelzung desApenninenkalksteines mit den alten Laven im Schlotte des Vulcans hervorgegangen, sondern sie sind Trümmer eines alten Contactgebildes, welches in der_Region der gespannten Wasserdämpfe im festen Kalksteingebirge entstand und wahrscheinlich erst später in den Bereich des Lavaschlottes gerieth. Es ist sogar sehr fraglich, ob eine in den Kalkstein injicirte Lava (Leucitophyr oder Augitophyr) oder eine andere ältere Fels- art das Materiale dazu geliefert hat. Da wir im Banat und bei Rez- bänya Syenite kennen gelernt haben, welche (im Kalkstein analoge Contacterscheinungen veranlassend) dem Alter nach der letzten dritten Gruppe von Eruptivgesteinen angehören, nicht älter, viel- leicht sogar jünger sind als der Grünsteintrachyt, so wäre es selbst denkbar, dass dieselben vulcanischen Massen des Vesuvherdes, welche an der Atmosphäre zu Augitophyr und Leucitophyr erstarrt sind, in der Region des gepressten Wasserdampfes, innerhalb des Apenninenkalksteines, sich zu granitartigen Gesteinen ausbilden und als solche die Entstehung der Contactgebilde bedingen mussten."

*) Die Contactgebilde im Kalksteingebirge und der gegenwärtige Stand der ehem. (ieologie. (Schriften des Vereines zur Verbreitung naturwissenschaftl. Kenntnisse in Wien. 1801.)

Rrystallographische Stadien über den Idokras. 4-1

Kry stalle von der Somrna. Unter den Mineralien der Somma-Auswiirflinge ist der von hier zuerst bekannt gewordene Id. durch Grösse1) oder Flächein eichthum seiner Kryst. besonders aus- gezeichnet. Bei gewöhnlich dunkler Färbung grünlich- oder roth- braun, bräunlich-, röthlich- oder gelblich-grün und meist gerin- gen Graden von Pellucidität, besitzen die Flächen vorzüglich der kleineren Individuen häufig einen so hohen Grad von Ebenheit und Glanz, dass sie zu den besten Erwartungen am Goniometer berech- tigen. Aber die Schälte und Übereinstimmung der Messungen lässt meist viel zu wünschen übrig; mehrfache Fadenkreuze werden von den anscheinend ebensten Flächen gespiegelt und an einzelnen Kry- stallen weichen die gleichnamigen Kanten oft nicht unbeträchtlich von einander ab, insbesondere wo die Kryst. mit anderen in den Drusenräumen zusammentreffen. In denselben ist dichtes Gedrängt- sein verschiedener individualisirter Minerale ganz bezeichnend für den Fundort; häufig sind die Id. dadurch in ihrer Ausbildung gestört und auch unter sich regellos oder in paralleler Stellung verwachsen. Aggregate letzterer Art, wie die in Fig. 10 und 11 dargestellten, konnten bei weiterer Entwicklung, wenn die einzelnen Individuen noch mehr zurücktreten, einen scheinbar einfachen Gesammtkrystall ergeben, an dem die geknickten oder verzogenen Flächen noch auf die Zusammensetzung hinweisen. Nicht aber ausnahmslos wird ein solcher Schluss statthaft sein, da mancherlei Verhältnisse und Einflüsse während der Krystallbildung sich in ähnlichen Resultaten äussern mögen. Nachweisbar an mir vorliegenden Exemplaren haben fremd- artige Einschlüsse, wie von Glimmerblättchen, Gruppen von Augit- säulchen oder Sodalithköi neben, ein Individuum beim Fortwachsen

!) Die grössten Krystalle, gut ausgebildete Säulen mit .vorwaltender Endfläche errei- chen 30 Millim. Höhe und 40 Millim. Breite ; an einem Bruchstücke wurden selbst CO Millim. Höhe und 40 Millim. Breite gemessen. Gewöhnlich sind die Vesuvian- Kryst. 10 15 Millim. hoch und 4 6 Millim. breit. Monticelli und Corelli, miner. vesuviana. Napoli 1825, p. 243. In den ungemein reichen Vesuv-Schiänken des Universitäts-Museums in Neapel zeigte mir Prof. S c acch i u.a. auch pracht- volle Idokrase. An einem unvollkommenen Kr. schwarz von Orthoklas und Am- phibol durchdrungen (001) . (110), konnte ich HO Millim. Höhe und 31 Millim. Breite messen. Ein anderer, ein schwarzbrauner kurzsäuliger Kr. gab 24 u. 45 Mm.; in seiner Gestalt, mit den vorherrschenden (001) u. (Hl») und den sehr untergeord- neten (111), (100) u. (120), erinnert derselbe an die Kr. von Egg in Norwegen.

42 Z e p h ar o'v i c h.

in einzelne sich selbstständig entwickelnde Theile getrennt oder schliesslich bei dem Streben dieselben zu überdecken , Verzerrun- gen der Flächen bewirkt.

An Somma-Krystallen, welche theils säulig, theils tafelig und nur zuweilen an beiden Enden ausgebildet erscheinen, wurden Flä- chen der folgenden Formen beobachtet: ((001), (H3), (112), (111), (221), (331), (101), (302), (201), (301),

\ OP, y3P. %P, P, 2P, 'SP, Poo, %Poo, 2Pce, 3Poo,

((243), (121), (241), (132), (131), (151), (HO), (120), (130), (100). ( %P2, 2P2, 4P2, %P3, 3P3, 5PS, o=P, <n>P2. ccP3, <x»P~.

Von diesen sind (302) und (301) neu . (243) wurde von Hessen berg1) aufgefunden. Die bereits bekannte (201) habe ich nur anSomma-Kryst. und (151) ausserdem nur an einem Kryst. von Egg in Norwegen beobachtet.

Die Fig. 1 11 stellen einige der einfachsten und complicir- teren Combinationen dar 3).

Eine Abbildung, entworfen nach einem kleinen Kryst. desselben Fundortes im Joanneum zu Graz, gab Haidinger in seiner Mine- ralogie 1845, Fig. 314, S. 214. In derselben wurden die früher s) mit 4P und 4P4 bezeichneten Formen nach den Beobachtungen G. Rose's als 3P und oPo berichtigt. Letzterer hatte wie Hai- dinger damals auf einer Skizze des erwähnten Kryst. bemerkte 4P4 niemals, dafür aber häufig 5 Po beobachtet. Ich selbst kann letzteres vollkommen bestätigen; 5 Po habe ich an mehreren Kryst. von der Somma, die zuerst von Hauy beobachtete 4P4 hingegen

i) Mineral. Notizen Nr. 2. Abhdlg. d. Senk. natf. Ges. zu Frankfurt a. M. Bd. II.

2) Vergl. auch Fig. 47 n. 48. Ich habe, wenn es nicht besonders wünschens- wert!) schien, vermieden bereits vorliegende Krystallzeichnungen wieder abbilden zu lassen. Zeichnungen von Somma-Kryst. entbiilt R. de l'lsle Cryst. II. Taf. IV. Fig. 23, 20, 123, 124, 125, 127, 128; Levy, Atlas, XXXIII, Fig. 2, 4, G, 8, XXXIV, Fig. 12. 13, 18—21; Presl, Atlas, VIII, Fig. 286, 291, 292, 294, 300, 302; D u- frenoy, Atlas Tal'. 131, Fi-. 36, 37, 40. 41, 4(i. (Dir Fig. 36 u. 37 „une var. de crislaux trcs frequente ; on en connait du l'ie'monl , de Siberie, du Tirol ei <lu Vesuve« mit (00i)P, und (101)e* am Säulenende, statt (ooi) und (III): die Ver- wechslung1 scheint auf der Annahme zu beruhen, dass an den Krysl. stets (HQ)M, breiter als (100)A* sei) u. Desc I oizeaux, Atlas, XVIII. Fig. 103.

•*) In den Werken von Mobs 1824 und 1839. Diese Fig. ist unverändert, auch nach Haidinge r1s Berichtigung in die Mineralogien von Brooke u. Miller I852s Dana IS.'i.'i uml Des cl oizeaux I862 übergegangen,

Kryslallographische Studien über den Idokras. 4-3

nur an einem Kryst. von der Mussa-Alpe angetroffen, wornach letz- tere Form zu den seltensten zu rechnen ist. Die Pyramide 4P dürfte aber vorläufig-, da keine Messungen für dieselbe vorliegen, aus der Reihe der Krystallformen des Idokrases ganz zu streichen sein (s. S. 12).

Die Ähnlichkeit in den Gestalten der einfacheren Combinationen in ihrer Einigungsart und in den Kantenwinkeln (s. S. 27 u. 28), welche an den Kr. vom Vesuv und jenen vom Findelen-Gletscher bei Zermatt bemerkbar ist, lässt sich auch weiter in der Beschaffenheit ihrer Flächen verfolgen. Auch hier sind vollkommen ebene Flächen nicht seilen, und geben meist nur die in den Combinationen vor- waltenden (001) und (111) Parkettirung oder Riefung zu erkennen, übereinstimmend mit den an den Zermalter Krystallen beschriebe- nen (vergl. Fig. 10 u. 11, 50 u. öl). Als bezeichnend für die übri- gens durch ihre Begleiter hinreichend kenntlichen Vesuv -Krystalle dürfte sich vielleicht auch nach weiterer Vergleichung bervorheben lassen, dass an denselben die Lamellen auf (001) nicht selten krummlinig, gewellt, zuweilen auch fast kreisrund begrenzt sind, wobei sich der Mittelpunkt der concentrischen, durch schichten- förmigen Aufbau bedingten Linien, meist in einer Ecke oder Kante der Endfläche befindet (Fig. 11). Die früher erwähnten Einknickun- gen, so wie blasenartige Erhebungen, gelangen auf dieser Fläche vorzugsweise zur Erscheinung. Die Prismen sind zart vertical und gewöhnlich (100) und die achtseitigen in weiteren Abständen als (HO), gerieft.

Manche Krystalle zeigen bei starker Vergrösserung auf sämmt- lichen Flächen sehr feine Poren, wie von Messerspitzen herrührend; grössere narbige Unterbrechungen der Oberfläche werden oft durch balbumschlossene und später wieder zerstörte oder herausgefallene Minerale veranlasst.

Die Liste der die Jdokras-Krystalle in den Drusenräumen be- gleitenden Minerale ist eine zahlreiche. Ich füge den Angaben über diese *) einige Notizen bei.

Amphibol OP. P. ooP. und Augit P. P. Poo. ooP. ooPoo. (ooPbo), grüne bis schwarze, oft sehr nette Kryställchen. Calcit,

!) Monticelli u Covelli, I. c; Roth, I.e.; L e v y, Deseriut. d'uue collection, 1838.

44 Z e [i li a r o v i c h.

weiss, blaulich- oder graulich weiss t). Fluorit, wasserhell, in Oktae- dern und späthigen Partien. Glimmer (Magnesiaglimmer, Biotit und Phlogopit) Täfelchen von verschiedener, meist dunkelgrüner Farbe. Granat braun, gelblichroth; ooO, ooO. 202, und gehäufte Körnchen. Hauyn. Humit. Magnetit. Mejonit. Ne- phelin. Olivin. Orthoklas (Eisspath), flächenreiche Kryställ- chen : OP. Poo. 2Poo. ooP. (ooP3). (00P00). Phillipsit. Pleonast. Sodalith, wasserhelle ooO, ooO. 202; körnige Aggre- gate. — Wollastonit. Von diesen findet man ganz oder theilweise von Id. -Kr. umschlossen: Amphibol, Augit, Calcit, Glimmer, Granat, Sodalith und Magnetit.

Die mikroskopischen Untersuchungen Sorby's der Somma- Minerale, Idokras, Calcit, Nephelin, Amphibol und Eisspath erwiesen in denselben Hohlräume, welche er ihrem Inhalte nach als „fluid-, gas- und glass-cavities" unterscheidet, und welche ihn in ihrem Zusammen- vorkommen zu dem Schlüsse führen: „that the peculiar minerals, characteristic to the hlocks ejected from Vesuvius, were formed at a dull red heat, under a pressure equal to several thousand feet of rock, when water, containing a large quantity of alkaline salts in Solution, was present along with melted rock and various gases and vapours2)". Die oben genannten Minerale enthielten alle „Fluid - Cavities", Nephelin und Eisspath, ausserdem auch „Gas- und Glass-Cavities". Die Flüssigkeit in den häufigen Höhlungen des Id. ist überreich an Krystallen; nach der Ähnlichkeit mit jenen in den Fluid-Cavities, im Calcit und Nephelin sind es z. Th. Würfel des Chlorkalium und Chlornatrium. Die durch Contraction der Flüssigkeit in derselben ge- bildeten Blasenräume erweisen durch ihre Grösse sie erreichen bis ein Drittel des Hohlraumes dass bei der Krystallbildung eine Temperatur von 38° C, Rothglühhitze, geherrscht habe.

Die Mannigfaltigkeit der Erscheinungsweise der Somma-Id. wird noch erhöht durch die Verschiedenheit der Unterlage, auf

!) Der blauliche Calcit der Sommablöcke enthält nach Bischof organische Substanzen (ehem. Geol. II. 1031). Roth fand solchen nach der Formel CaO.C08+MgO.HO also entsprechend dem Pencatit von Predazzo zusammengesetzt. (Zeitschrift der deutsch, geol. Ges. III, 18Si, S. 142.)

2) Sorby, on the microsc. strueture ot crystals, indicat. the origin ofmin. and rocks, Quart. Journ. geol. soc. XIV, 185.S, 482; s. Tat'. Will. Fig. TS. 79, 1)2, IKJ.

Krystallographische Studien über den Idokras. 4-i)

welcher sie nebst vielartigen Begleitern sich entwickelten. Es sind theils körnige Kalksteine, theils krystallinisch-körnige Gemenge von Silicaten, vorwaltend ausAugit, Granat, Glimmer, Id., Olivin undSoda- lith in wechselnden Verhältnissen bestehend, welche die krystall- reichen Hohlräume enthalten. An den Wandungen derselben bemerkt man in den Kalkblöcken häutig späthigen Calcit von weisser, bläu- lich- oder graulichweisser Farbe; zuweilen erscheint auch weisser Calcit von blauem durchadert also auch hier die an anderen hlokras-Localitäten bekannte eigentümliche Färbung des Calcites. Auf der körnigen oder lamellaren Calcit - Unterlage haben sich hin und wider kleine Calcit- Rhomboeder ausgebildet. In einem Drusenraume fand ich an Exemplaren im Wiener k. k. Mineralien- Cabinet sämmtliche Kryst., Id., Amphibol und Glimmer mit einer äusserst dünnen, schimmernden weissen Kruste von jüngerem Calcit überdeckt. Eigentümlich zeigten sich an einem anderen Stücke kleine halbkugelige oder geflossene Gestalten von weissem, mattem Calcit, auf Id. -Kryst. hie und da gleichsam wie aufgeträuft; die Unterlage bildet körniger Kalk mit reichlich eingemengtem Glimmer, wie dies so häufig vorkommt.

Cooibinationen und Kantenwinkel, beobachtet an einigen Krystallen von der Summa.

Fig. 1, 2 und 3. Einfache Combinationen mit Flächen von

c(001),i»(lll), o(10i), w(110), /"(120), «(100),

an welchen oft ganz schmal noch (331) und (131) erscheinen. Zuweilen ist (001) noch mehr als in Fig. 1 ausgedehnt bis zum völligen Verschwinden von (Hl).

Fig. 4. c(001). $(l\Z).p(\il).b(22l).t(331). o(101). <121).;(132).s(131).™(110)./(120).rt(100).

Gemessen Gew. Gemessen Gew.

pirrn 52° 42' .... (2) ;?/«4 = 34° 30' (3)

t^mk = 23 i0\'2 .... (2) />4 = 18 20 (2)

Fig. 5. c(001) . 3(113} -Kill). *(221)- *(331). o(101). t(132).s(131).u(151).m(110)./(120).4100).

46 Zepharovic h.

Gemessen Gew. Gemessen Gew.

pzPi = 50° 36 y3' . . . . (3) pa4 = 64-47%' (2)

p20l = 25 20i/2 .... (2) p434 = 22 -28i. 4 (2)

Pi0i = 25 16y3 . . . (2) «'«4 = 61 46 (3)

Pkmk = 52 50 .... (2) ?>4 = 52 «2% (2)

Fig. 6. c(001) . .5(113) . j»(lll).-f(331).o(101).€(302). 7t(301).2*(132).s(131).rf(241).m(110)./(120).«(100).

Gemessen Gew. Gemessen Gew.

oza% = 61° 46' .... (2) «,o == 90° 13' (1)

ozc = 28 Uy2 .... (1) ö4e = 89 47 (1)

90 ys 180 -

Die neuen Flächen £ = a/zPoo und ?r = 3jPoo äusserst schmal, rc überdies gekrümmt; als Mittel aus je drei sehr approximativen Messungen ergab sich ^«j =51 49' und ^aj =31 441/3'.

Bemerkenswerth ist, dass die ot mit der sonst nicht mehr beobachteten Zuschärfung ihrer Kante gegen c, äusserst verzogen gleichsam unfertig und mit abnormer Neigung gegen c und a erscheint. Ich fand nämlich

ox c = 24° 41 ' oi ai = 64 46

89° 27'

Fig. 7. Idealisirtes Bild der Combination Fig. 5, welche so wie die Fig. 2, 3 und 4 nach tafelartigen Krystallen im Wiener Mineraliencabinet entworfen sind.

F.g. 8. c(001) . 5(113) . p(lll) . *(331) . o(101) . «(201). 4241)./(132).s(131).v(t51).w(110)./(120).«(100).

Sehr glattflächiges Krystallfragment erhalten von Dr. Krantz.

Gemessen Gew. - Gemessen Gew.

Pi c = 37° 9' . •. . . (2) «, i\ = 14° 29' .... («)

M, c = 47 1 . . . . («) M] ${ = 19 4 .... (a)

m, «i =42 56 .... (I) t<8c =69 48i3 . . . . (fl)

Mj ot = 18 22</3 ... (1) t>8t>7 = 21 34 .... (1)

,/, s, = 10° 45* .... (o).

Fig. 9. c(00i).p(Hi).o(i01) . m(201)./(243) . z(121). rf(241).i(l32).s(131).w(i81).w(100)./(120).a(100).

Krystallographische Studien über den Nokias.

47

Hesse nberg, dessen trefflichen mineralogischen Notizen (Nr. 2, 1. c.) diese Zeichnung entlehnt ist, fand an den neuen, vor- züglich spiegelnden Flächen von l = */3P2.

lp =, 11° 20'.

Neben dem Idokras Hess sich im Gesteine und in dessen Hohl- räumen noch unterscheiden: Sodalith, Nephelin, Granat, Diopsid und Hornblende.

IHittelwerthc aus allen Hessnn;

jen an Rrystallen

Ton der .

"ioinnui.

W i u k e 1 de r Norm

a 1 e n

n

S(P)

/(Hl) : c(00i)

37° 12','

8

8

»j'(HO)

52 471',

19

19

p*(iil)

50 32%

2

4

«'(100)

60 40

3

4

3'(H3) : r(00i)

14 16

3

a

/(Hl)

22 59i/o

8

5

S'(221) : m'(HO)

33 18 ya

2

a

*'(331)

9 34

2

2

<(331):m'(110)

23 30

8

10

/(Hl)

29 4y4

3

4

f(210)

26 2%

«

o'(lOi) : c(001)

28 141/,

1

«'(100)

61 45V2

10

21

03(101)

56 303/4

1

/(Hl)

25 171/.

6

12

£'(302) : «'(100)

51 49

a

w'(201) : c'(OOl)

47 1

«

«'(100)

42 56i/.,

1

o'(lOl)

18 35

1

/(Hl)

31 . 914

2

m'(HO)

59 3

1

-'(301) : «'(100)

31 441 '3

a

2(211) :m'(H0)

43 8%

1

d'(421):t>(001)

67 19

«

f(210)

22 40

«

«'(100)

34 29

«

///(HO)

28 37

2

/(Hl)

33 3

«

<(331)

16 59

2

s'(311)

10 42

3

»'(511)

14 27

1

48

Z e i> h a r o v i c h.

Winkel der Nor in

a 1 e o

n

S(v)

t*(312) : c(00i)

40° 17'

2

2

ö'(iOO)

52 9%

5

10

^(3l2)

23 32y3

1

1

^(1 32)

33 32" 4

1

3

j»'(lli)

16 45%

4

8

*'(331)

33 17

1

2

m'(110)

54 32

2

2

o'(iOi)

15 46

1

2

w'(201)

14 23

2

2

,'(211)

11 20 i/a

1

1

s'(311):c(001)

59 30

2

2

a'(lOO)

35 13i/4

2

5

/(Hl)

29 32 1/3

2

2

jȊ(lll)

50 22

1

2

m'(HO)

39 43%

2

2

«'(201)

19 11

3

1

?'(312)

19 13

2

3

t/(511) : c (001)

69 48i/3

1

a

a' (100)

22 571/3

3

4

»3(511)

21 34

1

1

/(Hl)

41 43

3

«

«'(331)

31 23

1

2

f(210) :«'(100)

26 32

9

12

m'(110)

18 31 1/3

6

8

a'100:c(100)

90 5

5

5

?n'(110)

44 59ii ,'18

14

18

Das spec. Gewicht fand ich

Magnus J)

Rammeisberg 2)

3-447, 3-445 an 2 Kr. 3-420,

3-382, gelbbraun, 3-428, dunkelbraun, Mittel = = 3-426 (5)

Id. wurde auch als Gemengtheil der krystallinischen Auswurfsmassen am Mte. Vul- ture bei Melfi von Tenore und Gussone ang-eg-eben (Memoria sulle pere- grinazioni eseguite nel 1833—1838. Napoli 184'i, pag. 108). Scacchi und Pal- mieri konnten aber den Id. daselbst nicht auffinden. (11 Monte Yulture ed il tre

i) Poggend. Annal. 1830, 477. a) Mineralchemie, 1860, 734.

Krystallographische Studien über den Idokras. 49

muoto del dl 14 Agosto 1851. Napoli 1852; pag. 112.) Weder zeigen sieh liier die an der Somma so häufigen Kalkblöcke, noch kommt Caleit im Gemenge der Aus- würflinge vor. Letztere bestehen wesentlich aus Augit, Glimmer und Olivin, zu welch' ersterem sich noch als besonders bezeichnend für die Localiliit. grauer oder blauer Hauyn und Titaneisen, und Apatit gesellen. (L. c. pag. 81.)

Toscaua.

Von Pitigliano (lei Sovana am Fiora Fl. unweit der römi- schen Grenze) bewahrt das Wiener Mineraliencabinet grosse Plat- ten, bedeckt mit Drusen von braunen Id. -Kr. (OOl).(l 1 1).(33I). (101). (3H). (110). (120). (100), begleitet von Granat ferner krystallinisch-körnige Id. -Aggregate. An einem Exemplare von die- sem Fundorte1) beobachtete R. Blum in Drusenräumen einer dich- ten Granatmasse auf einem körnigen Gemenge von Granat, Id. und Augit (Pyrgom), Kr. dieser Minerale in manchfacher Berührung mit einander, sich wechselseitig überdeckend oder umschliessend und daher von gleichzeitiger Bildung. So sind auf einem grossen, gelb- lich-braunen Id.-Kr. (100). (HO) . (130) . (001) . (111), viele wein- und honiggelbe Granat-Kr. oo0.303/2 abgesetzt oder in den- selben tiefer eingedrungen, so dass nur noch einzelne Kanten und Ecken des letzteren vorragen. Auch Augit-Kr. sind auf- und einge- wachsen; eben so findet man in Granat und Augit, mehr weniger eingesenkt, kleine Individuen von Id.3). Das Vorkommen des Id. zu Pitigliano darf man wohl mit der eruptiven Thätigkeit des nach- barlichen alten Trachyt-Vulcanes, des Monte Amiata, in Verbindung bringen, und für denselben eine analoge Genesis wie für dieSomma- Kr. annehmen.

i) G. Santi (Viaggio secondo per la Toscann, Pisa 1798, p. 46—48) fand Id. in den Feldern oberhalb der Madonna del Gradone bei P i t i g I i a n o am linken Ufer des Fiora Fl. in ansehnlichen Massen, ferner 1V2 Meile davon, beim Pantano-Hofe, mit braunem Granat (Colophonit).

2) Leonh. u. Br. Jahrb., 1851, S. 659.

Sitzb. d. mathem.-naturw. Cl. XLIX. ßd. I. Abth.

1)0 Z c ]i h a r ii v i eh.

Piemont.

So zahlreich in allen Sammlungen die prachtvollen Krystalle von der „Mussa- Alpe" oder„AIa" vertreten sind, so spärlich und ungenau sind üher das Vorkommen daselbst Berichte in der Lite- ratur zu finden ')• Es war m^v daher hoch erfreulich meinen Wün- schen und Fragen, von Seite der Herren Professoren Q. Sella und B. Gastaldi in Turin, so reichlich entsprechen zu sehen. Ein an- sehnliches Materiale von 98 Id.-Krystallen wurde mir freundlichst aus dem Turiner Museum anvertraut; darunter waren viele ausge- zeichnete zu eingehenden Untersuchungen geeignet. Prof. Sella theilte mir mit, dass er selbst zahlreiche Messungen an dem man- ganliältigen Id. vorgenommen, und wollte mir seine Resultate bereit- willigst zur Verfügung stellen. Aber die bald darauf erfolgte Berufung desselben zu einem hohen Staatsamte machte leider die Sichtung und Zusammenstellung der Beobachtungen unmöglich. Möge Sella bald Gelegenheit gegeben sein, was ich nun über diese Krystall- Varietät aufzeichnen konnte, zu ergänzen und zu berichtigen. Prof. Gastaldi hatte selbst vor längerer Zeit, in Verfolgung geologischer Studien, die Localität besucht und mich von seinen Erfahrungen freundlichst in Kenntniss gesetzt; eben so verdanke ich demselben eine Reihe von instructiven Exemplaren, welche ein treff- liches Bild des Vorkommens geben.

Die Mussa-AIpe liegt unweit vom oberen Ende des beiLanzo in die Turiner Ebene mündenden Ala -Thal es am Fusse der Testa ciarva, einem hohen Felsen mit Gletscher-Furchen beiläufig 6000 Fuss über dem Meere.

Oberhalb der Alpe an der Testa ciarva ist die durch Mineral- reichthum ausgezeichnete und vielfach ausgebeutete Fundstelle er- öffnet, in Granat- und Idokrasmassen, welche den krystallinischen Schiefern der alpinen Centralkette angehören. Aus der Ähnlichkeit des ganzen Vorkommens dürfte wohl anzunehmen sein, dass, wie in Zermatt (Ob.- Wallis), so auch in Mussa diese Minerale lager- oder nesterartige Ausscheidungen in chloritischem Schiefer bilden.

!) Konvois in hat das Mineral als „Peridot-Idokras" bekannt gemacht mit der An- gabe, dass es den, aus Serpentin bestehenden Felsen Testa ciarva in Adern durch- ziehe. Journ, <le Phys. LX1I, 409. A. Brogniart, Min, 807.

Krystallographische Studien über den Idokras. 5 !

IVlir vorliegende Stücke zeigenden allmählichen Übergang von chlorit- oder kalkschieferartigem Gestein in die Granat- oder Idokrasmasse, welche als Träger der schönen Krystalldrusen erscheint.

Der Farbe nach sind von den Id.-Krystallen der Mussa-Alpc, zwei auch in krystallograpliischer Hinsicht zu trennende Varietäten zu unterscheiden, die grün und die braun gefärbten. Die grü- nen Krystalle bilden Drusen auf gleichartiger gelblich-grüner Id.- Unterlage, welche stetig von krystallinischer Gestaltung zu grobkör- nigem bis dichten» Gefüge übergeht. Die licht- bis dunkelbraunen Krystalle hingegen, nach Sismonda's Untersuchung 7-1 Mangan- oxydul enthaltend1), sind auf feinkörnigem bis dichtem, röthlich- grauem oder braunem Granat in Drusen- und Klufträumen aufgewach- sen; seltener lagern sie in stengeliger, egeranartiger Ausbildung unmittelbar auf dem Schiefer.

In den Drusenräumen erscheinen als Begleiter des Id. hell lauch- bis schwärzlich-grüne Klinochlor-Täfelchen 3), Schüppchen und Täfelchen von silberweissem oder grünlich-grauem Talk, ausge- zeichnete Krystalle von wasserhellem oder weissem Apatit und hyazinth- rothem Granat, dannDiopsid- undCalcit-Kr., erstere in der lichtgrau- grünen „Alalit" genannten Varietät. Diese mannigfaltige Kr. - Ent- wickelung zeichnet insbesondere, wie es scheint, die Hohlräume des Granatgesteines aus; die hier vorkommenden braunen Id. erscheinen meist in schlanken Säulen, liegend, nicht selten gekrümmt, geknickt oder zerklüftet so wenn sie Klinochlorblätter überbrücken oder aufgerichtet und an den freien Enden einfach, auch zuweilen flächen- reich begrenzt. Besser ausgebildete Individuen aller genannten Minerale fand ich eingeschlossen in Calcit, der an meinen Exem- plaren stets oberflächlich deutliche Spuren ätzender Einwirkung trägt. Eben so umhüllen Id.- und Granat-Kr. häufig Klinochlor- oder Talkblättchen s).

i) Mem. della R. Acad. d. so. di Torino I. Seria XXXVII, 93.

2) Von Descloizeaux optisch untersucht. Miner. I, 1862, 444.

3) In einer schönen Druse, auf äusserst feinkörnigem, rothgrauen, zum Theil mit Klinochlor gemengten Granat, beobachtete ich, den Grund vorwaltend mit sechs- seitigen Klinochlor-Täfelchen und Hyazinth-Granaten ausgekleidet; letztere in ge- häuften Körnchen und nach einer trigonalen Axe verlängerten kleinen oaO. Aus diesen ragten stellenweise empor: dicke und zart nadelfönnige, stark geriefte braune Id. -Prismen, rothbraune grössere Granaten ooO . 202. ooOoo , eine Gruppe sehr

4*

i) 2 Zepharo v ich.

Minder reichlich scheinen sich die Begleiter der grünen Id. einzufinden. Vornehmlich ist es der hyazinthrothe Grossular, der sich durch wohlgebildete, mitunter ansehnliche Kr. (211) . (Oll) bemerkbar macht. Auch dieser ist gleichzeitig mit dem Id. gebildet; feine Nadeln des letzteren dringen vielseitig in die Granat-Kr. ein, welche zuweilen ganz frei in die spiessigen Aggregate ein- gesenkt sind. Blum fand manche Kr. von der Mussa-Alpe etwas fettglänzend und weich, so dass sie leicht mit dem Messer zu ritzen sind; ihm scheint dies auf eine beginnende Umwandlung in Steatit zu deuten *)•

Nach den angegebenen Verhältnissen , insbesondere der ver- schiedenartigen Unterlage, durch Gastaldi an den zahlreichen Suiten der Turiner Sammlung festgestellt, dürfte das Vorkommen der grauen und braunen Id. -Varietät auf getrennter Lager- stätte — schon aus der verschiedenen chemischen Beschaffenheit wahrscheinlich wohl anzunehmen sein. Überdies zeigte keines der Stücke, welche ich untersuchen konnte, die beiden Kr. -Varietäten neben einander. Die seltene braune Färbung der oberen oder der mittleren Partie mancher grüner Kr. sollte sie ebenfalls durch Mangan bewirkt sein kann bei der muthmasslichenNachbarschaft der beiden Lagerstätten nicht befremdend erscheinen.

netter wasserheller vielflächiger Apatit-Täfelchen, endlich eine krystallinisehe Partie von Calcit, einzelne Granat und Apatit-Kryställchen einhüllend alle anscheinend von gleichzeitiger Bildung. Ein ähnliches Stück von Mussa beschrieb Kenngott und bestimmte am Apatit: OP . i/2P . P . 2P . P2, . 2P2. —J3, "g ' °°P' °°P . = ooPZ, am Granat ooO.IOZ.mOn.ooOl. (Übersicht der miner. Forsch. 1861, 17.) Mit der Angabe „äusserst selten" enthielt Gastaldi's Sendung von Mussa auch ein Exemplar: brauner Id., und Hyacinth-Granat eingewachsen in einem verwitterten Minerale, sehr ähnlich dem Laumontit. Dieses bildet eine 15 Millim. starke plalten- förmige Masse, welche nach einigen Resten auf einer Breitseite zu schliessen, auf derbem Granat lagerte, und auf das Innigste durchweht ist von Id. -Nadeln, die von 12 Mm. Länge und 1 Mm. Breite bis zur Dünne der feinsten Haare herabsinken, so <Jass von diesen freie Partien nur äusserst spärlich anzutreffen sind. Ausser kleinen vielflächigen Granaten erscheinen noch Calcit-Theilchen und einzelne Klinoehlor- Schüppchen in der krümmeligen, gelblich- oder graulich-weissen Masse eingesprengt. Im Kölbchen erhitzt gibt dieselbe viel Wasser ab und wird dunkelgrau; das Pulver wird mit C1H digerirt vollständig, unter Abscheidung von gallertartiger SiO3, zer- setzt; ausserdem wurden noch CaO und AIO3 mit Spuren von Fe~03 nachgewiesen. Vor dem Löthrohre schmelzbar unter starkem Schäumen zu einer weissen email- artigen Perle. Nach diesen Reactionen dürfte das Mineral wohl Laumontit sein, i) Pseudomorpbosen, 1843. S. 137.

Krystallographische Studien iiher den Idokras. i) o

Auch dass von zwei anderen Localitäten Piemonts nur mangan- hältiger Id. wahrscheinlich unter gleichen geognostischen Ver- haltnissen vorkommend bekannt ist, spricht für obige Ansicht. Es sind dies nach Gastaldi das Thal von Ceresole (Locana), das zweitnächste Parallelthal zu jenem von Ala, jenseits der Kette des Monte Levanna, und Gressoney (nördlich von Ivrea) am südlichen Fusse des Monte Rosa. An beiden Fundstellen sind die Kr. sehr selten. Von der ersteren stammen schöne, grosse, rüthlich-schwarze Kr. mit Apatit, Calcit, Talk und Augit1); also ganz ähnlich dem Vor- kommen von Mussa.

Im Ala-Thale lieferte auch die Localität Corbassera Id. -Kr.; dieselbe scheint aber gegenwärtig ganz ausgebeutet zu sein2).

Krystalle von der Mnssa-Alpe im Ala-Thale.

A. Grüne Varietät.

An 81 Krystallen Hessen sich Flächen der folgenden Formen bestimmen: 1(001). (1,1,20), (1,1,10), (119), (118), (116), (115), (114). (113),

( op, i/80p, yiop, %p, y8p, y6p, y5p, y^p, yzp,

( (112), (335), (111), (221), (331), (102), (101), (121), (383), (139),

( VZP, %P, P 2P, 3P, KPco, P*o, 2P2, %P%, ysP3,

j(269), (132), (131), (141), (171), (110), (330), (120), (100).

\ 2/.P3, %P3, 3P3, 4P4, 7P7, ~P, ~PV3, <x>P2, ooP<n>.

Sobald die grünen Mussa -Kr. zu einer freieren Entwicklung gelangten, zeigen dieselben eine säulenförmige Ausbildung mit vier- oder mehrseitigem Umriss , wobei die Fläche von (110) in der Regel weit breiter als die übrigen Prismen ausgedehnt sind, zum Unterschiede von den rothbraunen Krystallen derselben Localität, bei welchen (100) vorherrscht. Durch überwiegend vortretende Flächen einzelner Prismen werden zuweilen eigenthümliche Säulen- umrisse veranlasst, wofür die Figuren 27 und 28 Beispiele geben. Bei der Schwierigkeit, welche sich der Messung der Prismen-

i) G. Leouhards topogr. Min. 1843, 293.

a) In einiger Entfernung von Mussa findet man, nach Gastaldi, in den krystallinischen

Seliiefern Magnetit, liegleitet von ßornit und Granat, ferner Amphibol, Sphen und

Gänge (Filons) von Smaltin und Rnmmelsbergit.

J) 4- Z e p li ;i r o v i c li.

flachen, ihrer Furchung und Krümmung wegen, entgegenstellt, habe ich mich mit der Nachweisung der vorgenannten begnügt; die Be- stimmung Yon (350) an zwei Krystallen, welche in Fig. 16 und 17 abgebildet sind, wurden mit dem Anlege-Goniometer vorgenommen und nur hervorgehoben, als ein durch breitere Ausdehnung bemer« kenswerther Fall des Vorkommens von Übergangsflächen zwischen (110) und (100).

Eine so reichliche Entwicklung der Zone [001.111], wie sie hier vorliegt, hat sich an keinem andern Fundorte wieder gezeigt; sie bekundet ein Übergangsstreben zwischen den beiden Haupt- flächen (001) und (111), welches überdies noch angedeutet wird, durch die häufige, eine sichere Messung erschwerende Krümmung, der immer mit sehr geringer Breite auftretenden, intermediären Flächen. Zwischen (111) und (HO) hingegen war allein (ein paar Ausnahmen abgerechnet) (331), wenn aucli häufig nur ange- deutet, in fast allen Fällen zu beobachten, und zwar scharf- kantig gegen die genannten Nachbarflächen begrenzt. Die Kante (331.110) zeigt oft in Folge der Unebenheit der Prismenflächen einen krummen oder gezahnten Verlauf.

Über die grosse Mannigfaltigkeit der Combinationen an den freien Enden der Krystalle gewinnt man am leichtesten einen Über- blick, wenn man dieselben nach der Entwicklung der Fläche (001) zu gruppiren sucht. Es ergeben sich dann drei Haupttypen.

Hab. 1. Die Endfläche wenig ausgedehnt. Hierher gehören die häufigsten und einfachsten Combinationen, welche unter dem Schema (111). (001) (101). (/</</) h<l . (331). (121). (132). (131) zusammengefasst werden können (Fig. 12, 16, 18, 21, 22, 23,25), und die vielflächigen, selteneren Fälle, wenn (111) u. (101). gemeinschaftlich oder letztere allein, vorwalten (Fig. 15, 20, 27), oder nebst diesen beiden noch andere Pyramiden stärker entwickelt sind, wie in dem Krystalle Fig. 19, an welchem die für Mussa sehr seltenen Formen t(H2), 6(221) und v/(141) auftreten.

Hab. 2. Die Endfläche breit angelegt oder allein die Säulen abschliessend. In innigem Anschluss an den ersten Habitus gelangt dieser doch minder häufig zur Ausbildung und hat dann meist sel- tene Flächen im Gefolge, wie (833), Fig. 24, (113), (102), (139) und (269) Fig. 28, oder ist durch das Fehlen oder Zu- rücktreten von (Hl) bemerkenswert!! (Fig. 30). Auch an doppel-

Krystallogranhische Studien über den Idokras. 55

farbigen Krystallen beobachtete ich diesen Habitus, der an denroth- braunen Mussa-Kr. der vorwaltende ist, so an dem pistaziengrünen, von einem hellbraunen Bande quer durchzogenen Kryst. , Fig. 32, von der Form (001). (1 10). (100); und an einem 17 Mm. hohen und 11 Mm. breiten Individuum, Fig. 29, welches unten pistaziengrün, oben bräunlichroth gefärbt ist, und um (001) einen grossen Reich- thum an Flächen, mit einer eigenthümlichen Zeichnung auf (001) (111) und (331) zeigt.

Hab. 3. DieEndfläche nicht vorhanden. Dies ist der seltenste Fall, welcher ausser an sehr kleinen Kr., von der einfachsten Com- bination (1 11) . (131). (HO) ebenfalls, wie zum Theil Habitus 2. an einem zweifarbigen Individuum bemerkt wurde; eine schlanke, 16 Mm. hohe, ölgrüne, unten schön hyacinthrothe Säule (110). (100), wird vorwaltend achtseitig zugespitzt durch (131), Fig. 33, und erinnert in dieser Ausnahmsgestalt an die Krystalle des uralischen Id. von PoJjakowsk und an jene aus dem Saas-Thale in der Schweiz.

Die Art, wie die früher genannten Flächen an den Säulenenden, oft zu sehr unsymmetrischem Ansehen, zur Ausbildung gelangten, ist in den Fig. 13, 15, 18 u. a. möglichst naturgetreu dargestellt.

Die Flächen von (001), (111), (331), (101) und (131) zei- gen mit wenig Ausnahmen jede in eigener Weise eine bestimmte Oberflächen-Beschaffenheit, welche vorzüglich geeignet isf, bei unsymmetrischen Krystallen die Orientirung zu erleichtern.

Die glänzende (001) ist nur selten vollkommen eben; meistens gewahrt man auf derselben, gewöhnlich nur bei starker Vergrös- serung , parketartig oder regellos vertheilte, quadratische Täfel- chen. Wo dieselben mit grösserer Deutlichkeit entwickelt sind, lassen sich in grösster Mannigfaltigkeit neben einander lagernde, äusserst flache Pyramiden und die verschiedensten Combinations- erscheinungen dieser mit (001) erkennen; das Ganze, äusserst wenig über die Endfläche des Krystalles erhaben und nur bei gewis- ser Stellung gegen das einfallende Licht erkennbar.

In anderen Fällen beobachtet man als Begrenzung ausgedehn- terer, stufenweise übereinander folgender Blätter, in ein oder meh- rere Systeme gesondert, zarte Linien, welche gerade oder wellig verlaufend, rechtwinkelig zusammenstossen oder concentrische, oft lappig ausgefranste Ringe bilden. Letzteres ist seltener, und dann liegen die Mittelpunkte der Ringsysteme in den Ecken oder an den

56 Zepharovic h.

Rändern von (001). Zuweilen enden die sich überdeckenden, und von einer Ecke der Fläche ausgehenden Lamellen ganz unregelmässig und ziehen schief über dieselbe hin.

Die genannten Fläclienzeichnungen treten nicht selten com- binirt auf, insbesondere ist häufig die klein -quadratische Täfelung auf linear-gezeichneter Grundlage zu finden. An einem beiderseits ausgebildeten Krystalle fand Kenngott1) eine Basisfläche getä- felt, die andere einfach gerieft parallel der Combinationskante mit (111); von einer zweiten Riefungsrichtung war keine Spur zu sehen-

Die Vertiefungen auf (001) sind entweder durch Lücken in der Einigung der Flächentheilchen oder durch nachherige Erosion veranlasst, und zeigen ebenfalls quadratische Umrisse.

Derart ist stets (001) entsprechend der Gestalt der kleinsten Theilchen,wo sich diese nicht unter einer vollkommenen Ebenheit und Glätte der Fläche der Beobachtung entziehen, charakteristisch markirt, und es darf wohl diese Erscheinung nicht als ein Ausdruck der selbst- ständigen Vergrösserung einzelner wie in einem Bündel vereinter Kryställchen aufgefasst werden; ein Individuum vergrössertesicb, in- dem auf seinen Flächen bereits grössere erkennbare contourirte Blätt- chen sich ablagerten, oder die kleinsten Theilchen sich auf denselben in regelmässigen Umrissen zusammen fanden. An einzelnen Stellen der Flächen macht sich zuweilen ein lebhafteres Aufbauen bemerk- bar und bedingt grössere Unebenheiten; bald sind es die Kanten gegen (Hl), die rascher sich erheben und wallartig ein vertieftes rechteckiges Feld umschliessen, bald ist es die Mitte der Fläche, die, wie ein hervortretendes Stockwerk, mit den Flächen (001), (111), (110) höher aufstrebt. Solche Fälle scheinen aber bei den Mussa-Kr. zu den Ausnahmen zu gehören und im Allgemeinen das Wachsen, vorzüglich an den freien Krystallenden, ein gleich- massig und langsam fortschreitendes gewesen zu sein.

Häutig haben aber zwei oder mehrere benachbarte Krystalle löt'lbauend sich seitlich berührt und, die Lücken ausgleichend, zu einem Gruppen-Kr. vereint. In vielen Fällen ist ein solches Zu- sammentreten noch deutlich nachzuweisen; über die oberen Flä- chen ziehen dann die Trennungslinien der Individuen hin, anfangs

<} Ubers. <1. minor. Forsch«».. 18öS, S. 100

Krystallographische Studien über den Idokras- 57

noch gerade oder gesetzmässig winkelig, gekrümmt, wenn die Ausgleichung weiter vorgeschritten aber noch nicht vollständig gelungen; so erscheint die (001) oft wie gebrochen, mehrfach in Felder getheilt. Dasselbe zeigt sich auf den Flächen von (111).

Nur höchst selten wird man unter den vier glänzenden Flä- chen der Pyramide (111) Eine vollkommen eben finden; das fort- wachsen durch aufgelagerte Lamellen bedingt hier verschieden- artige Zeichnungen, die sich aber leicht auf einander beziehen lassen. Den Ausgangspunkt gibt die einzelne pentagonale Lamelle mit drei Winkeln von 90° und zweien vonl35°, die, in idealer Regel- mässigkeit gedacht, entweder eine in ein Quadrat und ein gleichseiti- ges Dreieck zerlegbare Figur bildet (s. Fig. 24), oder auch in eini- gen Fällen ein Quadrat darstellt, in welchem ein Winkel durch eine einzelne Seite ersetzt ist (s. Fig. IS). Immer sind nun diese Pen- tagone so auf den Flächen von (111) anzutreffen, dass ihre einzelne Seite mit der Kante (001 : 111) parallel liegt, und bei jenen der ersten Art, die beiden gegenüber liegenden Seiten, den Kanten von (111) mit (132) und (312), das Seitenpaar aber den Kanten von (111) mit (010) und (100) gleichlaufend sind; während bei den Pentagonen der zweiten Art die beiden Seitenpaare den Kanten von (111) mit den vier Flächen von (100) parallel liegen. Nie wird man die Penfagonal-Lamellen in einer anderen Stellung gelagert, desto öfter aber sie von ihrer idealen Figur abweichen sehen; als Dreiecke, als breite oder spitze infulartige Schuppen gestaltet und häufig von stufig oder gekrümmt verlaufenden Linien eingeschlossen. Diese ein- zelnen Lamellen lagern nun entweder über einander mit gleichlaufend zurücktretenden Rändern, oder sie sind zahlreich neben einander über die (111) Flächen in verschiedenen Abständen zerstreut. Haben sich aber solche Lamellen zu geschlossenen Reihen vereint und diese über einander sich auf die Fläche gelagert, so wird auf derselben, je nach ihrer innigeren seitlichen Fügung eine band- oder mauer- steinartige Zeichnung in feinen Linien erscheinen; die Bänder zie- hen parallel der Kante (001 : HO) über (111) hin und veranlassen bei abnehmender Breite eine zarte Riefung der Fläche, oft auch auf einen minder ruhigen Vorgang deutend zeigen die einzel- nen Blätterschichten einen unregelmässigeren, welligen oder ge- krümmten Rand; immer aberscheint die Überdeckung der Fläche von den Kanten mit (001), (110) und (101) aus (letzteres

58 Zepharovich.

wohl am seltensten) gegen die Mitte zu gestrebt zu haben. Unter allen untersuchten Mussa-Krystallen habe ich keinen gefunden, der nicht von den beschriebenen Erscheinungen, eine oder mehrere auf die mannigfaltigste Weise verbunden, wenigstens auf einer der (111) Flächen deutlicher gezeigt hätte. Mit der Figur der aufsitzenden Lamellen stehen auch die Vertiefungsgestalten , die man zuweilen auf derselben Fläche gewahrt, in Zusammenhang; auch sie haben nach Begrenzung und Anordnung eine sehr grosse Verschiedenheit aufzuweisen.

In den Polkanten der Pyramiden (111) liegen, bald mehr, bald minder breit, an vielen Krystallen die Flächen von (101) zuweilen weniger glänzend als die ersteren oder auch nur schimmernd, mit zartgekörnter chagrinartiger Oberfläche. Lebhafter glänzende Flä- chen lassen aber bei einiger Vergrösserung, Ablagerungen mandel- oder zitzenförmiger Schüppchen, alle mit den Spitzen gleichförmig und zwar meist nach abwärts, gegen (100) gewendet und ge- wöhnlich dachziegelartig angeordnet , erkennen. Im Allgemeinen zeigt sich demnach eine analoge Bildung der Flächen von (111) und (101).

Gegen die Säule folgen nur an vielen Krystallen, ringsum als schmales Band, die Flächen (331) und (131), beide mit schwacher Riefung versehen; auf (131) deutlicher und über die ganze Fläche hinziehend parallel der Kante (111:100), und in einigen Fällen sichtlich durch lamellaren Bau veranlasst; auf (331) meist absatz- weise, in der Richtung der Kante (111:110) und diese Erschei- nung, wie es zuweilen nachzuweisen gelingt , im Zusammen- hange mit rechtwinkeligen Schüppchen, wie solche auch auf (111) zu beobachten sind.

Die Flächen von (132) sind gewöhnlich nur wenig ausgedehnt, aber auch bei weiterer Entwickelung zeigen sie sich vollkommen glatt; nur an einem Krystalle waren schwache Linien wahrzu- nehmen, z. B. auf/8 parallel zu p1 und ml.

Die Säulenflächen sind stets verlical gefurcht, (HO) tiefer und in geringeren Abständen als (100). Zuweilen sind die Furchen dort so tief, dass sich die Fläche ganz oder stellenweise in eine gedrängte Reihe einzelner Nadeln auflöst, diese selbst ordnen sich wieder in Lagen und sind in diesen gegen die Mitte des Krysl alles fortschrei- tend immer inniger mit einander verwachsen, wie dies an steilen

Krystallographisehe Studien über den Idokras. oi)

Bruchflächen deutlich sichtbar wird1). Scheinen demnach die Säulen durch Anlagerung prismatisch gestalteter Theilchen in einer derJHaupt- axe parallelen Richtung sich zu erweitern, so fand dies nicht immer in gleich geordneter Weise Statt, denn an vielen Kr. bemerkt man über die (110) Flächen ganz regellos, äusserst kleine Nüdelchen einzeln oder in Häufchen hingestreut. Den Seitenflächen grösserer Individuen haben sich zuweilen auch in nicht paralleler Stellung kleinere wohl ausgebildete Kr. angefügt und ragen nun halb umschlossen aus den ersteren hervor. Solche Erscheinungen kann man wohl mit ruhigem Fortschreiten der Krystallisation nicht in Einklang bringen; sie erklä- ren aber, da sie in jeder Periode der Ausbildung eines Kr. eingetreten sein können, manche der auffallenden Ergebnisse optischer Unter- suchung anscheinend vollkommen regelmässig gebildeter Kr. So be- obachtete W. Haidinger an einer der Axe parallel geschnittenen, zwischen gekreuzte Turmaline unter 45° eingelegten Platte vom Id. aus Piemont, höchst sehenswerthe Mosaikzeichnungen in grösster Farbenpracht, ganz analog den von Brewster beschriebenen Erscheinungen am Apophyllit 3).

Combinationen

an grünen Mussa-Kr. , welche mir bemerkenswerth schienen, durch das Auftreten seltener oder neuer Flächen oder durch eigenthüm- liche Verzerrungen sind in den Figuren 12 34 dargestellt, theilweise mit Angabe der Flächenmerkmale nach der Natur und geordnet nach den erwähnten, durch die Ausdehnung der Endfläche bedingten, dreierlei Typen 3). Die folgenden Zeilen werden auch

4) Bei der Besprechung der optischen Verhältnisse des Id. im Allgemeinen erwähnt Descloizeaux: La plupart des cristaux, ayant une structure fibrcuse, ily a souvent dislocation des anneaux et de la croix noire, visibles dans les lames normales ä Taxe (Miner. I, 1862, p. 280).

*) Jahrb. d. geol. Reichsanstalt XI, 1860, Verhdl. S. 63.

s) Einfache Combinationen werden ferner repräsentirt durch die 2. Vesuv- und die; 8. Tiroler Kr. -Zeichnung auf den Tafeln dieser Abhandlung u. die Fig. 1 u. 2, Taf. X des Kok sc ha r o w'schen Werkes. Mussa-Kr. sind ferner dargestellt in Presl's Atlas, Taf. VIII, Fig. 290, 296 u. 299 (in den Fig. ist statt h = °oP3 u. n = */2P wohl richtiger f=°°P2 u. i 3P zu setzen; b = 2P, r=3P, z = 2P2 u. ü". s. d. Abschnitt Eker, Norw.), in Levys All. Taf. XXXTII, Fig. 4, 5, 9, 10, 11, 13, 14, 16, 17, 18, 19, in Mohs' .Miner. 1839, II. Taf. XVIII u. XIX. Fig. 134 u. 135 und in Dufrenöy's Miner. 1856, Taf. 151 und 152, Fig. 33, 36, 37 (s. S. 36, Anm. 2) 38, 43 u. 44.

60 Zepharoyich.

Gelegenheit bieten, die in den ersten Blättern mitgetheilten Resul- tate, bezüglich der Symmetrie- Verhältnisse der Kantenwinkel (001 : 111), an einzelnen Individuen näher nachzuweisen.

1. Fig. 12 u. 13. W. MK.; H. S. II. 0 Nr. 2579"; grasgrün mit ülgrünen Flecken: 9-5 Mm. hoch.

c(001).*£(116), p(ili), *(331), o(101), s(131), ™(110), /"(120),

«(100).

sc = 17' («) 2*) nmtk = 52° 48' (1)

zp = 30 8 O) 2 p^ = 29 6 (1)

f4»,4 = 23° 37* (1)

2. Fig. 14 u. 15. Wr. Mk.; H. S. II, 2579"; dunkel pistazien- grün, 11 Mm. hoch.

c(001), *7(118),p(lll),c(101),s(131),M<171),wi(110),«(100).

VC = 18' O) 2 w6s6 = 18° 45' («)

v/> = 31 46 (a) 2 ^2c = 38 14 (2)

«V'3 = 16 49% («) ^3m2 = 52 44 (1)

^m2 = 23° 39' (1)

3. Fig. 16. Wr. polytechn. Institut.

£■(001), 3(113), 7>(1H), *(331), o(I01), m(110), *?(530),

/"(210), «(100).

Vzc = 37° 12' (1)

p3c = 37 15% (1)

Pic = 37 16% (1)

Drei Flächen des (HO) sind sehr dicht und tief vertical ge- rieft, an Stelle der vierten erscheinen 2 gleich geriefte Flächen unter sehr stumpfem Winkel gegen einander geneigt. 11 Messun- gen mit dem Anlege-Goniometer gaben im Mittel

m<? = 76° 28' (Suppl.) woraus

«<? = 31 28

folgt. Die Abweichung von 30' gegen den berechneten Werth von af 30 58' wobei sich die Wahl der Indices (530) durch ihre Einfachheit empfiehlt ist bei der Unsicherheit der Messung nicht auffallend.

') K. k. Mineralien-Cahinet zu Wien; II. Ilundsammlung.

* Neue Fliehen.

-) Die Klammem enthalten fortan das Gewicht der einzelnen Messungen mit (a) appro- ximativ bis (3) grösster Grad der Genauigkeit bezeichnet. Die nachfolgenden Ziffern geben die Anzahl der Beobachtungen, ans welchen das Mittel genommen wurde.

Krystallographische Studien über den Idokras. 6 1

Ganz ähnlich verhielt sich ein Kr. aus Prof. Kenngo tt's Sendung:

4. Fig. 17. a<p = 30° 30' aus 4 Messungen. Als Mittel dieser und der früheren Hestimmung folgt

a<p = 31 3/V aus 15 Messungen. Erwähnenswerth ist dieser Kr. noch durch eigentümliche Flächenmerkmale, welche durch eine spätere Anätzung veranlasst scheinen. Auf der getäfelten (001) bemerkt man, der Fügung der Flächentheilchen entsprechend, bis l^/z Mm. breite Rinnen, äus- serst wenig vertieft, im Grunde rauh und glanzlos; auf den minder glänzenden (111) und (101) hingegen Vertiefungen zum Theil auf (111) mit den Umrissen gleichschenkliger Dreiecke.

5. Fig. 18. Wr. Mk.; 11. S. II; 2579", grasgrün, 9 Mm. hoch, 6 und 4 Mm. breit.

c(001), KH1), *(331), <121)5 ^(132), s(131), m(110),/(120).

a(100).

cPi = 37° 15' (3) pi mx = 52° 45* 10" (3)

cpz = 37 12 40" (2) p2 mz = 52 49 40 (2)

cp3 = 37 15 - (2) p3 m3 = 52 44 20 (1)

fcp4 = 37 11 20 (2) p4ro4 = 52 44 40 (3)

plPs = 50° 40' 36" (3)

Pi ptl = SO 42 - (3)

6. Fig. 19. Turiner Sendung. Dunkel grasgrüner kleiner Kr. mit den seltenen Flächen i, b und y. An dem einen nicht vollstän- dig ausgebildeten Ende erscheinen.

c(001), t(il2), jj(lii), 6(221), *(331), o(101), z(121), s(131),

2/(141).

cp2 = 37° 2t' (1) cbx = 56° 45' («.«)

cpik = 37 2y7 (2) Pi ö4 = 64 45 (2)

cPi = 37 9 (1) pi fl4 = 64 42 (1)

at =21 21 (a) y7 «4 = 28 4 (V)

Von 1/(141) zeigte sich nur die y7 als schwach geriefte schmale Fläche, unterhalb s7 mit etwas concaver Krümmung. ya berechnet = 27° 50'. Dieser Fall ist überhaupt der einzige, welcher für y vorliegt (s. S. 7 u. 36). Die gekrümmte ziemlich breite i(112) und die schmale 6(221) waren wegen mangelhafter Ausbildung des Kr. ebenfalls nur an einer Stelle messbar.

G2 Z e p h a r o v i c li.

7. Fig. 20. Wi\ Mk. 18G2. X. 31; olivengrün.

t(001), */3(i, 1,10), .3(113), t(112), K111)' '(331), o(101), «(121), /(132), s(131), m(UO), /"(120), «(100).

Bemerkenswert!] durch die Ausdehnung von (101) und zweier gegenüber liegender Flächen von (111), welche letztere dadurch in die beiden sphenoidischen Hernieder zerlegt erscheint. Noch auffallender wird dies durch das Auftreten der ß, .3- und t.

ß ist sehr wenig gekrümmt und schwach horizontal gerieft.

nc = 37°

15%'

(2)

i3p = 16°

36'

00

p^c = 37

17%

(1)

fec = 66

18%

(2)

ftc = 37

10

(1)

tzlh = 29

4

(2)

ßtc = 4

16

(«) 2

£2?n3 = 23

42

(2)

Z2c = 14

9

(«)

hPi = 16

49

(3) 3

i3e = 20

43

(1)

«"g»?! = 54 = 3< 17

50

(2)

8. Fig. 21. Wr. Mk. 1860, VI, 33, N. 162; dunkel pistazien- grün; 14 Mm. hoch, 5 Mm. breit.

c(001), £(113), Kill), *(331), 0(101)! »(121),i(132), ,<131), w(110), «(100).

Ple == 37° 13%' (1) Plnh = 52 42% (1)

p3c = 37 9 (2) p3m3 == 52 46 (1)

pzc = 37 15 (2) Vzm2 = 52 51 (1)

9. Fig. 22. Wr. MK. 1860, VI, 32, N. 160; hell grasgrün; 9 Mm. hoch, 4 Mm. breit.

c(001), i(112), K1H), '(331), o(101), <121), i(132), s(131), W2(110), /(120), «(110).

Plc = 37° 10' (1) pitrii = 52° 45' (a)

psc = 37 16 (2) p3ms = 52 44 (2)

lhc = 37 16 (2) * pzmz = 52 46 (3)

pkc = 37 13 (2) pkmil = 52 44 (2)

10. Fig. 23. Wr. MK. Kryst. S.: 1172; 5 Mm. breit. c(001), *£(115), ;>(111), *(331), o(101), s(131), m(U0),

/(120), «(100).

pzc = 36° 16%' (i) p%c = 37° 10%' (l)

Vkc = 37 16% (1) ?t= 8 29 (a) 3

11. Fig. 24. Wr. MK. 2579"; grasgrün, gegen oben in pista- ziengrün übergehend; 11 Mm. hoch, 5 und 6 Mm. breit.

Krystallographische Studien über den Idokras. Oo

c(001), p(lll), ^(331), *(121), *ö(383), /(132), s(132), m(U0), «(100).

,,,,. = 37° IS1/.' (1) Pimt = 52° 44V3' (1)

psc 37 13 (1) 2>3?«3 = 52 46 (1)

p2c = 37 lSVa (1) Pz»i2 = 52 44 (1)

Plp3 = 50 40 (2) qlPi = 26 16'/2 («) 2

?li?4 = 50 40 (2) qzat = 38 28 (o)

psi>a = 50 41 (2) pzat = 64 40 (1)

pm = 50 40% (1) M = 64 42 (2)

12. Fig. 25. Wr. MK. : Nr. i6/33 ; ölgrün; 12 und 9 Mm. breit. c(001), *v(H8), p(Hl), *(33t), o(101), s(131), ro(HO),

/(120), «(100).

Ptc = 37° 14i/o' (1) Pia3 = 64° 40' (2)

piic = 37 13 (2) fc = 5 47 (a) 3

13. Fig. 26 nach einer von Fr. Hessenberg mitgetheilten Skizze eines Kr. seiner Sammlung entworfen.

c(001), x(H9), ^(111), 6(221), *(331), o(100), s(131), »1(110),

«(100). Bemerkenswerth durch die an kleinen Flächen reiche Zone [001, HO] mit (119), welche Pyramide schon 1835 von F. v. K ob eil ebenfalls an einem Kr. aus Piemont (cptoma) beobachtet wurde1); ich fand dieselbe nur in Hausmann's Mineralogie citirt. Die 4 Flächen der (119) vollkommen spiegelnd; Hessenberg bestimmte

Xc = 48%' # die Berechnung erfordert 4 49.3/J. Kobell fand dieselbe Kante

annähernd 5 (Reflex. -Gon.).

14. Fig. 27. Wr. polyt. Inst.; ölgrün; 8 Mm. hoch, 9 Mm. breit.

c(00i), *a(U 1, 20), *|3(1, 1, 10), p(lll), *(331), o(101), s(131), m(110), «(100). Nur die Endfläche dieses durch die fast trigonale Säule eigen- tümlichen Kr. spiegelte. Die ungewöhnliche Entwicklung von

i) Erdmann und Schweiger Seidel J. f. pr. Chemie, V, 1835, S. 213. > Glocker, Min. Jahresheft. 1833, S. 175. Bei Angabe der berechneten Winkel ist statt 9" und 173« zu setzen u. 175°. Der gleiche Fehler findet sich auch in Haus- mann's Min. II, 1. S.572.

Q 4. Z e p li a r o v i c h.

(101) reiht ihn an den früheren Fall und Fig. 20 an. Für die neuen Pyramiden mit ebenen, glatten, deutlich begrenzten Flächen, fand ich durch mehrfache Repetition annähernd

cc2c = 27' «4c = 2 4

<xc'= 15 V berechnet . . 10y8' fcc == 4 19 . . 4 21

15. Fig. 28. Wr. MK. 257S; grosser olivengrüner Kr., unten durch eine (111) Fläche begrenzt. An dem einen gut ausgebilde- ten Ecke bemerkt man in der Zone [001, 130] über der glänzenden (132), deutlich eine ganz matte Fläche (r) und eine zweite weniger breite (p) glatt und gekrümmt.

c(001), £(113), p(lll), o(101), <121), *p(139), *r(269), i(132), s(131), m(liO), /(120), «(100).

Sehr unsichere Messungen gaben

pc = 10° 44i/2' berechnet. ... 10° 41% ' zc = 20 25 .... 20 45i/8

woraus annähernd obige Indices folgen. An diesem Kr. erscheinen demnach in einer Zone

«WSGO, %f3<V>, %P3(0. 3P3(0-

16. Fig. 29. Polyt. Inst. Zürich. Schöner säulenförmiger Kr. mit meist vollkommen spiegelnden Flächen; 17 Mm. hoch, 11 und 9 Mm. breit; zunächst (001) bräuulichroth, unten pistaziengrün, durchsichtig. Auf (001), (111) und (331) eigenthümliche, an an- dern Mussa-Kr. nicht beobachtete Flächenzeichnungen.

c(001), Hill), ^(331), <121), i(132), s(131), w(110),/(120),

«(100).

i8c = 40° 17' 52" (3) isi7 = 23 47 40 (3) isPi =16 56 15 (2)

cPi = 37°

15'

20°

(3)

cPi = 37

5

20

(2)

ctt 66

18

33

(3)

ci3 = 66

18

43

(3)

ctit = 66

12

50

(2)

Pitt = 29

3

13

(3)

p4<4 = 29

6

50

(2)

hms ~ 23

41

20

(3)

i7c = 40

13

20

(3)

ige = 40

10

(2)

<8S8

= 19

12

10

(2)

*S#7

= 33

38

45

(2)

S8C

= 59

29

57

(2)

s$s7

= 31

40

40

(1)

«sPi

= 29

34

15

(2)

*Vi

= 24

32

20

(2)

.V7M4

= 39

34

20

0)

,c = 90° 0' 0" (3)

Kryslallographische Studien iiirer den Idokras. tu)

17. Fig. 30. Wr. MK., 2579"; grasgrün; 7 Mm. hoch, 4 und 2 Mm. breit. Die Parkettirung auf (001) sehr deutlich. c(001),p(lii), *(331), «(121), s(131),m(110)./(120), «(100).

cpt = 37° 13' (2)

18. Fig. 31. Turiner Sendung. Obige Combination ohne «(121).

19. Fig. 32. Turiner Sendung; 16 Mm. hohe Säule pistazien- grün, quer durchzogen von einem breiten hellbraunen Bande.

e(001), m(110), «(100).

Scharfe Kanten zwischen der rissigen wenig glänzenden End- fläche und den gerieften (in stark, a schwach) Prismen.

20. Fig. 33 und 34. Wr. MK. : Nr. 46/33 , ölgrün am ausge- bildeten Ende, unten hyazinthroth, 16 Mm. hoch, 2 und 4 Mm. breit. Sehr approximative Messungen bestimmten

p(lll), <131), w(110), «(100).

Eine der am Id. überhaupt seltenen Combinationen ohne End- fläche l)» noch besonders bemerkenswerth durch die formgebende s in der Zuspitzung der Säule. (Vergl. auch Saasthal in der Schweiz, Seite 86, und Poljakowsk im Ural.)

Unter den abgebildeten Kr. waren einige, die mehrfach die Kante cp zu messen gestatteten, ich lasse diesen eben erwähnten Fällen noch andere folgen als Belege für die S. 16 u. 17 im Allge- meinen angegebenen Messungs-Resultate.

I. Alle vier Kanten von gleicher Grösse.

21. (c*ytpbt*vosmaJ. 7(118). v(102).

Pic = 37° 14' 55" (2) 7c = 22%' (a) 3

psc 37 15 (3) >.c = 20 47 V4 («) 4

p3c = 37 15 (1) vc = 15 24 (n) 3

pkc = 37 15 - (2)

II. Zwei Paare gleicher gegenüber liegender Kanten.

22. (cpoma).

Pic = 37" 15i/2' (2) p2c = 37° 133/4' (2)

Psc = 37 15 (2) 1hf = 37 13% (2)

*) Von der Mussaalpe erhielt ich solclie Combinationen: (ptma) und (ptoni). Sit?.b. d. mathem.-naturw. Cl. XL1X. Bd. I. Ahth. 5

Z e [> li a r o v i c h.

Dieser und der frühere Fall wurden nur einmal, beide an vor- züglich und gleichmässig ausgebildeten Kr. der Turiner Sendung, beobachtet.

III. Zwei gegenüber liegende Kanten gleich.

23. (cpma).

Pic = 37° 15%' (2) pzc = 37° 14' (3)

Psc = 37 15y4 (2) pitc = 37 16 (2)

24. (c*y.pisma). x(335).

Pic = 37' I514 ' (2) pzc = 37° 14«/a' (3)

j,,e === 37 15 (2) /?4c = 37 18 (a)

xlC = 24" 7' O)

Xj^! =13 (sa)

25. {cpsmaj.

Pic = 37° 15y2' (2) />,»», = 52° 44% ' (1)

p3e = 37 15 (3) p8m3 = 52 441/, (3)

pzc = 37 12% (3) p2mo = 52 44 (2) (Vergl. auch Nr. 10, S. 62.)

IV. Zwei Nachbarkanten gleich.

26. (cpzismfa}.

Plc = 37°

11 y%

(2)

Pimi ^2

' 46%' (3)

p^c = 37

11

(2)

Plst = 29

30% (3)

p3c = 37

9%

(1)

jooSj = 50

25% (3)

Pzc = 37

14

(1)

pziz == 16

49% (2)

IhPi = 50

41

(3)

Sjflj = 37

1Vz (2)

P1P2 = 50

38

(3)

•sV"i = 39

33 (2)

J9jär4 = 64

42

(2)

Piai = 64

42%

(2)

27. (cpozismfa)

I.

p3c = 37°

16 %'

(3)

J»s»'3 = 52°

44%' (3)

pKc = 37

16%

(3)

^4m4 = 52

46 (2)

/?,c = 37

15

(3)

p3az = 64

39 (3)

pzc = 37

12%

(2)

p3a3 = 64

34% (3)

P3^4 = 50

41%

(3)

J»4«3 = 64

45% (2)

/?4/>, = 50

40%

(2)

Pi«i = 64

37% (2)

p,p2 = 50

42%

(2)

^2 «2 = 64

36% (2)

28. (cpoma).

Pzc = 37° "

15'

(3)

P\mi 52°

50' (2)

p3c = 37

14%

(3)

P3™3 = 52

46 (1)

pkc = 37

11%

(1)

PtPs = 74

25 (3)

/,,<• = 37

9%

(2>

f2j»3 = 50

38 >/2 (3)

Krystallographische Studien über den [dokras. 07

29. (cqptoismfa).

Pzc = 37° 13* (1) p3c = 37 13 (2)

lhc = 37 14"4 (2)

30. (cpzismaj.

pikc = 37° 14i/3 ' (3) }hc = 37 14i/3 (3) p2c = 37 22 1/6 (1)

V. Ungleichheit aller m es s baren Kanten war am häu- figsten zu beobachten. Ausser den unter Nr. 3, 7, 8, 9, 11 und 12 angeführten Fällen seien nur noch die folgenden erwähnt.

31. (cpsmaj.

lhc = 37° 16' (1)

pzc = 37 11 20" (1) pom2 = 52° 42' 45° (1)

p3c = 37 15 11 (3) p3m3 == 52 44 15 (2)

pkc = 37 17 53 (3) p4w4 = 52 48 (l)

da demnach

Ergänzung1 zu 90°

Cmz = 89° 54' -J- 5' 55"

cmit = 90 5 53 5 53

~~ 179° 59' 58" + 0 2

und

cnh = 89 59 26 + 0 34

hat die c in der Zone [m2cnh] eine von der normalen bedeutend abweichende Lage.

32. (cnptsma).

ptc = 37° 15' (i) psc = 37° 20' (1)

poc = 37 10 (1) pKc = 37 17 (1)

33. (epmfa).

Pic = 37° 16 i/o' (2) p3c = 37° 11%' (2)

pzc = 37 13 (1) pkc = 37 5% (2)

68

Zepharovich.

Mittelwerthe aus allen Messungen au

grünen Mussa-Krystalleu *).

Winkel der Normalen

n

S(P)

/(Hl) ; c(001)

37° 14'

37-?"*

139

219

m'(ilO)

52 45

27-s *

54

93

m2(iT0)

90 0

44

7

9

o'(ÜO)

64 39

59-9 *

43

67

^(111)

50 40

4-3 *

33

63

^3(lll)

74 29

9-6 *

14

28

«'{1,1, 20) :c(00i)

2 15

50

2

a

£'(1,1,10) : c(OOi)

4 22

25

5

a

^'(118) : c(OOi)

5 28

36

13

a

/(Hl)

31 43

0

2

a

3'(117) : c(001)

6 24

43

7

a

£'(116) : c(001)

7 21

19

11

a

/(Hl)

30 6

26

3

a

£'(115) : c(001)

8 28

32

19

a

/(Hl)

28 27

21

3

2

>j'(114) : c(001)

10 19

34

18

a

/(Hl)

26 34

0

3

a

3(113) : c(001)

14 17

55

6

a

/(Hl)

22 55

58

3

4

i'(Ü2) : c(001)

20 52

10

6

6

/(Hl)

16 36

0

1

a

x'(335) : e(001)

24 7

0

1

a

£'(221) : c(001)

56 48

32

3

sa

m'(ÜO)

33 17

0

4

a

<(331) : c(OOi)

66 17

40

2

3

/(Hl)

29 4

43-7 *

15

23

m'(HO)

23 41

53

18

26

o'(101) : c(OOi)

28 9

15

15

17

a'(100)

61 47

26

4

6

/(Hl)

25 20

46

18

21

v'(102) : c(001)

15 26

30

4

a

z'(2H) : ß(100)

46 34

30

2

2

m'(HO)

43 17

0

1

2

/(Hl)

18 7

17

12

5

2(833) : a'(100)

38 28

0

1

a

/(Hl)

26 16

30

2

a

1) Die ans den mit * bezeichneten, gemessenen Winkeln berechneten Werlhe sind in der Tafel S. 30— 37, Coloune /. enthalten.

Krystallngraphische Studien iilier den Idokras

69

Winkel der Normalen

n

S(p)

p'(319) : c(00i)

10 44

30

1

a

r'(629) : c(00i)

20 25

0

1

a

«'(312) : c'(OOl)

40 22

47

6

10

«4(0 10)

78 11

50

2

5

m'(HO)

54 41

56

4

7

Wo(lTO)

73 12

18

4

5

4(312)

23 43

24

2

5

/(Hl)

16 49

30 *

8

14

»'(211)

11 17

0

1

2

g'(31i) : c(001)

59 30

0

2

5

«'(100)

35 8

47

10

12

m'(HO)

39 33

26

7

4

p'(lil)

29 29

58

24

30

*8(131)

45 20

0

1

1

ftCiii)

50 26

16

7

10

*'(211)

11 25

50

2

1

z'(312)

19 8

26

3

5

?'3(3T2)

33 37

36

3

5

y(4H) : «'(100)

28 4

0

1

1

io(711) : fl'(lOO)

16 49

20

1

a

«'(131)

18 45

0

1

a

m'(HO) : c(001)

89 59

45

11

25

«'(100)

44 58

25

10

17

?'(530) ; «'(100)

31 0

0

15

sa

f (210) : fl'(iOO)

26 32

46

2

3

m'(HO)

18 24

0

1

1

«'(100) : c(001)

90 0

57

9

13

Für die in der Tafel enthaltenen 88 Messungen der Kante (001 : hhl) an 10 flachen Pyramiden beträgt die Abweichung gegen die Berechnung 102 Minuten; übergeht man aber die nur einfache Be- stimmung von x'c, so stellt sich die Abweichung bei 87 Messungen auf 78 Minuten.

Die grüne Farbe der Mussa-Kr. zeigt sich in den verschie- densten Abstufungen, spargelgrün, grasgrün bis pistazien-, öl- und olivengrün, mit vielerlei Graden der Pellucidität. Manche sind an den beiden Enden verschieden, z. B. gras- und pistaziengrün, oder grün und roth gefärbt; zuweilen erscheint auch eine grüne Säule von einem braunen Bande quer durchzogen.

t 0 Z e p h a r o y i c h.

Das Dichroskop, parallel mit der Endfläche gehalten, zerlegt das Grün der Kr. oft mit auffallendem Unterschiede in eine (jB) smaragd- oder grasgrüne Axen- und eine (0) grünlich- oder bräun- lichgelbe Basisfarbe. Dichroismus war an einigen Kr. zu beob- achten , einen fand ich bräunlichgelb in der Richtung der Axe, ülgrün senkrecht darauf gesehen.

Das speci fische Gewicht der grünen Mussa-Kr. ergab sich im Mittel von 24 sorgfältigen Bestimmungen

3-408 mit den Grenzen . . 3-364 3-479. Rammeisberg fand 3-407*).

B. B raune Varietät.

Die Kr. dieser manganhältigen Varietät von der Mussa-Alpe erscheinen gewöhnlich als schlanke Säulen, deren Umriss durch das vorwaltende (100) bedingt wird; die Flächen von (110) und an- deren Prismen von welchen nur ausnahmsweise (120) und (130) nachgewiesen werden konnten treten in der Regel gegen die ersleren Zurücks). Nur zuweilen stellt sich eine (110) Fläche breiter ein und bewirkt einen vorherrschend dreiseitigen Umriss. Annähe- rungen vielflächiger, vertical geriefter Säulen an cylindrische For- men kommen zumal bei den dickeren Kr. Yor.

In der Art, wie die Säulen zum Abschlüsse gelangen, lassen sich dreierlei Typen unterscheiden.

Hab. 1. Die (001) erscheint allein an dem freien Krystallende. Fig. 35.

Hab. 2. Um die vorwaltende (001) ist ein schmaler Flächen- kranz entwickelt. Fig. 36 und 37.

Hab. 3. Die (001) und die Randflächen sind gleichmässig ausgedehnt. Fig. 38.

In diesen Typen wurden beobachtet: |(00i), (117), (115), (111), (331), (101), (132), (131), (110), (120), \ oP fiP %P P 3P P~ »4P3 3P3 coP o*P2

((130), (100).

\ ooP3 ooPos

i) Minernlchemie 1860, S. 736. ') Vergl. S. li'i.

Krystallographische Studien über den Idokras. 7 1

Der Hab. 2 erinnert an manche Kr. vom Findelen-Uletscher hei Zermatt; auch die Flächenmerkmale einzelner Krystallformen stimmen zum Theil mit jenen der Zermatter, zum Theil mit jenen der grünen Mussa-Kr. überein (s. Fig. 39 u. 40). So fehlt hier auf c(001) nur sehr selten die Täfelung durch mehr weniger häu- fige, quadratische, mit den Kanten zu (110) parallel gelagerte Blättchen und sind auch einzelne Lamellen-Enden in Linien in dieser Richtung hinziehend, zu bemerken.

Auf p(lll) treffen wir theils pentagonale Blättchen wie an den grünen Mussa-Kr. oder auch reetanguläre wie an den Kr. vom Fin- delen-Gletscher; ausserdem auch noch zuweilen horizontale Rie- fung. Dieselbe Fläche der Kr. von Rympfischweng bei Zermatt trägt die fünfseitigen Blättchen in gewendeter Lage.

#(331) ist immer parallel mit der Kante zu (110) gerieft oder treppig abfallend.

Auf s(131) zeigen sich oft sehr deutlich Schuppen, dreiseitig begrenzt durch Linien parallel den Combinations-Kanten mit den benachbarten Flächen von (132), (110) und (100); sie liegen einzeln oder dachziegelartig übereinander auf der überdies oft noch parallel mit (100) gerieften Fläche. Hier lässt sich das Entstehen der für die Flächen von (131) überhaupt charakteristischen Riefung, durch das seitliche Verschmelzen und das Überlagern mit dem nach (100) gerichteten Rande einzelner trigonaler Schuppen verfolgen.

Auch auf £(132) zeigen sich dreiseitige Blättchen, aber hier liegen sie umgekehrt mit einer Spitze gegen (001) gewendet1), und durch Linien parallel den Kanten mit den benachbarten Flächen von (Hl) und (132) und der unterhalb liegenden Fläche von (131) begrenzt. Eine dieser Seitenlinien und zumeist die zu einer anlie- genden Fläche von (111) parallele, ist auch als Riefungsrichtung zu beobachten. Es gelingt nur selten diese Merkmale auf (132) nachzuweisen, sie verschwinden meist unter vollkommener Ebenheit derselben.

f) Nur an einem Kr. fand ich auf 1 Flächen von (132) die Schüppchen mit der Spitze nach ahwärls gerichtet, während sich auf drei anderen noch vorhandenen Flächen einfache Riefung- zeigte.

t Z Zepharövich.

Combinalionen.

Fig. 35. c(001), «(100), m(110).

Viel häufiger als grüne sind braune einfache achtseitige Prismen als Grundgestalt vielseitiger oder cylindrischer Säulen in den ver- schiedensten Höhe- und Breite- Dimensionen, und ist an diesen zum Unterschiede von ersteren, meist « breiter als m angelegt (s. Fig. 32).

Fig. 36 und 37. c(OOl), p(lll), *(331), /(132), s(13I), «(100), w(110).

Repräsentanten des zweiten Typus, nach obigem der nächst oft vertretene. Seltener sind (111) und (331) allein anzutreffen. Immer treten die Pyramidenflächen unvollzählig auf, so dass sie aus- schliesslich oder vorherrschend nur an einer Seite von (001) er- scheinen. — Dieselbe Unregelmässigkeit der Ausbildung gilt auch für den dritten Typus, dargestellt durch

Fig. 38 mit den oben bezeichneten Flächen.

Viele von diesen Kr., welche ich sämmtlich den Herren Sella und Gastaldi in Turin verdanke, Hessen vorzügliche goniome- trische Beobachtungen zu, aus welchen ein Parameterverhältniss, etwas abweichend von jenem für die grünen Kr. derselben Localität folgt (s. S. 25).

Aus einer grösseren Reihe specieller Daten gebe ich hier einige

Messungen einzelner Krystalle.

1. c(001), .p(l'li). *(331), o(101), i(132), s(131), «(100), j»(110).

Fig. 39, gelblich rothbraune, durchsichtige, 17 Mm. hohe und 4 Mm. breite Säule.

piC = 37° 1414' (i) p4ö4 _, 64° 40' (2)

piC = 37 13% (2) ent = 90 0 ( 3 )

;j4W?4 = 52 48 ' (1) r«, = 90 0 ( 1 >

rm4 = t)0 1 (1) ca3 = 90 3</3 (1)

cas = 90° 2i/2 (1)

2. c(001),^(lll), *(331), e'(132), s(13i), «(100), w*(110). Fig. 40, ausgezeichnet schönes . glatt und glänzend-flächiges

Individuum; rothbraun, durchsichtig.

Pkc = 37° lo34' (2) /,s7 = 19° 10' (2)

Pic = 37 IG 1 i8«a = 19 108/4 i1»

s8c = 59

33 %

(2)

cat == 90

0

(3)

ca2 = 90

1

(3)

cas == 90

2

(3)

cak = 90

1

(3)

Krystallograghische Studien über den Idokras. 73

Plmt = 52 44% (3)

cm, =90 1 (3)

' Wl = 50 42% (2)

Plat = 64 41 (2)

z7c = 40 18% (3)

3. Hochsäuliger Kr. ganz ähnlich dem in Fig. 40 dargestell- ten; mit den Prismen noch das seltene A(130), vertical gerieft, bestimmt durch die Zone [ci7s7h7~].

Pic = 37° 12'/10* (3) i7c = 40° 21' (3)

p2c = 37 12 (3) i8c = 40 20 % (3)

Pic = 37 13 % (3) t'^s = 33 39i/4 (3)

piPa = 50 39% (3) tlft = 16 49 V, (3)

Pl/,4 = 50 41 Va (2) ttf4 == 16 48 '/2 (2)

^,04 = 64 371/3 (2) i,Pk == 16 493/4 (3)

päa2 = 64 43 % (2) isPi = 16 50 1/4 (3)

pkak = 64 49 (2) ij«, = 19 8 (3)

tzc = 66 18% (3) **8*8 = 19 10 (2)

ilC = 40 19% (3) i'cmt 73 11 % (2)

*8c = 40 21% (3) siPi = 29 34% (3)

slöl = 35° 5«/4 (3)

4. Ähnlich den beiden vorigen, mit einer Fläche von o(117); «2 und a3 mit verworren gelagerten Säulchen bedeckt.

lhc = 37° II1/4' (2) nhc = 90° 1%' (3)

P4C = 37 16i/2 (2) oV s 6 14% (a)

^lC = 37 14% (3) ^c == 40 21% (3)

Pinil = 52 46% (3) ioc = 40 2iy6 (3)

i8c = 40° 231/4 (3)

Jj. Breite Säule geschlossen durch die sehr glatten c(00i), p(lll), *(331), i(132) und s(131); rothbraun durchsichtig.

Pic = 37° 14%' (3) iac = 40° 20%' (3)

tiPi = 29 4% (3) i8s8 = 19 11% (3)

txnn = 23 41 Va (2) *8^ = 59° 32'

cm, = 90° %' sie = 59 37% (3)

hai = 49° 38' (3)

*,*„ = 24 32i/3 (3)

ss(h = 74° 10% '

Plz8 = 16 50 (3)

6. Kleines glattflächiges Kr.-Fragment, Combination wie oben mit sehr wenig ausgedehntem (101).

Pkc = 37° 13'/2' (3)

ilC = 40 221/4 (3) s7e = 59 33 Vi (3;

74

Z e p Ii a r o vi c h.

Mittelwerthe aus allen Messungen an braunen Mussa-Krystallen ').

Winkel der Normalen

n

S(P)

/(Hl) :c(001)

37° 13' 52"

15

34

m'(HO)

52 46 5

5

10

«'(100)

64 40 35

8

16

^2(lil)

50 40 56

3

7

d'(117) : c(001)

6 14 49

1

«

£'(115) : r(001)

8 34 40

1

«

<'(331) : c(001)

66 17 35

8

18

/(lll)

29 5 48

6

13

m'(HO)

23 40 52

4

6

«'(100)

49 38 43

3

5

z'(312) : c(OOi)

40 20 0

23

51

A'(310)

49 18 59

1

2

»n2(lTO)

73 11 30

1

2

/>'(111)

16 50 29

6

15

*'(131) : c(001)

59 32 21

16

36

«'(100)

35 4 24

3

7

«4(010)

74 11 13

3

6

A'(310)

30 16 11

1

1

//(Hl)

29 34 38

4

8

*'(331)

24 32 20

2

7

f(312)

19 11 39

14

29

4(312)

33 39 9

4

9

m'(HO) : c(001)

90 0 45

8

15

«'(100)

45 0 51

4

7

«'(310) : ^(001)

90 0 1

1

2

«'(100) : c(001)

90 1 14

13

30

ß4(010)

90 0 18

4

8

Die Farbe des Mangan -Id., ein helleres oder dunkleres Braun, Haarbraun, Nelkenbraun oder ein reines Dunkelbraun gibt durch das Dichroskop, senkrecht auf die Prismenaxe betrachtet, zwei sehr ähnlich gefärbte Bilder, wovon das E mehr in's Gelbe, das 0 mehr in's Rothe neigt. Säulen von 7 Mm. Durchmesser sind noch durchsichtig.

') S. Tafel der Berechnungen S. 30 37, Colonne K.

Kryst allographische Studien über den Idokras. i «)

Das specifische Gewicht fand ich im Mittel aus 14 VVä- gungeh

3-479 mit den Grenzen

3-424 3-582

also höher als jenes der grünen Kr. von dieser Localität, entspre- chend den Resultaten der chemischen Untersuchung *) der beiden Varietäten.

Schweiz»

Nordwärts der piemontesischen Localität Gressoney, jenseits der Gletscherfelder des Monte Rosa, liegen in der alpinen Hoch- region die Fundorte, im Nikolai-s) und im Saas-Thale, dem westlichen und östlichen Arme des Visp -Thaies in Ober- Wallis. Über diese verdanke ich die folgenden Angaben meinem verehrten Freunde Prof. Kenngott in Zürich.

An der Rymp fisch weng, gegen den Grat der Täsch-Alpe zu, und an dem benachbarten Strahl hörn, welche beide denFindelen- (Finnelen-)Gletscher imNikolai-Thale bei Z er matt nordwärts begrenzen, erscheinen in dem chloritischen (Pennin) Schiefer grössere Ausscheidungen von derbem braunen Id. mit eingemengtem Pennin; in diesem sind in Nestern, Klüften und Adern, liegend oder stehend, Id.-Krystalle aufgewachsen, einzeln oder unregelmässig gruppirt, zuweilen auch in paralleler Stellung aneinander gefügt. Als Begleiter finden sich Pennin3), bisweilen die Basisflächen des Id. schuppig überdeckend, Granat4), seltener kleine weisse Calcit-Krystalle ( i/2 R) und nadel- oder schilfförmige weisse Kryställchen von Grammatit.

Vom Mittags hörn, südlich von Saas im Saasthale, gegen den Feegletscher zu, stammen nadeiförmige bis stengelige braune Id.-Krystalle. Ausgezeichneter und jenem von Mussa sehr ähnlich ist das Vorkommen vom Feegletscher selbst, besonders auf der insel- förmig aus dem Eise steil aufragenden „Gletscheralp". Die schönen

i) Rammeisberg, Min. Chemie; Descloizeaux Min. I. 281 f.

2J Schon 1806 von Escher als ein bekannter Fundort bezeichnet (Leonh. Taschen!»

I. 333). 3) Kenngott. Übers, miner. Forschungen. 1858, 62. *) F. Wiser, Leonh. u. Br. Jahrb. 1843, 299.

7" 6 Zepharovich,

Drusen von Id. in gleich gewählter Begleitung wie zu Mussa, erschei- nen in Nestern und Klüften eines Gemenges von hellgrünem Id. und dunkelgrünem Pennin. Nach Hess e nberg J) ist das Muttergestein ein dichtes Gemenge von Granat und Diopsid-Massa, wie auch auf der Mussa- Alpe3).

Am Hügel oberhalb der Kirche von Tarasp, am Inn imUnter- Engadin, sind nach Wiser3) kleine mehr weniger deutliche Säulchen gelblichgrün, durchscheinend bis halbdurchsichtig, fettig glasglänzend in silberweissem, stellenweise etwas grau- lichem Talk eingebettet 4).

I. Krystalle von der Rympfischweng bei Zermatt. Ein ganz eigentümlicher Combinations-Typus, das Vorkommen sel- tener, zum Theil ganz neuer Flächen, eine tiefschwarze Farbe und gänzliche Undurcbsichtigkeit verbunden mit lebhaftem Glasglanze, unterscheiden diese Krystalle in auszeichnender und auffallender Weise von denen anderer Fundorte 5). Die grösste der mir vorlie- genden Säulen, ringsum nicht vollständig ausgebildet, misst im Querschnitte IS und 11 Mm. Sehr kleine Kryställchen zeigen sieb daneben in Drusen und sind bei gleichem äusseren Ansehen durch- scheinend mit rothbrauner Farbe.

i) Mineralog. Notizen Nr. 5. Frankfurt 1863, S. 23.

2) Champeaux fand Id. in den Moränen des Saas-Thales. (ßernouilli geogn. Übers, der Schweiz 1811, S. 1.S0.) Einen Fund von einer andern Localität in Ober- Wallis kolophoniumbrauner Id. aus dem A n t i g r e i o - Thale (Seitenast des Binnenthaies) bei Viesch erwähnt ßernouilli in einem Schreiben an K. Leonhard. (Taschenb. VII, 1813.)

3) Leonh. u. B r. Jahrb. 1849, 803.

*) Als Seltenheit fand Wiser (Leonh. und ß r. Jahrb. 1841. 92; 1S43, 303) ein schwarzes glänzendes Säulchen von Id. (?) oder Rutil (°©/\ °o/>oo, °©P3, P, Poo, oP) umgeben von kleinen Bitterspath-Rhomboedern in dem feinkörnigen schneeweissen Dolomit von Campo longo, bei Dazio grande in Tessin , einge- wachsen. — Die Angabe des Vorkommens von Fieudo am St. Gotthard selbst (Südseite), beruht nach Wiser auf einer unrichtigen Bestimmung des zirkonähnlichen aber wenig über 4 harten Minerales (s. G. L eo nhard's topogr. Miner. 1843, 292).

5) Nach Übereinstimmung in Form und Farbe ergab sich auf den ersten Blick, dass auch ein ausgezeichnet schöner Krystall aus dem k. k. Mineraliencabinet in Wien (Nr. *ö/s5) angeblich vom Vesuv, von demselben Fundorte stammen müsse, eben so auch zwei andere Krystalle, welche in den Fig. u. 4C abgebildet sind.

Krystallographische Studien über den Idokras. 7T

Ali den, in den Fig. 41 46, Taf. VII u. VIII, dargestellten Kr. von der Bympfischweng Hessen sich Flächen folgender Formen ermitteln:

(00t), (116), (114), (113), (111), (221), (331), (101), (212), (737),

0P %P i/4P y3P P 2P 3P P~ PZ P%

(313), (312), (311), (110), (120), (100).

P3 3/2P3 3P3 coP co PI coPoo

Die neue oktogonale Pyramide (737) erscheint mit schmalen, langen und ganz glatten Flächen als Abstumpfung der Combinations- kante von (113) und (132), ausserdem fallt sie mit (313) in die Zone [101, 111] und zwiscben diese Flüchen, und ist daher durch ihre Lage vollkommen bestimmt. Der geringen Breite wegen wirrt das Fadenkreuz nur undeutlich reflectirt. Die gleiche allgemeine Position hat ferner eine zweite neue oktogonale Pyramide (212), von welcher eine Fläche mit sehr geringer Ausdehnung auch in der Zone [113, 311] beobachtet wurde und die seltene (313), für welche bereits von Kokscharow Messungen vorlagen1).

So wie*Art und Entwicklung der Formen im Ganzen ein eigen- tümliches Gepräge diesen Krystallen ertheilen, ergaben sich auch feinere Unterschiede von jenen anderer Fundorte durch die Spuren, welche die krystallbauende Thätigkeit auf den Flächen zurück- gelassen.

Auf der breit angelegten c(00l) findet man Avieder das bekannte System von feinen Linien, welche von den vier Kanten mit (hhf) aus und denselben parallel, gegen das Innere sich folgen und sich als das Piesultat einer treppenförmigen Schichtung äusserst dünner rechtwinkeliger Lagen darstellen.

War die Fläche, wie in Fig. 42, durch einen andern Krystall der Druse in ihrer seitlichen Fortbildung gehemmt, so ist eben an den Berührungsecken mit dem Hindernisse eine raschere flach- pyramidale Aufschichtung quadratischer Blättchen bemerkbar. Auf den Eintritt eines lebhafteren Bildungsvorganges dürfte es hindeuten, wenn, wie in Fig. 44 dargestellt, die eben beschriebene Fläche regellos mit einer Unzahl kleiner Schüppchen besäet erscheint. Bei

i) Mater, zur Miner. Russiands Bd. I, S. 104, Taf. XI, Fig. 14. Ausser der Pyramide P3 erwähnt Kokscharow an Achmatowsker Krystallen eine zweite unbestimmte Pyramide Pn als Abstumpfung der Kanten zwischen P und Poo , welche wahr- scheinlich mit einer der obigen Formen PI oder P7 '3 identisch sein dürfte.

78 Zepharoyich.

einiger Vergrösserung zeigt sich diese Fläche wie dicht gepflastert mit Täfelchen, deren jedes seitlich durch äusserst schmale Pyrami- denflächen eingerahmt ist, die grössten mit geradlinig-rechtwinke- liger, die kleineren und kleinsten mit rundlicher Begrenzung, stark abgestutzten konischen Gestalten ähnlich und eine chagrinartige Oberfläche erzeugend. Immer aber sind die rechtwinkeligen Täfelchen, wo sie auch auf der abgestuften Unterlage erscheinen mögen, mit ihrer Einfassung parallel zu der Kante (001:111) gelagert und nicht selten sind die grössten unter ihnen seihst wieder mit einzelnen rundlichen Blättchen oder Häufchen von sol- ohen bedeckt.

Auch die schmale Pyramide #(113) gibt an demselben Kr., Fig. 44, einen raschen Bau zu erkennen; zart drusig anzusehen, ist sie in ihrem unvollendeten Zustande aus kleinen Hervorragungen zusammengesetzt, von denen einige in Form von Dreiecken mit der Spitze gegen (001) gewendet, bei der Einstellung von (113) reflectiren, während die Mehrzahl, kleine Dreiecke in der gewen- deten Stellung, mit der glatten, zunächst sich anschliessenden (111) Fläche einschimmern. An dem Kr. Fig. 42 und einem ande- ren ganz ähnlichen hingegen, ist die Pyramide (113) mit ebener glänzender Oberfläche am weitesten in dem Flächenkranze zwischen (001) und den Prismen ausgedehnt und bedingt hierdurch den eigentlichen Combinations-Typus. Äusserst zarte, oft dichotome Linien ziehen auf ihr ziemlich gleichlaufend mit der Kante (001:111) hin, nur wenig die glatte Oberfläche störend, während dreiflächige Vertiefungen dieselbe stellenweise unterbrechen. Diese Vertiefun- gen erscheinen als kleine mit der Spitze gegen (111) gerichtete deltoidische Dreiecke, deren Seiten parallel sind zu den Kanten der genannten Fläche mit (001), (011) und (101) und es erglän- zen die einzelnen einwärts gerichteten Flächen der Vertiefungen zu- gleich je mit den an (113) grenzenden (101), (011) und (Hl). Einzeln oder wie nach einer Schnur aneinander gereiht, erstrecken sich diese Vertiefungsecken, auch über die schmale Leiste, als welche, zwischen (001) und (113), die Flächen (116) oder (114) erscheinen. Vergleichen wir in den besprochenen Kr. die Dreiecke, welche die Lage von (llii) selbst besitzen, mit jenen der Vertie- fungsgestalten auf (113), so finden wir dieselben in entgegen- gesetzter Stellung, wie es in der That auch der Vorstellung über

Krystallographische Studien über <len rdokras. 79

die gegenseitige Lage von Flächenelementen und Lücken, durch mangelhafte Einigung derselben, entspricht.

In gleicherweise wie an den Mussa-Kryst. sind an den Kryst. dieses Fundortes die Flächen von p(i\i) und &(132) gezeichnet, nur hefinden sich hier auf (111) die Lamellen, sobald sie bestimmt cou- tourirt sind, in einer umgekehrten Lage. Die penlagonalen Ta- felchen (1. Art, siehe S. 57) sind nämlich mit dem stumpfen Winkel gegen aufwärts (001) gewendet, während derselbe an den Mussa-Kr. abwärts gegen (110) gerichtet ist.

Leicht hemerkt man auf den Flächen von (132) (Fig. 42 und 44) Lamellen, begrenzt in paralleler Richtung mit den Kanten gegen die anliegenden (111) und (011); sie lagern dachziegelartig über einander und kehren den Winkel von 90° gegen (001) Neben diesen oder auch auf die ebene Fläche sind hingestreut sehr kleine Schüppchen, welche begrenzt sind durch zwei längere Seiten eben- falls gleichlaufend mit den Kanten (132 : 111) und (132 : 011) und durch zwei kürzere Seiten, die einen sehr stumpfen Winkel bilden. Die beiden letzteren Seiten scheinen, als gebrochene Linie auf- gefasst, die Richtung der Kante (132 : 131) einzuhalten.

Die Pyramide £(331) ist sehr fein horizontal gerieft. Auch auf $(131) zeigen sich wie auf (132) Lamellen und einzelne Blätt- chen. Hier sind die Blättchen Dreiecke mit parallelen Seiten zu den Kanten von (131) mit (132), (010) und (110) und haben die- selben den stumpfen Winkel nach abwärts gegen (HO) gerichtet *).

Die Prismen sind vertical gerieft und zwar ?w(110) stärker als «(100); auf ersterem ist der lamellare Bau deutlich ausgeprägt durch mehr weniger breite glänzende Bänder zwischen schimmern- den Streifen, letztere durch die einzelnen wellig begrenzten La- mellen bedingt.

Fig. 41 und 42. c(001), *<116), 5(113), p(iii), 6(221), £(331), o(101), *w(212), *w(737}, .r(313), e(312), s(311), w(110), «(100).

An diesem ausgezeichneten, 11 Mm. hohen und breiten, mit mehreren kleineren verwachsenen Kr. Hessen sich mit grösster

i) Estragen demnach die Flachen (132), (131) und (331) an den Krystallen von Rympfischweng- und an den rothbraunen Mussa-Krystallen, die gleichen Merkmale.

80

Z e p h a r o v i e h.

Genauigkeit die auf Seite 26 genannten Winkel messen, welche mit den aus dem Axenverbältnisse: a : c = 1 : 0*537 1 99 berech- neten übereinstimmen.

An demselben Kr. ist die Neigung

c(001)://(lll) = 37° 11' SO' c(001):^3(TTl) = 37 12 2 c(00i):_p4(lli) = 37 1 22

und es liegt die eine so abweichende Kante (cp4) gegenüber jener ((*p2), an welcher die Verwachsung mit einem anderen Individuum stattfand, wodurch sich die auffallende Differenz gegen die beiden anderen fast gleichen Kanten erklärt; aus p4m4 folgt p4c = 37 13' 29". Die breit angelegte c gibt überhaupt mehrere Fadenkreuze neben einander und daher keine verlässlichen Resultate. Dasselbe gilt auch für die beiden anderen Kr. von demselben Fundorte.

Der Seite 76, Anm. 5 erwähnte Kr. aus dem Wiener Mineralien- Cabinet, ein niederes Säulenfragment. 15 und 10 Mm. breit, ist ganz ähnlich der Projection Fig. 42; es fehlen nur die Flächen von (212) und (221), und statt (116) erscheint (114); (113) ist ebenfalls sehr breit entwickelt.

Eine auffallende Abweichung von der idealen Lage besitzen die breiten Flächen von (113) an den beiden oben besprochenen Exemplaren. Ich erhielt an dem in Fig. 41 und 42 dargestellten Kr. (A), an einem kleineren angewachsenen (Z?), und dem Kr. aus dem Wiener Cabinete (C) :

G e in e s

s e

n

Gerechnet

(4)

n | (5)

(CJ

n

Sc

13° SÄVa'

4

13° 47i/3'

2

14° 12%'

Sp

23 isy4

3

23° 11'

1

23 26%

1

23 0%

Sm

76 5

1

75 47 %

Es ist jedenfalls bemerkenswert!), dass an drei verschiedenen Kr. die Winkel von $ zu den benachbarten Flächen nicht einen bedeutenderen Unterschied unter sich aufweisen, ein Umstand, der insbesondere bei der Genauigkeit der Messungen am ersten Kr. veranlassen müsste, die Fläche nicht als (113) zu betrachten, wenn übereinstimmende Beobachtungen an mehreren und auch an kleine- ren Kr. vorliegen würden.

Krystallographische Studien über den Idokras.

81

Mit Übergebung der directen Messungen von Sc wegen der Beschaffenheit von c unsicher ergibt sich als Mittel

= 23° 17%', n = 5

und daraus würde wenn pc 37° 131/.}' angenommen wird

de = 13° 55% '

und für ^ der Index (1, 1, 3062) folgen; an ähnliche erinnernd, welche Kokscharow für zwischen (311) und (411) liegende oktogonale Pyramiden berechnet hat.

Wie in der Zone mc , weichen auch die Berechnungen der Kanten von $■ und Flächen anderer Zonen, mehr weniger von den Messungen ab. So ist am Kr. (Ä)

gemessen

n

berechnet

28° 24' 50" 17 57 28

1 3

28° 14' 1" 17 49 55

Nimmt man aber statt dem normalen Winkel (113 : 001) = 14° 123/4' den wirklich gemessenen der einen Kante #(1, 1, 3-06) : c(001) = 13° 57' 10" in Rechnung, so folgt

ä'i* = 28° 26' 21" to*y = 18° 2' 15"

welche Werthe mit den obigen Messungen natürlich gut stimmen und die Richtigkeit der Indices (737) der neuen Fläche w mit be- stätigen. Noch wurden gemessen die Kanten

y0* = 20° 35' 5" 3'»' = 18° 8' - (a)

SV = 47 20 5 S'x' = 17 55 - («)

Unterhalb t' zeigte sich am Kr. Fig. 41 eine schmale Fläche, welche schwach das Fadenkreuz reflectirte; die unsichere Messung ergab den Winkel zu

m' = 21° 51' 37"

woraus der Winkel zu

t' = 50'

folgen würde, während eine directe aber ganz approximative Messung denselben mit 3' 40" bestimmte. Nach der ersteren Angabe würde die Fläche mit (3-28; 3-28; 1) annähernd = i%Pzu be- zeichnen sein.

Sitzb. d, mathem.-naturw, Cl. XUX. Bd. I Abtli. q

82

Zepharovic h.

Fig. 43 und 44. c(001), *<116), .5(113), ^(111), *(331) o(101), *(312), s(311), *w(737), »i(iiö), «(100),

Breite niedere Säule mit 10 Mm. Seite, begleitet von kleinen weissen Calcit-Kr. (— yaR); (001) und (113) nicht gut reflecti- rend; sämmtliche Flächen deutlich parkettirt oder gerieft.

Fig. 45. c(001), 3(113), p(lll), *(331), o(101), #(313), t(312) s(311), «(110), f(210), «(100).

Die Skizze zu dieser Zeichnung verdanke ich Herrn Hofralli Haidinge'r. Dieselbe hatte die Überschrift: „schwarzer Id. von Brozzo, Piemont". Dort kommt aber nach Gastaldi's freundlicher Mittheilung Id. nicht vor. Die Ausbildung der Combination, das Auftreten der seltenen (313), so wie die Farbe lassen annehmen, dass der Kr. von dem hier behandelten Fundorte stammte.

Fig. 46. c(001), 3(113), p(lil), o(101), s{311), m(110), «(100).

Entworfen nach einem 11 Mm. breiten und 8 Mm. hohen Frag- mente eines grossen schwarzen Kr. aus dem Wiener polytechnischen Institute ohne Angabe des Fundortes. Die Ausdehnung von (113), die Oberfläche derselben und von (001), (101) und (110) ent- sprechen vollkommen den Kr. von Rympfischweng. Mit dem Contact- Goniometer bestimmte ich:

3c

14° 7" 75 53

90° 0'

Mittelwcrthe aus allen Messungen der Krystalle von Rynipfischweng.

Winkel der Normalen

n

S(P)

;/(lll) : c(001)

37° 13'

12"

4

7

ro'(HO)

52 46

46

7

9

e'(116) : c(001)

7 18

15

2

a

vj'(H4) : c(001)

10 21

-

1

a

*'(33i) :/(1ll)

29' 4

47

4

7

m'( 110)

23 42

10

3

4

o'(IOl) : ,(001)

28 4

45

2

5

a'(10Ö)

61 52

1

1

//(1I1)

25 19

20

1

3

Krystiillog-iaiihische Studien über den [clokr;

s:t

Winkel der Normalen

n

S(P)

»'(212) :/(Hl)

11 4o

1

a

s'(311)

29 39 13

1

a

w'(737)

2 6-

1

a

w'(737) :/(lll)

13 52 16

3

5

o'(101)

11 25 2

2

u

?'(312)

10 29 3

5

a

.r'(313)

2 27 -

a

a/(313) : c(001)

28 53 -

a

o'(10i)

7 31 15

a

i'(312)

11 27 -

a

t'(312) : c(001)

40 19 10

2

4

«"(312)

23 40 35

2

4

s'(311)

19 11 15

4

10

6(311) : a'(100)

35 8 -

2

/(lil)

29 34 10

2

«"(311)

31 42 10

3

o'(lOl)

33 37 -

2

m'(110) : e(001)

90 - -

2

m"(110)

90 - -

2

«'(100)

45 2 50

3

7

Die vorstehenden Messungen sind mit der zweiten Colonne der berechneten Werthe (K), Seite 30 37, zu vergleichen. Die Über- einstimmung der Messung und Rechnung für die Flächen von (212), (737) und (313) kann, da dieselben ihrer geringen Entwicklung wegen nur eine approximative Bestimmung zuliessen, wohl als eine ganz genügende betrachtet werden. Die Indices dieser Flächen folgten unabhängig von den Messungen aus ihrer sicher nachweis- baren Lage je in zwei verschiedenen Zonen.

$4 Z e p h a r o v i c li.

II. Einen ganz andern Typus besitzen jene Individuen, welche ich unter der Bezeichnung: „Krystalle vom Find elen- (Finnel-) Gletscher bei Zermatt" von Prof. Kenngott, und „Zer- matt« allein, von Dr. Krantz erhielt. (Fig. 47 Sl.Taf.VIIIu.IX.)

Es sind kleine kurzsäulige Combinationen von dunkelbrauner Farbe und undurchsichtig, oder bei kleineren Dimensionen und hellerer Färbung, durchsichtig mit einem Stiche in's Grüne, mit den Formen: (001), (111), (113), (331), (101), (312), (311), (HO), (120), (100). oP P %P 3P Pcc %P3 3P3 eoP ocFZ ocPoo

Die (001) schliesst, oft vorwiegend ausgedehnt, die Säule, den Pyramiden nur wenig Raum zur Entwickelung lassend. Sie ist, wie auch an den Krystallen anderer Fundorte, durch kleine recht- winkelige, oft quadratische Blättchen getäfelt, welche zuweilen nach den Diagonalen schwach erhöht oder mit sehr stumpf angesetzten Leistchen eingerandet sind. Ausserdem gewahrt man auf dieser Fläche Aufschichtungen von rechtwinkeligen Lamellen, diese mit ihren Seiten immer parallel zu dem Prisma (HO) und daher auch zu den einzelnen Täfelchen, gestellt. Zuweilen zeigt sich nur an einer Stelle von (001) ein System von übereinander lagernden kleineren Blättehen, während man in arideren Fällen verschiedene solche Systeme oft scharf gegen einander abgegrenzt, wahrnimmt; dann gelingt es auch meist auf den Pyramiden oder Prismenflächen eine Trennungslinie weiter zu verfolgen, zwei oder mehrere Indivi- duen nachzuweisen, die in ihrer Vereinigung den scheinbar ein- fachen Kr. bilden. Häufig sind solche Kr. -Aggregate schon durch mehr weniger auffallende Unterschiede in den Dimensionen der ein- zelnen, parallel oder doch annähernd parallel geeinten Individuen bezeichnet. Die kleinen Parkettäfelchen aber sind ohne Beziehung zu den Lamellensystemen ganz regellos über dieselben verbreitet, sie sitzen eben so auf den einzelnen Stufen, wie auf den obersten Lagen; nur ausnahmsweise bringen sie hie und da eine Überein- anderfolge von Lamellen zum Abschluss. Es darf daher die Par- kettirung der Basisfläche an und für sich nicht als ein Ergebniss der Kr.-Einigung des Id. aufgefasst werden.

In ähnlicher Weise, wie auf (001) gibt die Beschaffenheit auf der (lll)-Fläche den Fortschritt eines regelmässigen lamellaren Aufbaues zu erkennen durch Linien, welche parallel mit der Kante zu

Krystallogrnphische Studien über den Idokras. OO

(001) oder senkrecht gegen dieselbe, häufig aber in diesen beiden Richtungen und in einer Diagonale der Fläche aneinander stossend, eine zarte Riefung bewirken. Auch rechtwinkelige Täfelchen ein- zeln oder in geschlossenen Reihen, oft mehrfach von feinen Linien eingerahmt, zeigen sich auf den Pyramidenflächen (Fig. SO und 51) ähnlich wie an den Kr. vom Vesuv (Fig. 10 und 11).

Die achtseitigen Pyramiden sind glattflächig und die Prismen vertical gerieft; die letzteren gehen oft mit gerundeten Kanten in einander über, fassartige Gestalten bildend.

Eine weitere Übereinstimmung der Kr. vom Vesuv und von Zermatt herrscht im Äusseren in den einfachen Combinationen (s. Fig. 1 u. 2, und Fig. 47 u. 48) , nur dass an den letzteren die, an Vesuv-Kr. fast nie fehlenden Flächen von (101), nur als Selten- heit beobachtet wurden.

Zu genauen Messungen waren die Kr. dieses Fundortes mit ihren wenig ebenen Flächen nicht geeignet. Aus 10 Messungen der Kanten cp und pm folgt, wie Seite 27 angegeben:

ci> = (001 :111) = 37° 12' 48" welcher Werth mit dem an Vesuv-Kr. erhaltenem verglichen, sich nur um 20" grösser zeigt.

Sämmtliche Messungen von cp ergaben die Grenzwerthe

37° 5' 23" 37° 18' 29'

jene von pm n

J ' 52° 43' S2 - S2° 55* 16

wobei die mehrfach messbaren gleichen Kanten eines Kr. um 3, an

einem andern um 8 und um 11 Minuten differirten.

An dem vorzüglichsten Kr. erhielt ich

pc = 37° 12' 20" )

pm = 52 47 S8 t Gew. 3

mc = 90 - )

und es erklärt sich die Differenz von 18" der beiden ersteren

Messungen gegen die letzte dadurch, dass die Fläche p nicht genau

in die Zone mc fiel.

An demselben Individuum, wo dasselbe aber seitlich mit einem

andern verwachsen war, bestimmte ich

p"c = 37° 0' i7", Gew. 2.

Endlich ergab sich als Mittel je dreier approximativer Messungen

sc = 39° 31' 8" ig = 40 23 40

o !) Zepharoric li.

III. Krystalle aus dem Saasthale. An den nadeiförmi- gen, zum Theil flächenreichen Kr. vom Mittagshorn südlich von Saas erscheinen nach Prof. Kenngotfs brieflichen Mittheilungen (110), (100), (Jiko), (001), (111), (221) und zwei bis drei okto- gonale Pyramiden, und an den kurzen, breiten, grasgrünen Kr. vom Feegletscher am Mittagshorn, die Combinationen: (110). (111); (HO). (111). (001); (110). (100). (111). (001) mit zwei Pyra- miden (hkl).

Fig. 52, Taf. IX, gibt eine ungewöhnliche Id. -Form von dieser Localität, abgebildet und beschrieben von Fr. Hessenberg *):

m(110) . «(100) . s(13i). „Mit nur sehr untergeordnetem oder auch ganz fehlendem (111) erseheinen demnach dje Kr. durch (131) allein, steil und völlig zu- gespitzt, und dabei säulig stark verlängert. An (131) wurde die Kante:

gemessen berechnet (A')

Y = 134° 20' = 134° 40' A' = 148 43 = 148 22

Die Kr. sind grasgrün, in's Braune fleckig verlaufend, wie es von den Tavetscher Sphenen bekannt ist, erreichen eine Länge bis 10 Mm. und Dicke bis 2 Mm., finden sich aber auch daneben äus- serst zahlreich in winziger Kleinheit.*

Hessenberg's Mittheilung gewinnt dadurch an besonderem Interesse, dass sie einen weiteren Beleg liefert zu der, durch die Begleiter bewirkten und bereits von Kenngott 3) hervorgehobenen grossen Analogie der Id. -Vorkommen im Ala- und im Saas-Thale. Ich beobachtete nämlich die gleiche Combination ebenfalls an einem isolirten grünen Kr. von der Mussa-AIpe (s. S. 65 Fig. 33 u. 34). An beiden Localitäten sind mit dem Id., Krystalle von Diopsid, Hyazinth-Granat, Klinochlor, von Apatit und Calcit, in Drusen auf gleichartiger Unterlage aufgewachsen.

») Miner. Notizen Nr. li. Frankfurt 1863, S. T.i. Taf. 2, Fig. 21. 2) Ühers. der miner. Forschungen 1838, S. 102; I861j S. 17.

Krystallographische Studien über den Idokras iS7

Tirol.i)

I. Die Vorkommen von der Porgumer A!po am Wild- kreuzjoch in Pfitsch («) und von der Seh warzenst ei n- Alpe im Zillerthale (6), sonst ganz ähnlich, unterscheiden sich nur durch die Gesteinsunterlage; an der ersten Fundstelle (a) Allochi'oit und dichter Id., an der zweiten (b) Chloritschiefer. Die kleinen höchstens 10 Mm. hohen Kr., mit lebhaft glasglänzenden Flächen, ölgrün in"s Spargelgrüne oder Nelkenbraun, halbdurch- sichtig, einzeln oder in Drusen vereinigt, sind begleitet von Diopsid, rothein und schwarzem Granat, Calcit und Klinochlor, welch' letz- terer oft in den Id. -Kr. eingewachsen ist.

Fr. Hessenberg beschrieb eine Druse aus Pfitsch mit roth- braunem Granat (in der seltenen Combination 202 . ooO . 3/<iO . 303/2)> Id., Klinochlor und Diopsid auf einer fast dichten Unterlage, scheinbar einem Gemenge aus den genannten Mineralen 2). Kenn- gott hält nach Form und Farbe den Granat für Grossular, da auch das übrige Vorkommen jenem von der Mussa-Alpe ähnlich sei3).

Ein grünes derbes Mineral mit splitterigem Bruche aus dein Pfitsch-Thale wird ebenfalls zum Id. gerechnet4).

II. Wenig ausgezeichnet ist der Id. aus Pregratten. Lie- bener theilte mir mit, dass er von der Dorfer Alpe (nordöstlich von Wind.-Matrei) ein Exemplar erhielt, an welchem sich bei 12-S Mm. lange und 3-75 Mm. breite säulige Kr. zeigten in einem (wahrscheinlich früher mit Calcit erfüllten) Hohlrau ue der gleichen, stengelig zusammengesetzten, lichtgrünen, kantendurchscheinenden Id. -Masse, welche dichten, ziegelrothen Allochroit zur Unterlage hat. Das Vorkommen gehört höchst wahrscheinlich dem Chloi itschiefer an. Früher schon gelangten von demselben Fundorte Id. in kleinen Kr. und derben Stücken nach Wien. Von der Eichhalmspitz am Ende des Dümmelbach-Grabens (Wind. - Matrei WNW.), bewahrt

>) L. Liebener und J. Vor haus er, Die Miner. Tirols, Innsbruck 1832, S. 140. > Zep har o vi ch, Miner. Lex. S. 464. Neuere auf den Id. bezügliche Raten hat mir unlängst L. Liebener freundlichst mitgetheilt.

2) Miner. Notizen Nr. 2, Frankfurt, 1838,- 9.

3) Übers, der miner. Forschungen, 1838, 101. *) Ramm elsberg, Miner. Chemie, 1860, 737.

8$ ZephaVovich.

das Wiener Mineralien-Cabinet ein dem obigen ähnliches Vorkommen. (H. S. Nr. I. 3480.)

Man darf wohl erwarten, auch anderwärts in der Verbindungs- linie der beiden letztgenannten Localitäten Id. aufzufinden. Jen- seits der Tauernkette im Pinzgau ist ebenfalls Id. bekannt (siehe Salzburg).

I. a) Krystalle von der Porgumer Alpe am Wild kreuzjoch in Putsch.

Die ungemein netten Kryställchen von diesem Fundorte zeich- nen sich durch ihren Flächenreichthum, bei pyramidalem oder tafeli- gem Typus aus. An sechs Kr. aus dem Wiener Mineralien-Cabinete beobachtete ich an den Taf. IX u. X, Fig. 53 und 57 dargestellten Combinationen die Formen:

U001), (113), (445), (111), (885), (221), (331), (101), (201), (477) \ OP %P %P P %P HP 3P Poo 2Poo P%

((121), (241), (135), (132), (131), (HO), (120), (130), (100). ( 2P2 4P2 %P3 %PS 3P3 c»P ~/>2 **P3 ~Poo

Mehr als an anderen Localitäten lässt hier Ebenmass in der Ausdehnung gleichartiger Flächen die Kr. wenig von der idealen Regelmässigkeit abweichen; dabei sind die Flächen meist vollkom- men eben und lebhaft glänzend.

Nur an einigen Individuen Hessen sich auf (001) bei starker VergrÖsserung gewellte Linien oder eine schwache Erhebung nach den Diagonalen und auf (111) eine zarte Riefung in zweifacher Richtung parallel zu den Kanten mit (001) und mit (132) erkennen.

Von den oben genannten Formen sind die octogonalen Pyrami- den (135) und (477) und die tetragonalen (445) und (885) neu; es sind aber die Beobachtungen , auf welche sich diese Indices gründen, sämmtlich nur wenige und unsichere.

Die Ergebnisse der Messungen von (001:111) = 37° 12' 34" sind, wie S. 27 mitgetheilt, mit den an Kr. von der Sonuna und vom Findelen-Gletscher erhaltenen Werthen fast übereinstimmend. Obgleich die Mehrzahl der Beobachtungen zu den besten zu zählen sind, schwanken dieselben doch zwischen weiteren Grenzen, für

Krystallographfsche Studien ülter den [dokras. 89

(OOi : 111) zwischen 37° 10' (3) und 37° 15' 50" (3)

(111 : HO) 52 47 42" (3) 52 43 28 (2)

so dass eine Vervielfältigung derselben, behufs einer sicheren Er- mittlung des Axenverhältnisses noch zu wünschen wäre. Eine weitere Bestätigung des obigen Resultates , dass der wahre Werth der (001 : 111) zwischen

37° 7' (17) und 37° 13*4' (Z)

falle, liegt in dem gleichen Verhalten aller übrigen mit einiger Sicher- heit bestimmbarer Kanten. Aus

(001 : 111) = 37° 12' 30" folgt

a : c = 1 : 0-53690 und daraus

(111 : lTl) = 50° 37' 50",

welchem Werthe das Mittel der drei besten Messungen dieser Kante 50° 37', 37s/4' imd 38' = 50° 37' 35" recht nahe kommt.

Combinationen und Messungen einzelner Krystalle von Putsch.

1. Fig. 53 u. 54. c(001), .3(113), p(lll), ^(331), i(132)f s(131), »i(110),/(120), «(100).

Kleiner, auf der Seite von p* unvollständiger Kr. mit annähernd vollendeter Symmetrie in seiner stark glänzenden Fläche. Nur das Rudiment p3 zunächst der Anwachsstelle zeigte sich matt. Die Mes- sungen ergaben eine abnorme Lage von (001) zwischen zwei gegen- über liegenden (lll)-Flächen.

epi = 37° li/3' (2) pY» = 74° 20' (3)

cp3 __ 37 19 (i) pipz = go 34i/3 (3)

cpt = 37 11 '/4 (2) p*p* = 50 38 (3)

2. An zwei anderen, mehr tafeligen Kr. waren folgende Kanten messbar

epi = 37° 13' 10" (2) cp* = 37° 11' 50" (1)

cpz = 37 11 50 (2) ep* = 37 12 30 (1)

3, epi = 37° 10 («) cp3 = 37° 11' 40° (1)

cp% = 37° 13' 7" (3)

90 Zepharovich.

4. Fig. 55 u. 56. c(001). 5(113) . p(lli) . 0(221) .^(331) . o(101) . «(201) . <121) . tf(241) . m(liO) ./(120) . Ä(130) . «(100).

Fragment eines glattflächigen, theilweise an der unteren Seite ausgebildeten Kryställchens (Wr. M. Cab. 3457", 1857) mit dem seltenen (130) . c und a gaben mehrfache Fadenkreuze; andere Flächen mit einfachen Bildern fielen nicht richtig in ihre Zonen.

pY~ = i05° 35" 24" (3) daraus \V*°\ = 37° 12' 18° (3)

pimi = 82 45 20 (2) p}c =37 14 40 (2)

pH* = 16 52 30 (2) p'{ = 16 36 0 (2)

i'i'i = 23° 37' 50" (2)

5. Fig. 57. c(001) . 5(113) . *A(445) . p(lii) . V(885).

6(221) . o(101) . *u(477) M135) *(132) s(131) m(UO). «(100).

Grasgrünes, durchsichtiges Kr. - Fragment (Wr. Min. C;ib. Nr. 146) mit den neuen äusserst schmalen Flächen 1, ix, a und -j, für welche ausser ihrer Zonenlage die folgenden, sehr approxima- tiven Messungen bestimmend waren :

berechnet aus a: c = 1 : 05369

\2p* = 5' (a) 1 56'

l*c = 31 16 (a) 6 31 16 30

X2m' = _ _ 58 43 30

jiy = 13 5 («) 3 13 19 55

fx'c = 50 32 25

(t'm* == - 39 27 35

Aus der Messung \x p' würde sich für /jl der Index (83,83,50) ergeben; die Unsicherheit derselben gestattet aber die Annahme von (885), wornach sich dann an diesem Kr. das Auftreten von vier Pyramiden der Grundreihe, in denen paarweise sich die Axen- längen wie 1:2 verhalten, herausstellt, nämlich »

P, 2/' und %P, %P.

(477) ebenfalls äusserst schmal, zeigte sich als Abstumpfung der Kante p'o'. Zur Messung konnte, wie überhaupt bei allen sehr klei- nen Flächen, nur unmittelbar der Lichtreflex derselben, durch das, mittelst einer vorgeschobenen Loupe in ein sehwaches Mikroskop

Krystallographische Slinlien über den Idokras. {) 1

umgestaltete Beobachtungsfernrohr gesehen, benützt werden. Die Einstellung des intensivsten und von den benachbarten Kanten scharf begrenzten Flachenglanzes gelingt ganz gut und gibt ange- näherte Besultate, auf welche man, wenn wegen zu geringer Aus- dehnung der Flachen das Fadenkreuz des Beleuchtungsfernrohres nicht mehr erkennbar ist, verzichten müsste. Ich fand auf diese Weise als Mittel der Messungen

v'p' = 10° - (a)

woraus u = (1; 1-73; 1-73) folgen würde. Die Berechnung aus obigem a r c fordert für u = (477)

v'p' = 10° 11' 21" •jV = IS 7 34 •j'c = 31 43 54

Zwischen (101) und (111) sind demnach im Allgemeinen am Id. bereits folgende Gestalten aufgefunden:

((101) (133), (377), (122), (477) (111)

( Pc» P3 P% PI P% P

Die sehr schmale Fläche in der Kante ^^(llS : 101) gehört wahrscheinlich der (135) an; die Indices ergeben sich aus der Lage in den Zonen

[113, 101] und [001, 3T2] welch' letztere aber nicht mit Sicherheit nachzuweisen war.

Gemessen Gerechnet

(j2(31S): c(001) = 18° 36' .... 18° 45' 20"

Ferner wurden an diesem Kr. gemessen:

pic = 37° 14' 50" (3) ptc = 37 15 50 (3)

92

Zepharovich.

Mittelwerthe aus allen Messungen an Krystallen von Pfitsch.

Winkel der Normalen

m

?/(lii):c(00l)

37c

' 12

39°

14

m'(HO)

52

46

55

8

p»(iTl)

50

37

8

4

/(lll)

74

22

28

3

3(113) : c(001)

14

9

12

10

/(tH)

23

0

8

4

X'(445) : c(OOl)

31

16

0

1

/(Hl)

6

5

0

1

^'(885): //(Hl)

13

5

0

1

6(221) :/(Hl)

19

25

40

3

o'(lOl) : c(OOi)

28

9

30

2

«'(100)

61

49

55

2

«'(201) : o'(lOl)

18

51

0

1

«'(100)

42

52

0

1

i/(747) :/(lll)

10

0

0

1

«"(421) : c(001)

67

22

0

1

m'(HO)

28

55

45

1

«'(311)

10

43

30

2

a'(315) : c(OOl)

18

36

0

1

/'(312) : c(001)

40

18

55

2

^2(312)

23

36

36

3

/(Hl)

16

46

17

4

«'(201)

14

25

0

2

s'(311) : «'(201)

19

16

0

1

f(210) :ro'(110)

18

20

30

1

«'(310) :m'(110)

26

36

30

1

28 12 11 8 3 1 a a a a 2 1 a

I. b) In einer Druse von der Seh warzenstein - Alpe im Zillerthale (Wr. Min. Cab. 3444) beobachtete ich an etwa 9 Mm. hohen, ölgriinen, durchseheinenden Säulen, begleitet von grossen Klinochlortafeln, die Combination: (001). (111) .(HO) . (100). Auf (001) zeigten sich quadratische und rundliche ßlättchen, auf (111) bedeutendere Unebenheiten, durch die vorgreifenden Ränder sich überlagernder Lamellen. Eine von aussen nach innen vordringende Zersetzung der Kr. beginnend mit einem graugrünen, matten Über- zuge ist zu bemerken; manche Kr. sind durch und durch verändert und dabei im Innern löcherig geworden; andere sind im oberen Theile noch frisch, zunächst der Anwachsstelle aber angegriffen.

Krystallographische Studien über den Ido-kras 93

III. Über die altbekannten ergiebigen Id. -Fundorte im Fassa- und Heims - Thale entnehme ich in gedrängter Kürze, das Fol- gende, dem ausgezeichneten Werke v. Richthofen's : Geogno- stische Beschreibung der Umgegend von Predazzo, St. Cassian und der Seisser Alpe •). Im Monzoni - Gebirge (Ostseite des Fassa-Thales) und bei Predazzo (Fleims-Thal) haben während der Trias-Periode bedeutende Eruptivmassen2) die Sedimentgesteine durchbrochen und in denselben eine Reihe von Contacterscheinun- gen veranlasst, welche den classischen Ruf jener Gegenden für Geologie und Mineralogie mit begründeten. Unter diesen sind jene die bemerkenswerthesten, welche an den Grenzen eines eigentüm- lichen Syenites „Monzon-Syenit" s) und des, diesem gangförmig untergeordneten Hypersthenites4) mit den oberen Triaskalken auf- treten. Im Monzoni-Gebirge sind Granat, Id. und Gehlen it bezeichnend für den Contact von Syenit und Kalk, und es liegen die Fundstellen dieser Minerale an dem Ost-, Nord- und Westrande des Gebirgsstockes, der aus Syenit bestehend von mächtigen Kalkalpen umfasst wird, nur gegen Süd an die Quarzporphyre des Monte Bocche und im Südwest an den Augitporphyr der Pesmeda-Alpe sich anschliessend. Aber auch auf dem Monzoni selbst findet man an vielen Orten aufgelagerte Kalkmassen, welche sich durch Ein- schlüsse der charakteristischen Contactminerale als die Reste einer früheren zusammenhängenden Kalkbedeckung zu erkennen geben. Hypersthenit trat später gangförmig im Monzonsyenit auf und kam ebenfalls vielfach mit dein Kalke in Berührung. An diesen Stellen erscheinen aber, wie dies Rieht hofen zuerst hervorgehoben, andere Contactgebilde als die vorgenannten des Syenites, nämlich: verschiedene Varietäten von Augit (Fassai't im Kalk, Pyrgom in Hohlräumen des Hypersthenit) Magnesiaglimmer, Brandisit

!) Mit einer geogn. Karte und vier Profil-Tafeln. Gotha. J. Perthes 1860. Eine frühere Mittheilung v. Ri ch t ho f en's im Jahrb. der geolog. Reichsanst. VIII. Bd. 1857, 164 bezieht sich abschliessend auf die Contacterscheinungen.

aJ Monzonsyenit, Tunnalin-Granit, Augit- und Uralit-Porphyr und Melaphyr.

s) Quarzfreies krystallinisch- körniges Gemenge von Orthoklas, Oligoklas und Am- phibol mit stetem Glimmergehalt.

*) Krystallinisch-körniges Gemenge von Hypersthen u. Labradorit mit Glimmer, Titan- eisen und Augit. Nach Richthofen, innerhalb des noch nicht völlig erstarrten Syenites langsam erkaltete Augit-Porphyrmasse.

\) 4 Z e j> li ;i r o v i u li.

und Pleonast. Einige Fundorte liefern beiderlei Contact-Minerale gemeinschaftlich; dann stehen auch Syenit und Hypersthenit nach- barlich an.

Folgende Fundstellen von Id. sämmtlich am Contacte von Syenit und Kalk, gehören dem Monzoni-Gebirge an i).

a) Nordgehänge des Monzoni. An mehreren meist unzu- gänglichen Stellen (die reichste unmittelbar über der Alpenhiitte im Val di Monzoni) erscheint in blauem körnigen Kalk ölgrüner Id., welcher theils krystallinisch-zellige, mit Kalk innig durchwach- sene Massen bildet, theils in Krystallen in den letzteren hinein-